Ich mag jetzt keine Erbsenzählerei anfangen, aber mein Hinweis stimmt schon. Der Warnschuß darf als Ersatz für die verbale Warnung dienen. § 10 ist allgemein gültig, 11 für den Grenzdienst. Wobei's eigentlich wurscht ist: Petrys Formulierung gefällt mir deutlich besser als das Gesetz: "Kein Polizist will auf einen Flüchtling schießen. Ich will das auch nicht." Damit kann ich sehr gut leben.
Außerdem wissen wir nicht, in welchem Zusammenhang der Satz fiel. Vermutlich hat sie irgendein grünlicher Journalist solange zu einer Antwort genötigt, bis sie meinte, irgendetwas sagen zu müssen. Ich sah kürzlich wie die Maischberger sie zu Äußerungen von Parteifreunden genervt hat. Das ging meiner Ansicht nach weit über die Aufgabe einer Moderatorin hinaus.
Aber sei's drum: Die Hysterie ist ohnehin weit übertrieben. Wie ich vorher schon mal anmerkte: Das Gefasel über Schießbefehle ist reine Scharfmacherei und hat mit Vernunft absolut nichts zu tun.
Es ist schon fast egal, was sie wirklich sagt: Den Falken ist sie zu zahm, und bei den Berufsempörten hat sie schon verschissen, bevor sie den Mund aufmacht.
Umso wichtiger ist es, auf die Realität zu verweisen. Ich schrieb es heute schon einmal: Aktuell kommen täglich halb so viele Einwanderer an, als Hooligans in Köln demonstrierten. Unsere Polizei war in der Lage, diese Hooligans ohne Schußwaffengebrauch zu bändigen, und das kann sie auch mit Einwanderern an der Grenze leisten.
Viel wichtiger als Debatten über eingebildete, wünschenswerte oder verabscheuungswürdige Schießbefehle, wäre die Rückkehr der Vernunft. Sloterdijk hat mit dem Satz: "Es gibt schließlich keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung." einen vernünftigen Denkanstoß geliefert.
Ebenfalls diskussionswürdig finde ich, das Kanzlerwort "Wir schaffen das" mit dem bayrischen Ansatz: "Kenna kannd i scho, aba mengn mog i ned" zu vergleichen.








