Was wussten und was taten die Alliierten?
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Der Volkswirt Artur Sommer übergab eine Mitteilung an den Universitätsprofessor Edgar Salin in Basel, in der er angab,
dass im Osten Vergasungslager errichtet würden. Die BBC solle täglich Warnmeldungen senden. Diese Nachricht blieb auch unbeachtet.
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Bis November 1942 gab es in den USA keine öffentliche Erklärung zu den erhaltenen Nachrichten.
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Es gab einen großen Anteil von Zynismus in der Einstellung der Alliierten. Man hielt es nicht für nötig, den Juden in ihrer verzweifelten Lage irgendeinen Vorrang einzuräumen.
Tatsächlich herrschte in alliierten Kreisen eher eine gegenteilige Meinung vor.
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Gemäß seines Privatsekretärs
hat Eden mindestens zweimal seine Abneigung gegen Juden ausgedrückt. Das passte zu der Haltung einiger Bediensteter des britischen Außenministeriums und des United States State Departments. Es wird oft vergessen wie alltäglich es war, fast war es Mode, dass man sich in der Vor-Holocaust-Zeit als Antisemit zeigte.
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Als das US-Finanzministerium versuchte, eine Geldüberweisung von jüdischen Wohltätigkeitsorganisationen zum Aufbau eines Hilfsprogramms zu genehmigen, wurde das vom US-Außenministerium monatelang blockiert. Die Briten waren nicht weniger gefühllos.
Im Dezember 1943 wurde ein Telegramm von London nach Washington geschickt, das sich gegen derartige Hilfsprogramme wendete, wegen "der Schwierigkeiten, die die Vielzahl von Juden machen würde, wenn sie gerettet würden".
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Man erreichte die stillschweigende Übereinkunft, dass die Amerikaner die Briten nicht wegen Palästina unter Druck setzten, und die Briten sich bedeckt halten, was die jüdische Einwanderung in die USA betraf.
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So fügte sich das Verhalten der Alliierten
unbeabsichtigt in die Nazipolitik eines Völkermordes.
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