Teilen ist das neue Haben.



Vom Grundsatz her kein Widerspruch - nur, was heute im "Leistungskatalog" definiert ist muss morgen nicht mehr gelten, sprich man bezahlt in ein System ein und weiß am Ende des Tages nicht, welche Leistung man erhält...ein Faktum, welches Du natürlich bestreiten wirst.
Warum wäre die Kohle dann weg? Man kann wie bei den Banken eine Art Einlagensicherung gestalten, welche dann einspringt, sollte ein Versicherungsunternehmen in die Pleite gehen. Dies wäre erst einmal nur die Frage des politischen Gestaltungswillens.
Ein Restrisiko bliebe - unbestritten - aber welche Garantie hast Du bei einem staatlichen System?
Wer 2030 nach 45 Arbeitsjahren in Rente geht, dessen Rentenniveau wurde in seinem Arbeitsleben von rund 57% (1985) auf rund 43% (2030) abgesenkt - spricht eine Rentensenkung um 25%.
Dazu gibt es schon heute Berechnungen (und dies nicht nur vom Versicherungswesen oder der Wirtschaft, sondern auch von der Rentenkasse wie den Sozialverbänden), dass sich das Verhältnis Beitragszahlung zu Rentezahlung ins negative verkehren...sprich für je 100 € bezahlten Beitrag erhältst Du dann nur noch 80, 90 € Rente zurück.
Da die ausbezahlten Rente ab 2020, 2025 wohl für viele Menschen das Existenzminimum nicht mehr abdecken wird muss der Staat doch eh schon eingreifen - egal ob man dies nun Grundrente nennt (sprich eine Rentehöhe wo keine entsprechenden Beitragszahlungen gegenüber stehen) oder ob man über die Sozialsysteme aufstockt.
Wo ist da ein Unterschied zu erkennen?
Macht es trotzdem Sinn, die Versicherungssysteme wie Rente, Arbeitslosigkeit, Krankheit über staatliche Sicherungssystem abzudecken?
Ja, es würde Sinn machen, wenn man damit eine Art Grundsicherung betreibt, wo ALLE einbezahlen und ALLE die gleiche Leistung erhalten - und dann kann sich ein Jeder selber entscheiden, reicht ihm dies oder will er mehr und wenn er mehr will, dann liegt dies in der Eigenverantwortung des Einzelnen.
Eine Gesellschaft sollte die Grundsicherung gewährleisten - für "Luxusansprüche" ist aber nicht die Gesellschaft zuständig.





Arbeitgeber sind keine Ersatzsozialämter. Was ein angemessener Stundenlohn ist, richtet sich danach, was ein Arbeitnehmer leistet. Ich lehne es ab, dass mein Nettogehalt nach dem Bedarf regionalen Hartzers plus berufsbedingten Mehrkosten bemessen wird.
Also müsste sich der unsinnige Mindestlohn nach dem bemessen werden, was ein normaler Arbeitnehmer in der Region pro Stunde verdient abzüglich eines bestimmten prozentualen Abschlags.



Was man als Unternehmer bezahlen kann ist immer eine Frage des gemachten Angebots und der daraus entstehenden Nachfrage.
Interessant am Mindestlohn ist nämlich ein Faktor, der von der Mindestlohnbefürworterfraktion gerne und vollkommen ausgeblendet wird. Bei dem produzierenden, exportorienterten Wirtschaftsteil spielt der Mindestlohn - in der Regel - keine große oder gar keine Rolle. Es wird - in der Regel - deutlich ÜBER dem Mindestlohn bezahlt.
Wo der Mindestlohn eine wesentliche Rolle spielt ist im weiten Feld des Dienstleistungsgewerbes und -berufe sowie im Bereich des sozialen Gewerbes und -berufen...und hier zieht dann auch das Argument der Arbeitsplatzverlagerung ins Ausland absolut nicht.
Hier aber kommen wir - also auch Du und ich - ins Spiel...nämlich, sind wir bereit für eine entsprechende (Arbeits-)leistung auch einen entsprechenden Preis zu bezahlen?
Ich will Dir dies am Beispiel der Milch darstellen - wenn wir in einem Supermarkt am Regel stehen und dort stehen 2 Packungen mit je einem Liter Milch, welche Milch werden wir kaufen - die Milch, wo günstig ist oder die Milch, wo dem Milchbauer durch einen höheren Abnahmepreis ein auskömmliches Einkommen garantiert wird und daher teurer ist?
Wird diese Frage ehrlich beantwortet greifen 9 von 10 Menschen zu der billigen Milch.
Wir, die Verbraucher in diesem Lande, können uns nicht der Verantwortung entziehen, dem Lohndumping Vorschub geleistet zu haben, indem wir nicht bereit waren und sind für eine Leistung einen adäquaten Preis zu bezahlen.
Wir können auch das weite Feld der Pflege nehmen - eine gute Pflege (egal ob nun im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zuhause) kostet Geld. Würde man die Pflegekräfte entsprechend Ihrer Leistung gut bezahlen müssten die Beiträge der sozialen Sicherungssysteme KV und PV steigen - man stelle sich aber einmal vor, man würde hier die Beiträge einfach pauschal um !% erhöhen - es ginge ein Aufschrei durch dieses Land.
Wenn wir also nicht bereit sind für eine Leistung soviel zu bezahlen, dass ein Unternehmer seinem Angestellten die 8,50 € bezahlen kann - dann geht so ein Unternehmer schlicht und einfach pleite bzw. kommt heute erst gar nicht mehr auf den Markt...oder...wir weichen auf den Schwarzarbeitsmarkt aus.
Ohne Skepsis verhungert die Demokratie.

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