Dieser Klartext birgt Sprengstoff!
Jorgos Chatzimarkakis (FDP) ist DER Griechenlandkenner in Deutschland, hat seit Ausbruch der Krise den Deutschen immer wieder seine zweite Heimat erklärt und das Land gegen Kritik verteidigt. Aber weil die Krise nicht aufhört, weil alles immer nur schlimmer wird, rechnet Chatzimarkakis jetzt wie kein anderer mit dem System Griechenland ab.
Im Interview mit BILD.de fordert er sogar eine Umbenennung des Landes. Griechenland soll nicht mehr Griechenland heißen!
Der Politiker warnt wegen der Verarmung des Landes vor „Weimarer Verhältnissen“, spricht sogar von einem „Krieg um Nahrung".
BILD.de: Herr Chatzimarkakis, warum schafft es Griechenland nicht aus der Krise?
Jorgos Chatzimarkakis: „Das politische System in Griechenland ist und bleibt geprägt von Vetternwirtschaft. Die Klientelpolitik ist noch viel tiefer im täglichen Leben verwurzelt als bisher gedacht. Die Politiker vermitteln auch weiterhin Jobs im Staatsdienst oder andere kleine Gefälligkeiten gegen Wählerstimmen. Das jetzige System muss komplett zerfallen und gegen ein neues ersetzt werden. Die jetzigen EU-Gelder gehen allein in die Schuldentilgung, aber die Probleme werden nicht angepackt. Griechenland braucht hingegen Wirtschaftswachstum, nur dann kann es für die Schulden aufkommen."
BILD.de: Wie soll es einen glaubwürdigen Neuanfang in dem Land geben?
Chatzimarkakis: „Der Name Griechenland steht bei vielen in Europa für ein kaputtes politisches System, Vetternwirtschaft. Im Zuge eines ehrlichen Neuanfangs sollte die griechische Verfassung neu geschrieben und das Land in allen Sprachen konsequent „Hellas" genannt werden. Das Land braucht ein neues Image."
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