Beim Holocaust handelt es sich um ein Tabu Thema. Wer dieses Thema bespricht und sich dabei nicht absolut eindeutig aus drückt, der setzt sich selbst auf die Abschussliste, ganz besonders wenn er weiß, das er unter feindlicher Beobachtung steht.
Ich finde das nicht gut, aber so läuft das halt gerade in Deutschland. Gesellschaftliche Tabus kann man als Minderheit nicht so ohne weiteres ändern, das geht nur, wenn man die Mehrheit errungen hat. Daher wäre es Klüger, man würde den Themenkreis auf sparen, bis man Gestaltungsmacht erlangt hat. Dann kann man ganz langsam Fördergelder kürzen oder Schulbücher nachbessern, in therapeutischen Dosen. Für den Wahlkampf jedenfalls ein ungeeignetes Thema, ein regelrechtes Minenfeld.
Und es spielt noch etwas hinein, was Höcke Fans gerne ausblenden: Es gibt kein Schwarz-Weiß. Es gibt in der AfD keine gemeinsame Position zur Geschichte des 3.Reiches, es gibt dazu keine absolute Wahrheit und auch nur ganz wenige Wähler, die sich hier Erleuchtung von der AfD erhoffen, aber viele emotionale Befindlichkeiten. Nun hat man den Salat, ein so schwieriges Thema während des Wahlkampfes klären zu müssen. Natürlich hat die Presse hart daran gearbeitet, das es so weit kommt, aber es wäre die Aufgabe von Höcke UND Petry gewesen, das gemeinsam zu verhindern. Das sie das nicht kümmert, zeigt, das dahinter auch noch ein interner Machtkampf um zukünftige Führungspositionen steckt. Daher noch mal, so ein Fass macht nicht im Vorwahlkampf auf. Das hätte man nach den Wahlen über einen längeren Zeitraum intern diskutieren müssen um überhaupt erst eine gemeinsame Linie zu finden und diese dann gemeinsam vertreten. Das wissen Petry und Höcke, aber sie wollen wohl beide den Show-Down bzw. die Macht. Wie der Konflikt innerhalb der Partei ausgetragen wird, das hat die Presse nicht zu verantworten, es sind beides keine Kinder mehr, sie haben eine eigene Verantwortung für ihre Entscheidungen und deren Folgen zu tragen.




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