Sueddeutsche Zeitung / 23. Juni 2023
Gewinnwarnung
Siemens Energy stürzt an der Börse ab
Der Konzern gibt eine Gewinnwarnung heraus und kassiert seine Prognose. Die Aktie verliert daraufhin etwa ein Drittel ihres Wertes.
Kurseinbruch bei Siemens Energy: Das Unternehmen hat seine Gewinnprognose wegen der nicht enden wollenden Probleme bei ihrer spanischen Windturbinensparte Gamesa zurückgezogen. Die Aktie verlor daraufhin etwa ein Drittel ihres Wertes. Siemens Gamesa hat
größere Qualitätsmängel bei seinen Onshore-Windturbinen festgestellt als erwartet, wodurch sich die Sanierung verzögert, sagte Spartenchef Jochen Eickholt am Freitag. Die Mehrkosten könnten eine
Milliarde Euro übersteigen. Im Frühhandel verloren Siemens Energy um bis zu 36 Prozent auf 15,02 Euro und fielen damit auf das Niveau von Ende 2022 zurück.
Der Konzern hat seit Jahren mit Problemen in seinem Windkraftgeschäft zu kämpfen, das wegen steigender Kosten für Stahl und andere wichtige Materialien sowie einer Reihe technischer Probleme mit seinen Windturbinen tief in die Verluste geriet. Die Sparten Gasturbinen und Getriebe haben dagegen von der steigenden Nachfrage nach sauberer Energie profitiert. Eickholt wollte sich nicht dazu äußern, wann die angeschlagene Sparte wieder Gewinne machen wird. Aussagen dazu seien "zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich", so Siemens Energy am Donnerstagabend in einer Mitteilung.
Während Siemens Energy den Gewinnausblick kassierte, bestätigte es seine Umsatzprognose. Auch die Annahmen für die Bereiche Gas Services, Grid Technologies und Transformation of Industry werden beibehalten. Weitere Details und genauere Zahlen sollen beim Bericht zum dritten Quartal folgen. Mitte Mai hatte Siemens Energy den Umsatzausblick angehoben. Gründe dafür waren eine große Nachfrage bei Energiewende-Technologien, insbesondere in Bereichen wie der Stromerzeugung und der Netztechnik.
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