Gabriel rüffelt Bundesbank für Sarrazin-Deal
12.09.2010
Thilo Sarrazin dankt ab - und bekommt dafür nach SPIEGEL-Informationen eine fette Pension. Sigmar Gabriel kritisiert die Zusage scharf: Die Bundesbank habe einen Deal gemacht, um ihren umstrittenen Vorstand loszuwerden. Sarrazin verteidige Theorien, die Deutschland "nach Auschwitz" geführt hätten.
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"Niemand soll glauben, es ginge nur um Aische und Ali"
Gabriel dagegen beharrt auf dem Parteiausschluss - und begründet seine Meinung in der "Bild am Sonntag" mit Argumenten, die er auch schon am Donnerstag in der TV-Talkshow Maybrit Illner vorgetragen hatte.
Freiheit, Demokratie und Aufklärung müsse man verteidigen, sagte Gabriel. Sarrazin aber verteidige Theorien einer staatlich gelenkten Vererbungspolitik, deren "Perversion" in Deutschland "nach Auschwitz" geführt habe.
Laut dieser Theorie solle der Staat unterscheiden, wessen Leben gefördert wird und wessen nicht. Die katastrophalen Folgen dieser Politik erwähne Sarrazin in seinem Buch mit keinem Wort.
"Wir können es nicht zulassen, dass die staatlichen Eingriffe und Steuerungen in die Vererbung bestimmten Schichten wieder hof- und salonfähig gemacht werden, weil sich schlimmere Leute als Sarrazin daran bedienen werden."
Im "Wahn, wir stünden kurz vor der völligen Überfremdung", liefere Sarrazin einen Ausweg:, sagte Gabriel.
"Schützt die vermeintlich besseren Gene der Deutschen gegen die Gene der Ausländer." Nach Überzeugung des SPD-Chefs zielen Sarrazins Gen-Thesen nicht nur auf Ausländer: "Niemand soll glauben, es ginge dabei nur um Aische und Ali", sagte Gabriel. "Wenn sie zur falschen Schicht gehören, dann geht es auch um Cornelia und Kevin.
Sarrazin versteigt sich ja sogar dazu, die Menschen in der Uckermark schlechter zu bewerten als die in Schwaben."
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