Sawtschuk: Putins "Internet-Trolle" ohne GrenzenLudmilla Sawtschuk aus Sankt Petersburg hat sich unter die so genannten Internet-Trolle gemischt, um deren bezahlte Stimmungsmache im Netz offenzulegen. Seither habe sie Angst um ihr Leben, sagt sie im DW-Interview.
Über eine Zeitungsanzeige kam Ludmila Sawtschuk zu einer Firma, die sie dafür bezahlte, vorgegebene Meinungen im Netz zu verbreiten. Sawtschuk bekam nie einen Arbeitsvertrag und wurde zwei Monate nicht entlohnt. Das nahm die Journalistin zum Anlass, gegen die Firma, die offiziell nie existiert hat, zu klagen. Sie bekam recht. Und so erfuhr die Welt von der Existenz einer so genannten Troll-Fabrik in Russland.
DW: Sie haben zwei Monate bei einer Firma gearbeitet, die offiziell "Agentur Internet-Forschungen" heißt, inoffiziell aber auch "Troll-Fabrik" genannt wird. Was haben Sie dort erlebt?
Sawtschuk: Ich weiß nicht, wer den Begriff "Troll-Fabrik" erfunden hat, aber es ist tatsächlich eine Fabrik, die Inhalte produziert. Es sitzen dort eine Menge Leute, die am laufenden Band im atemberaubenden Tempo Kommentare, Posts, Bilder und Videos produzieren. Sie pflegen ihre Gruppen in den sozialen Netzwerken, sie bloggen, sie chatten. Das ist eine gigantische Arbeit! Sie sitzen in der Sawuschkina-Straße in Sankt Petersburg, in einem riesigen vierstöckigen Büro-Gebäude. Alle Büros sind voll, es gibt keinen einzigen leeren Raum.
.....