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Thema: Pleite aufgrund des Mindestlohns

  1. #721
    Tut nur so als ob! Benutzerbild von Intolerist
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    Standard AW: Pleite aufgrund des Mindestlohns

    Zitat Zitat von BlackForrester Beitrag anzeigen
    Was man als Unternehmer bezahlen kann ist immer eine Frage des gemachten Angebots und der daraus entstehenden Nachfrage.

    Interessant am Mindestlohn ist nämlich ein Faktor, der von der Mindestlohnbefürworterfraktion gerne und vollkommen ausgeblendet wird. Bei dem produzierenden, exportorienterten Wirtschaftsteil spielt der Mindestlohn - in der Regel - keine große oder gar keine Rolle. Es wird - in der Regel - deutlich ÜBER dem Mindestlohn bezahlt.

    Wo der Mindestlohn eine wesentliche Rolle spielt ist im weiten Feld des Dienstleistungsgewerbes und -berufe sowie im Bereich des sozialen Gewerbes und -berufen...und hier zieht dann auch das Argument der Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland absolut nicht.

    Hier aber kommen wir - also auch Du und ich - ins Spiel...nämlich, sind wir bereit für eine entsprechende (Arbeits-)leistung auch einen entsprechenden Preis zu bezahlen?
    Ich will Dir dies am Beispiel der Milch darstellen - wenn wir in einem Supermarkt am Regel stehen und dort stehen 2 Packungen mit je einem Liter Milch, welche Milch werden wir kaufen - die Milch, wo günstig ist oder die Milch, wo dem Milchbauer durch einen höheren Abnahmepreis ein auskömmliches Einkommen garantiert wird und daher teurer ist?
    Wird diese Frage ehrlich beantwortet greifen 9 von 10 Menschen zu der billigen Milch.

    Wir, die Verbraucher in diesem Lande, können uns nicht der Verantwortung entziehen, dem Lohndumping Vorschub geleistet zu haben, indem wir nicht bereit waren und sind für eine Leistung einen adäquaten Preis zu bezahlen.

    Wir können auch das weite Feld der Pflege nehmen - eine gute Pflege (egal ob nun im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zuhause) kostet Geld. Würde man die Pflegekräfte entsprechend Ihrer Leistung gut bezahlen müssten die Beiträge der sozialen Sicherungssysteme KV und PV steigen - man stelle sich aber einmal vor, man würde hier die Beiträge einfach pauschal um !% erhöhen - es ginge ein Aufschrei durch dieses Land.

    Wenn wir also nicht bereit sind für eine Leistung soviel zu bezahlen, dass ein Unternehmer seinem Angestellten die 8,50 € bezahlen kann - dann geht so ein Unternehmer schlicht und einfach pleite bzw. kommt heute erst gar nicht mehr auf den Markt...oder...wir weichen auf den Schwarzarbeitsmarkt aus.
    Milch ist ein schlechtes Beispiel. In Deutschland ist Milch am billigsten. In keinem anderen Land ist Milch so billig. Und das hat NULL Löhnen zu tun sondern eher am Preisdruck von den großen Lebensmittelketten. Klar herrscht eine Geiz ist Geil Mentalität in Deutschland. Aber wenn jemand arbeitet und vom Lohn nicht mal die Wohnung bezahlen kann dann kann was nicht stimmen. Die 8,50€ sind nicht viel und jede Arbeitnehmer kann dies bezahlen. Klar kann es passieren das dann die Gewinne sinken aber in die Verlustzone kommt keiner.

  2. #722
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    Standard AW: Pleite aufgrund des Mindestlohns

    Zitat Zitat von Antisozialist Beitrag anzeigen
    Arbeitgeber sind keine Ersatzsozialämter. Was ein angemessener Stundenlohn ist, richtet sich danach, was ein Arbeitnehmer leistet. Ich lehne es ab, dass mein Nettogehalt nach dem Bedarf regionalen Hartzers plus berufsbedingten Mehrkosten bemessen wird.

    Also müsste sich der unsinnige Mindestlohn nach dem bemessen werden, was ein normaler Arbeitnehmer in der Region pro Stunde verdient abzüglich eines bestimmten prozentualen Abschlags.
    Lassen wir einmal aussen vor, was man als "normalen" Arbeitnehmer definiert...im Prinzip sagst Du doch nichts anderes als ich...dass sich ein Mindestlohn nach den Lebenshaltungskosten richten muss.

