
Zitat von
Hay
Jeder hat sein Feindbild. Deines sind die Damen, die ich höchstens aus RTL-Sendungen kenne, die ich sehr schnell wegschalte. Nur, solltest du alle diese Damen ins Ausland abschieben können, bliebe das eigentliche Problem, nämlich die niedrigen Löhne am unteren Ende der arbeitsteiligen Gesellschaft und übrigens nicht nur am unteren Ende. Mittlerweile sind selbst Akademiker betroffen, weil sie gar nicht mehr die Gelegenheit erhalten, gut bezahlte Jobs zu erhalten. Natürlich nicht alle.
Da du aber nun ein Teil dieser arbeitsteiligen Gesellschaft ist und jedes Teil der arbeitsteiligen Gesellschaft auch die Stimmung erzeugt, auf der Handlungen und Unterlassungen geschehen, kannst du nicht auf der einen Seite den Verlierern bzw. z.B. Müllwerkern sagen, dass sie selber schuld an den Bedingungen, die ihnen geboten werden sind, weil sie ihnen hätten entrinnen können (wer macht den Job dann aber zu welchen Bedingungen?) und auf der anderen Seite sagen, dass du ja überhaupt nichts für Löhne und Arbeitsbedingungen kannst. Jeder ist seines Glückes Schmied ist da doch recht zynisch. Dieser Satz ist für Gesellschaften gedacht, in denen Fleiß und Willen ausreicht, sich von unten nach oben zu arbeiten, vom Tellerwäscher zum Millionär. Ein solcher Satz ist nicht für Gesellschaften gedacht, für die es diese Durchlässigkeit nicht gibt und jeder kleiner Handgriff zertifiziert werden muss.
Möchtest du in einer Gesellschaft leben, in der Arbeitnehmer sich keine Wohnung mehr von ihrem Verdienst leisten können? Oder in einer Gesellschaft - und hier werde ich provokativ - in der Dachdecker noch mit 67 Jahren auf das Dach klettern müssen, weil sie noch nicht das Rentenalter erreicht haben?