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Quelle (mit Kontext)?
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Gespräch Solschenizyns mit Studenten der Slawistik an der Universität Zürich vom 20. Februar 1975.

Der Schlüsselsatz war:
"Итак, писать обыкновенное научное исследование, опирающееся на документы, на цифры, на статистику, не только невозможно мне сегодня(...)"

Zu Deutsch:
"Eine gewöhnliche wissenschaftliche Forschung zu schreiben, die auf Dokumenten, Zahlen, Statistiken basiert, ist nicht nur mir heute unmöglich(...)"

Wissenschaftlich aus Sicht der Geschichtsforschung gesehen ist seine Arbeit somit wertlos und in das Genre der fantastischen Literatur zu verbuchen.

Ja, er schildert sicherlich seine eigenen, persönlichen, subjektiven Erfahrungen, von denen wir aber nicht wissen, wie viele von ihnen tatsächlich wahr und welche erfunden sind. Belege hat er ja nicht.

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Stalin konnte nach der Massenarbeitslosigkeit mit seiner Plan-Industrialisierung nur gewinnen und somit das Leben einiger Durchschnittsbürger verbessern.
Wenn ich mir die Zahlen angucke, dann sehe ich nicht, dass sich das Leben von nur "einigen" Bürgern verbessert hat. Dafür sprechen die Anzahl an Ladengesachäften, Restaurants, des Verkaufs von Armbanduhren und und und.

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Nicht für alle ist das Leben besser geworden! Wenn ich an die Ukraine denke.. ..
Die Ukrainische SSR hatte unter Stalin ihr höchstes Bevölkerungswachstum in der ganzen Sowjetgeschichte. Ein Wachstum, von dem die moderne Ukraine nur träumen kann.

Ohne Stalin wäre die Ukraine zumal um einiges kleiner als sie heute ist.

Zum "Holodmor" habe ich oben was gesagt. Das war eine Hungertragödie, unter der alle Völker der SU litten.

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So gesehen kann man (als Deutscher) in den 30er Jahren Hitler und in den 50er Jahren Adenauer als Heiland ansehen.
Beide haben dem Volk zuerst "Verbesserung" gebracht. Jetzt sind wir Deutsche Adenauers Erben und leben in der Zwangsdemokratie der US-Engländer (Friede, Arbeit, Konsum, Selbsthass...)
Übrigens machen es die US-Engländer genau richtig: Sie ziehen ihre eigene Geschichte niemals in den Dreck. Sie wahren ihr Gesicht, egal was passiert.

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Nein, jedes Staatsoberhaupt muss man langfristig messen. Die Ideologie der Sowjetunion bleibt für mich unterste Schublade.
Stalin hat auf jeden freien Russen dünn geschissen. Erstaunlich, wie sich manche freie und stolze Russen heutzutage mit diesem Massenmörder zu identifizieren wissen.
Mit wem sollen sich die "freien und stolzen Russen" sonst messen? An dem "freiheitlichen Demokraten" Boris Jelzin, unter dem Millionen von russischen Jungs in den 90er Jahren drogensüchtig, alkoholabhängig und HIV-krank wurden??

Für mich waren die 1990er Jahre die Zeit des Terrors gegen das russische Volk. Massenhafte Verarmung, horrende Kriminalität, Perspektivlosigkeit, Drogenschwemme, Verfall von allen Werten, Einbruch der Geburtenrate, Anstieg der Sterblichkeit...


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Klare Ansage! - Ein Beleg, wie du Stalin und die Sowjetunion verherrlichst.
Oder?
Natürlich.
Wer bin ich denn, um die Heimat in den Dreck zu ziehen, die meine Vorfahren aufgebaut haben?

Wer bin ich, um den Sieg in den Dreck zu ziehen, den meine Großväter mit ihrem Blut bezahlt haben, damit ich heute überhaupt existieren kann?

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PS
Ich mag Russen, Russland-Deutsche oder Deutsch-Russen eigentlich. Aber!
Bei einem Glas Cognac erzählen mir Russland-Deutsche von der alten (Sowjet-)Zeit und fangen an sich zu streiten. Spätestens beim Sieg über Nazideutschland finden sie wieder zusammen und faseln irgendwas über das russische Volk und die deutschen Auswanderer ins Zarenreich und erzählen dann von ihrer Kindheit.
Obwohl ihre Eltern und Großeltern an diesem Krieg nicht teilgenommen haben, sogar von Stalin in den Osten vertrieben wurden, kennen sie alle Gründe, warum die Russen niemals verlieren konnten und in Zukunft nie unterlegen sein werden. Ich habe genau das sehr oft erlebt und kann es bis heute nicht verstehen. Nur dass sie in Deutschland nicht das fanden, was sie sich vorgestellt hatten, kann ich verstehen.
Bemerkenswert ist, dass dieser Streit beim Thema Stalin immer kommt. Dann wird es lauter, dann wird nur noch russisch gesprochen, dann wird getrunken und sich umarmt und der Sturm ist vorbei.
Am Ende schwelgt man in Erinnerungen und kollektiver Zufriedenheit. Ja, der Sieg, der Sieg...
Ich bin kein Russlanddeutscher. Ich bin ethnischer Russe. Mit russischem Vornamen und russischem Nachnamen.