    Das Lohngefüge richtet sich doch nach den Lebenshaltungskosten - sprich, wo hohe Löhne gezahlt werden sind in der Regel auch die Lebenshaltungskosten höher als dort, wo geringere Löhne bezahlt werden - also folgst Du meiner Argumentation.

    Dass Arbeitgeber keine Sozialämter sind und auch nicht politische Unfähigkeiten auszubaden haben stelle ich doch auch gar nicht in Abrede.

  3. #723
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    Standard AW: Pleite aufgrund des Mindestlohns

    Zitat Zitat von Skorpion968 Beitrag anzeigen
    Ja, dann sollen sie eben selbst erbringen oder verlagern. Erpressung zieht nicht.

    Für welchen Niedriglohn wärest du eigentlich selbst bereit, deine Lebenszeit und deine Arbeitskraft aufzuwenden? Und komm mir nicht mit Ausbildungsvergütungen. Ich meine langfristig.
    Ich habe es zurzeit nicht nötig, mich für den gesetzlichen Mindestlohn anzubieten, da ich bereits über einen Arbeitgeber verfüge, der mir knapp 18,- € pro Stunde bezahlt.

    Der Arbeitgeber ist aber nicht einfach so vom Himmel gefallen, sondern ich musste diesen erst einmal durch monatelanges Bewerben finden und zum Arbeitsbeginn über Jahre erworbene Qualifikationen mitbringen.

  4. #724
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    Standard AW: Pleite aufgrund des Mindestlohns

    Zitat Zitat von AbsolutRelativEr Beitrag anzeigen
    Milch ist ein schlechtes Beispiel. In Deutschland ist Milch am billigsten. In keinem anderen Land ist Milch so billig. Und das hat NULL Löhnen zu tun sondern eher am Preisdruck von den großen Lebensmittelketten. Klar herrscht eine Geiz ist Geil Mentalität in Deutschland. Aber wenn jemand arbeitet und vom Lohn nicht mal die Wohnung bezahlen kann dann kann was nicht stimmen. Die 8,50€ sind nicht viel und jede Arbeitnehmer kann dies bezahlen. Klar kann es passieren das dann die Gewinne sinken aber in die Verlustzone kommt keiner.
    Nein, Milch ist eine DER prädistenierten Beispiele und sehr wohl hat der Milchpreis auch was mit dem Lohn zu tun - sei es dass es sich um das Einkommen des Milchbauern - oder sofern vorhanden - die Bezahlung seiner Angestellten betrifft.

    Auch das Argument des Preisdruckes lasse ich so nicht gelten - siehe Beispiel zu welcher Milch wird - bei entsprechender Wahlmöglichkeit - gegriffen.

    Wo ich Dir bestimme ist, wenn Jemand Vollzeit arbeitet und am Ende des Tages von seinem Lohn zu leben zu wenig und zum sterben zuviel hat ist dies eigentlich ein Unding.

    Nur - hier wird in meinen Augen ´mal wieder zu eindimensional gedacht und argumentiert - sprich der "böse" Arbeitgeber, der zu Lasten seiner Arbeitnehmer seine Gewinne maximieren will.
    Es gibt diese Art von "Unternehmer" für die Lohndumping ein Geschäftsmodell ist - unbestreitbar - aber, und da komme ich immer wieder auch Dich, auf mich, auf die Gesellschaft zurück...wird sind es doch, welche dem Geschäftsmodell "Lohndumping" Vorschub leisten.

    Ich kann zu einem Frisör gehen, der für einen Haarschnitt 10 € verlangt - nur hinterher sich beschweren, dass dieser seine Angestellten schlecht entlohnt
    Ich kann doch in einen Backshop gehen, wo das Brötchen kaum mehr die Hälfte als bei meinem Bäcker um die Ecke kosten - nur hinterher sich beschweren, dass dieser Backshop seine Angestellten schlecht entlohnt
    Ich kann doch mich in einen Billigflieger setzen und für ein Flugticket ein Appel und ein Ei bezahlen - nur hinterher sich beschweren, dass die Angestellten schlecht entlohnt werden
    und viele andere Beispiele mehr
    ist doch typisch deutsch - für das eigene handeln keine Verantwortung übernehmen.

