Liebe Gäste,
an Leonhardi kam es zu einer unschönen Situation vor der Tür, auf die wir gerne nochmals eingehen würden.
Am späten Abend haben zwei junge Männer, beide langjährige Gäste, mitbekommen wie unser Türsteher eine Gruppe Asylanten an der Tür abgewiesen hat. Daraus ist eine hitzige Diskussion entstanden, in der wir, unsere Mitarbeiter und Freunde, als Nazi-Schweine und Nazi-Schlampen betitelt wurden. Die ganze Situation schaukelte sich so auf, dass wir unseren Security Mitarbeiter kurzzeitig von der Türe abziehen mussten, um eine Eskalation zu vermeiden.
Warum die Gruppe von Flüchtlingen an diesem Tag nicht mehr rein gelassen werden sollte, hier unser Dilemma:
Für uns war es nie ein Thema welcher Religion, Herkunft, Hautfarbe, sexuelle Neigungen oder sozialer Status unsere Gäste haben. Jeder kommt rein, solange er sich an ein paar einfache soziale Umgangsformen hält, die wir als selbstverständlich voraussetzten.
Auch als Anfang des Jahres die ersten Flüchtlinge in den Jodquellenhof einzogen änderte sich nichts an unserem Konzept! Einheimische und Flüchtlige haben Seite an Seite bei uns gefeiert.
Jedoch haben sich seit der Belegung der Turnhalle mit 150 jungen Männern aus den Kriegsgebieten die Beschwerden von jungen Frauen bei uns massiv gehäuft.
Dabei ging es meistens darum, dass die Asylbewerber sie bedrängen, den Mädels auf die Toiletten folgen oder vor der Klotüre auf sie warten. Auch Beschimpfungen als Nutte sind uns schon zu Ohren gekommen. Einer unserer Mitarbeiterinnen wurden 20€ für eine Nacht (ficki, ficki) geboten.
Dabei ist erkennbar, dass sich die Beschwerden über solche Annäherungsversuche häufen, je mehr Asylanten gleichzeitig im Club sind.
Am 25.10. hatten wir das Motto ''Mädelsabend''. Es gab gratis Cocktails für weibliche Gäste, frisches Obst und Schokofondue. An diesem Abend bekam auch jeder, der über 18 war, Einlass, ohne Einschränkungen. Gegen halb drei / drei, eigentlich immer die beste und ausgelassenste Stunde bei uns, hatten wir nur noch 4 oder 5 Mädels im Club, ungefähr 15 Männer und die doppelte Anzahl an Flüchtlingen. Die Stimmung war eher angespannt.
Wir schließen daraus das, dass Wohlbefinden im Club in Zusammenhang steht mit der Anzahl der Asylbewerber die wir rein lassen.
Was können wir tun?
Ignorieren wir die Beschwerden unserer weiblichen Gäste, müssen wir damit rechnen, dass viele Stammgäste über kurz oder lang ausbleiben und wir mit Umsatzeinbußen zu rechnen haben. Wir haben monatliche Kosten in Höhe eines fünfstelligen Betrags. Wie lange wir das finanziell verkraften wissen wir nicht.
Die zweite Möglichkeit die wir sehen:
Wir lassen keine oder nur eine begrenzte Anzahl von Flüchtlinge in den Club. Dadurch könnten sich die Mädels wieder wohler fühlen und auch der Umsatz könnte sich stabilisieren. Jedoch stellt uns das als Betreiber in ein Licht, in dem wir nie gestanden sind und auch nicht stehen wollen (Nazischweine).
Uns ist bewusst, dass die unzähligen Flüchtlinge, die jeden Tag Deutschland erreichen aus der Hölle kommen und ihr Leben riskieren, um hier einfach nur in Frieden zu leben.
Dennoch stellt uns die Masse dieser hilfesuchenden Menschen die in unseren Club wollen vor Probleme, mit denen wir vor ein paar Monaten noch nicht gerechnet hatten!
Wir stehen momentan mit dem Rücken zur Wand.
Was würdet Ihr tun?