
Zitat von
gurkenschorsch
Und jetzt weißte auch, was das Problem ist. Die Politik ist ja schon bemüht (bzw. tut öffentlichkeitswirksam so), die von der Straße wegzubekommen.
Meine "Nachbarn" haben mir im Gespräch auch schon mehrmals mitgeteilt, dass sie nicht raffen, warum man tagsüber oder auch abends so wenig Deutsche auf der Straße sieht. Ich habe denen das gleiche gesagt wie du, bei mir sieht das meist so aus: 6.30 Frühstück etc., 7.00 Anfahrt zur Arbeit (je nach Arbeitsort auch alles eher, ich fahre teilweise 60 Min. einfach), 7.30 Arbeitsbeginn, 16.00 (wenn ich sehr viel Glück habe) bis 17.30 Arbeitsende (wenn ich Pech habe auch erst 18.00), 30 Min. Heimfahrt, dann Einkaufen, Essen, Kochen, pipapo, schwupps ist es 20.00 Uhr und ich will einfach nur meine Ruhe. Vier mal die Woche Fitness-Studio (wochentags), dann brauchste sowieso nichts mehr machen. Am Wochenende wird dann auch irgendwas gemacht, wo man nicht zwingend die Zeit hat, sich einen faulen Lenz zu machen und dann geht's ja am Montag schon wieder los.
Die kennen das aber auch aus der Heimat nicht. Weil ihre "Arbeit" zu Hause nicht mal ansatzweise anstrengend war. Die schnallen nicht, wie wir hier arbeiten und dass das der Grund ist, wieso es uns (noch) relativ gut geht und warum es bei uns technischen Fortschritt gibt (wohl in naher Zukunft dann eher "gab").
Die haben mir da schon mehrmals gesagt, dass sie gar nicht verstehen, warum ich bis zu 90 km einfach in die Arbeit fahre. Würden sie nicht machen. Arbeit nur 5-10 Gehminuten vom Wohnort entfernt. Maximal 15 Min. mit den öffentlichen Verkehrsmittel oder so sind akzeptabel.
Wenn man ihnen dann sagt, dass hierzulande 8 Stunden Arbeit auch wirklich 8 Stunden Arbeit sind und nicht 2 Stunden ein bisschen rumgewerkel und 6 Stunden Plaudern und Kaffee- bzw. Tee-Schlürfen, schauen sie einen an wie den ersten Menschen.
Daher kommt auch das ewige Rumgeflacke von dieser "Klientel" in der Öffentlichkeit, meist dann noch an Plätzen, wo gutes Wetter herrscht oder man viele Menschen sieht. Die verstehen nicht, dass man nach einem normalen Arbeitstag einfach mal seine Ruhe will. Weil man im Arsch ist. Weil man nach Hause kommt und weiß, dass man in maximal 12 Stunden schon wieder in der Arbeit sitzt oder steht. Das kennen die nicht.
Andererseits: Ich persönlich genieße meine Ruhe meist so (und da denke ich, dass ich nicht alleine bin), dass ich mich bspw. in den Garten (bei gutem Wetter) oder auf die Couch (bei schlechtem Wetter) hocke und dann da mal ein Buch lese. Frag die "Flüchtlinge" mal, wie viel die lesen. Das einzige, was die lesen, sind Nachrichten von Messengerdiensten...
Summa summarum ist es bei denen kulturimmament, dass die viel in Gesellschaft und der Öffentlichkeit sind, weil die keine anstrengenden Arbeitstage kennen. Daher brauchen die auch gar nicht ihre Ruhe oder Zeit zur Erholung.