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Ein paar Lira zu viel zum Sterben
Istanbul ist der Flüchtlings-Limbus
Von Issio Ehrich, Istanbul
Erdoğan leistet Enormes, um Flüchtlinge aus Syrien zu versorgen. Die meisten Syrer bleiben allerdings nicht in der Türkei, weil es ihnen dort so gut ginge. Auf Istanbuls Straßen zeigt sich: Sie sind Gefangene.
Die Rettungswesten fallen auf. Die orangefarbenen und roten Teile hängen zwischen weißen Unterhosen und braunen Socken im Viertel Aksaray, mitten in Istanbul. Die Metropole ist nicht gerade für ihre Qualitäten als Badeort bekannt.
Ali Ibrahim besucht seinen Freund Marwan Barkelo im Istanbuler Viertel Aksaray. Der lebt verhältnismäßig luxuriös, muss sich das Schlafzimmer nur mit vier anderen Flüchtlingen teilen.
Ali Ibrahim besucht seinen Freund Marwan Barkelo im Istanbuler Viertel Aksaray. Der lebt verhältnismäßig luxuriös, muss sich das Schlafzimmer nur mit vier anderen Flüchtlingen teilen.
(Foto: Issio Ehrich)
Vor den Westen stehen Flüchtlinge aus Syrien. Sie drehen die verschiedenen Modelle hin und her, tuscheln. Etliche Syrer machen sich von hier aus auf den Weg über das Mittelmeer. Für die mit Abstand meisten allerdings bleibt es beim Hin- und Herdrehen der Westen, beim Tuscheln.
In der Türkei stecken Flüchtlinge in einer Art Limbus fest, in einer Sphäre zwischen der Hölle des syrischen Bürgerkriegs und der Verheißung Europa. Sie können nicht zurück in ihre Heimat, weil sie dort vom IS massakriert oder von Fassbomben des Regimes zerfetzt werden. Und sie können nicht nach Europa. Geld für die Überfahrt haben nur die Privilegierten unter den Flüchtlingen. Die übrigen darben in der Türkei vor sich hin - ausgegrenzt, illegal und ohne Aussicht auf Besserung. In Istanbul zeigt sich ihr Leid besonders deutlich.Die völlige Aufgabe der Selbstständigkeit
Vor einer Metrostation, ein paar Hundert Meter von den Geschäften mit Schwimmwesten entfernt, sitzt Ali Ibrahim. Der 23-Jährige aus Aleppo lebt schon seit drei Jahren in der Türkei. "Die ersten Tage waren ein Alptraum", sagt er. Ibrahim schlief in Parks, aß, was er finden konnte, und fror. In eines der Flüchtlingslager ist er trotzdem nicht gegangen. Und dafür hat er, wie so viele andere Flüchtlinge, gute Gründe.
Ohne Skepsis verhungert die Demokratie.
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