    Bevor der Einwand kommt - ja, auch bei höheren Preise ist nicht gesichert, dass die Arbeitnehmer fair oder gut entlohnt werden - die Chance ist aber deutlich höher als bei den von mir angeführten Beispielen.

  5. #725
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    Standard AW: Pleite aufgrund des Mindestlohns

    Zitat Zitat von Dr Mittendrin Beitrag anzeigen
    Hast du schon mal was gehört von Produktivitätspeitsche ?

    Man kann in der Pflege auch mehr bezahlen wenn man Geräte einsetzt die helfen und statt 2 nur 1 Kraft benötigen.
    Entfällt natürlich bei niedrigen Löhnen.
    Ich halte dies für eine irrige Annahme, dass man eine Pflegekraft durch eine Maschine ersetzen kann.

    Ich traue mir auch zu eine Aussage zu machen - seit August 2014 habe ich ein Teil meiner Freizeit insgesamt 14 Wochen in einem Krankenhaus und 12 Wochen in einem Pflegeheim verbracht - und was ich dort in Teilen erlebt habe hat mit Pflege nichts, aber gar nichts mehr zu tun, sondern kann man nur noch mit Menschenverwahrung bezeichnen.

    Maschinen mögen die Pflege unterstützen - ersetzen kann eine Maschine einen Mensch aber nie.

  6. #726
    Einhorn
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    Standard AW: Pleite aufgrund des Mindestlohns

    Zitat Zitat von BlackForrester Beitrag anzeigen
    Lassen wir einmal aussen vor, was man als "normalen" Arbeitnehmer definiert...im Prinzip sagst Du doch nichts anderes als ich...dass sich ein Mindestlohn nach den Lebenshaltungskosten richten muss.

    Das Lohngefüge richtet sich doch nach den Lebenshaltungskosten - sprich, wo hohe Löhne gezahlt werden sind in der Regel auch die Lebenshaltungskosten höher als dort, wo geringere Löhne bezahlt werden - also folgst Du meiner Argumentation.

    Dass Arbeitgeber keine Sozialämter sind und auch nicht politische Unfähigkeiten auszubaden haben stelle ich doch auch gar nicht in Abrede.
    Das ist falsch. Relevant ist das, was ein Median-Vollzeit-Arbeitnehmer brutto pro Stunde in der gleichen Region verdient. Da die beruflichen Fähigkeiten der einzelnen Arbeitnehmer stark streuen, ist schon eine gewisse prozentuale Unterschreitung dieses Werts hinzunehmen, bevor von einer Übervorteilung des Niedriglöhners auszugehen ist.

  7. #727
    Einhorn
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    Standard AW: Pleite aufgrund des Mindestlohns

    Zitat Zitat von AbsolutRelativEr Beitrag anzeigen
    Milch ist ein schlechtes Beispiel. In Deutschland ist Milch am billigsten. In keinem anderen Land ist Milch so billig. Und das hat NULL Löhnen zu tun sondern eher am Preisdruck von den großen Lebensmittelketten. Klar herrscht eine Geiz ist Geil Mentalität in Deutschland. Aber wenn jemand arbeitet und vom Lohn nicht mal die Wohnung bezahlen kann dann kann was nicht stimmen. Die 8,50€ sind nicht viel und jede Arbeitnehmer kann dies bezahlen. Klar kann es passieren das dann die Gewinne sinken aber in die Verlustzone kommt keiner.
    Nehmen wir mal an, der Staat will auf einmal mehrere Tausend Asylbewerber in einem kleinen Dorf unterbringen und mietet wie bekloppt Wohn- und Gewerbeimmobilien an. Der Mietpreis für Neuvermietungen steigt und bei Bestandvermietungen wird eine schrittweise Anpassung der Mieten angekündigt.

    Ist dann der Arbeitgeber schuld, wenn einfache Arbeitnehmer in diesem Dorf auf einmal nicht mehr mit ihrem Gehalt auskommen?

