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Chronos
Du hast hier doch keinen blassen Schimmer, was die Hintergründe waren.
Aber abgesehen davon war die sogenannte "Anwerbung" in den ersten Jahren auf ein rotierendes Verfahren eingestellt. Nach wenigen Jahren sollten die Türken wieder in ihre Heimat zurück und dafür die gleiche Anzahl neuer Türken wieder ein paar Jahre hier beschäftigt werden.
Dieses Prinzip war sogar schriftlich im sogenannten Anwerbeabkommen fixiert, wurde dann aber durch die Politik Anfang der Siebziger unterlaufen.
Über die Gründe dafür kann man nun spekulieren.
Kapierst du eigentlich nicht, was man hier - unter anderen auch ich - die ganze Zeit schreibt?
Es waren sehr viele Gründe - vor allem aussenpolitische - die diese seltsamen "Anwerbeabkommen" entstehen ließen.
Nochmal zum Mitmeißeln: Im Fall der südeuropäischen Staaten war es das Bestreben, als Vorbereitung der geplanten EWG deren negative Aussenhandelsdefizite zu minimieren. Man ging davon aus, dass die italienischen, spanischen, griechischen und portugiesischen Gastarbeiter einen großen Teil ihres Lohnes nach Hause schicken und somit die Aussenhandelsdefizite reduzieren.
Im Fall der Türkei begann es damit, dass die türkische Politik eine ideale Möglichkeit sah, ihren ungebildeten Bevölkerungsüberschuss loszuwerden und gleichzeitig dessen Ausbildung den Deutschen auf's Auge zu drücken.
Gleichzeitig winkten die Amis mit dem Zaunpfahl (die BRD war immer noch ein besetzter Vasall der USA) und schon knickte die BRD-Regierung unter Adenauer ein. Arbeitsminister Blank wehrte sich anfangs noch ein bisschen, wurde dann aber überstimmt.
Und schon war etwa eine halbe Million Türken im Land. Aber der große Run aus der Türkei begann dann Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger. Und da hat man seitens der BRD-Regierung wirklich gepennt. Und jetzt hamwer den Salat.