Falsch, genau andersrum. Neuroleptika sind Symptom
unterdrückung. Bei meinem Ansatz werden die sogenannten Symptome der Schizophrenie eben nicht unterdrückt, sondern positiv gedeutet. Es gibt sogar eine international agierende Gesellschaft der Stimmenhörer, die aktiv für unsere Rechte eintritt.
Halluzinationen sind so alt wie die Menschheit selbst. Sie sind nichts schlimmes und nichts schlechtes; nimmt man sie aber nicht als etwas schlimmes oder schlechtes wahr, so sind sie es auch plötzlich nicht mehr; die Stimmen werden freundlicher und hilfsbereiter, selbst die visuellen Hallus vor denen man sich vorher fürchtete verlieren plötzlich ihre grausame Macht und werden wunderschön.
Die Symptome der Schizophrene sind Teil des Lebens eines Schizophrenen. Sie sind nichts, was man bekämpfen müsste. Wir müssen lediglich einen richtigen Umgang damit lehren.
Nein. Mit 19 wurd' ich zwangseingewiesen, und in den darauffolgenden Jahren verlor die Psychiatrie jeden Schrecken. Letzten Mal bin ich dort hingegangen weil ich pleite war und kurz vorm Suizid stand, und mir wurde geholfen. Klar, Meds musste ich nehmen, und wie immer hatten sie keine rechte Wirkung außer einen fett zu machen und dafür zu sorgen, dass man sich fühlt, als sei man in einer Blase. Aber dort kann man schwimmen gehen, jeden Tag kann man Sportangebote mitmachen, Ergotherapie macht große Freude, man kann die ganze Zeit lesen, wird ordentlich durchgefüttert und versorgt, nein nein, wenn ich vor einer Sache keine Angst habe, dann vor einem Rückfall; irgendwann sterbe ich, also wäre in Angst leben sinnlos, zum Zweiten kann ich mich jederzeit selbst einweisen lassen, bin also abgesichert.
HartzIV ist weit weniger schlimm als ich dachte. Klar, ich muss noch mit denen absprechen wie wir das so machen dass ich keine Kürzungen krieg obgleich ich im Normalfall nicht viel dauerhaft arbeiten kann; aber ich bin sicher, wir finden eine Lösung. Bisher waren die sehr kulant.
Dann müsste ich mir wohl eine Kugel durch den Kopf jagen, denn die Ursache ist mein eigenes Gehirn.
Es ist doch eher eine etwas abwegige Annahme, dass ein Phänomen, welches einen so großen Teil der Bevölkerung betrifft und erst seit der Industralisierung als "Krankheit" bezeichnet wird, evolutionär völlig sinnlos sein soll, oder?
Zudem: Man kann
mit Schizophrenie leben, aber nicht gegen sie. Sie siegt in jedem Fall, denn Du bist sie.
Als letztes: Man ist stress
anfälliger - man kann jeden Mensch durch genügend Stress in eine Psychose führen, indem man ihm systematisch tagelang nicht schlafen lässt. Menschen mit Schizophrenie sind aber "näher dran", wenn man denn so will; sie entwickeln schneller und leichter psychotische Symptome, weswegen sie besonders vorsichtig sein müssen, nicht
zu viel Stress abzubekommen. Es ist so ähnlich wie bei Zuckerkrankheit, die dürfen sich ja auch nicht den ganzen Tag mit Kuchen vollstopfen. Ich schon. :P Ich darf und kann tatsächlich alles machen, was ich will. Erst dann, wenn ich mich darauf einlasse, zu viel zu machen, erst dann wird es problematisch. Jeder Mensch hat diese Grenze, bei mir ist sie nun mal ein wenig niedriger. Damit kann ich durchaus leben, denn man bekommt ja auch einen riesen Batzen Weisheit als Geschenk gratis dazu. Weswegen ich die Schizophrenie gerne als "Geschenk Gottes" bezeichne und als etwas Sinnvolles sehe. Zudem hätte ich soooo viele Menschen, die ich in meinen Krankenhausaufenthalten kennengelernt hab, nicht kennengelernt, und diese Menschen haben meinen Horizont erheblich erweitert.
Das Yin-Yang-Symbol verdeutlicht ganz gut, was ich meine. Alles hat zwei Seiten.