    Bitte berücksichtigen:
    Die Stromrechnung hat sich auch schon erhöht, weil billiger Atomstrom durch teuren und unzuverlässigen Wind- und Solarstrom ersetzt worden ist.

  8. #728
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    Standard AW: Pleite aufgrund des Mindestlohns

    Zitat Zitat von Antisozialist Beitrag anzeigen
    Ich habe es zurzeit nicht nötig, mich für den gesetzlichen Mindestlohn anzubieten, da ich bereits über einen Arbeitgeber verfüge, der mir knapp 18,- € pro Stunde bezahlt.

    Der Arbeitgeber ist aber nicht einfach so vom Himmel gefallen, sondern ich musste diesen erst einmal durch monatelanges Bewerben finden und zum Arbeitsbeginn über Jahre erworbene Qualifikationen mitbringen.
    Im Baubereich gibt es Tarifverträge, die ebenfalls einen Mindestlohn enthalten. Nämlich den für ungelernte Helfer. Je nach Branche liegt der deutlich über 8,50 Euro / h. Teilweise sogar um 12 Euro / Stunde.

    Wohlgemerkt für Ungelernte.

    Mit Qualifikation, z. B. Gesellenbrief natürlich noch höher.

    Somit ist nicht einmal eine Qualifikation notwendig, um mehr als Mindestlohn zu erhalten. Inzwischen kann man auch den Meister online machen.

  9. #729
    Mitglied Benutzerbild von Drache
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    Standard AW: Pleite aufgrund des Mindestlohns

    Zitat Zitat von Schlummifix Beitrag anzeigen
    War klar, dass von einer Gehirnamöbe wie dir wieder so etwas kommt..

    Es hat auch noch nie einen Linken gegeben, der einmal selbst an irgendeinem Markt tätig gewesen wäre, mit Wettbewerb usw.
    Aber in der Richtung hat er vollkommen recht.
    Wenn ein Betrieb Hungerlöhne zahlt, die knapp über dem H4 Satz liegen dann hat dieser Betrieb keine Existenzberechtigung. Menschen müssen von ihrer Hände Arbeit existieren und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Das hat nichts mit Links oder Rechts zu tun, sondern ist ein Menschenrecht.
    Und wenn ein Unternehmer nicht in der Lage ist Stundenlöhne um die 10€ zu bezahlen, dann hat er entweder so wenig Arbeit, daß er die Angestellten nicht braucht, er ist gierig oder er ist einfach unfähig ein Unternehmen zu führen.
    "Wo Not du findest, deren nimm dich an; Doch gib dem Feind nicht Frieden." Loddfafnir's-Lied
    „Europa ist heute ein Pulverfass, und seine Regenten agieren wie Männer, die in einer Munitionsfabrik rauchen.” Otto von Bismarck
    ###

  10. #730
    Einhorn
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    Standard AW: Pleite aufgrund des Mindestlohns

    Zitat Zitat von Drache Beitrag anzeigen
    Aber in der Richtung hat er vollkommen recht.
    Wenn ein Betrieb Hungerlöhne zahlt, die knapp über dem H4 Satz liegen dann hat dieser Betrieb keine Existenzberechtigung. Menschen müssen von ihrer Hände Arbeit existieren und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Das hat nichts mit Links oder Rechts zu tun, sondern ist ein Menschenrecht.
    Und wenn ein Unternehmer nicht in der Lage ist Stundenlöhne um die 10€ zu bezahlen, dann hat er entweder so wenig Arbeit, daß er die Angestellten nicht braucht, er ist gierig oder er ist einfach unfähig ein Unternehmen zu führen.
    Erstens sorgt der Staat dafür, dass bei Arbeitnehmern immer weniger netto ankommen und die Lebenshaltungskosten steigen.

    Zweitens wandern immer mehr Geringqualifizierte ein, obwohl es in den Neunzigern zu einem großen Wegfall geeigneter Arbeitsplätze gekommen ist.

    Jemand zu verbieten, für unter 10 Euro pro Stunde Taxi zu fahren, löst diese Probleme nicht. Wer sich durch Arbeit ehe nicht besser stellt als ein Hartzer, vermasselt ehe chronisch Bewerbungen und Probezeiten.

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