Die Erholung des Arbeitsmarktes und die verbesserten Einkommensmöglichkeiten führen zu einer „Normalisierung“ der Lebensverhältnisse weiter Kreise der Bevölkerung, eben auch der Arbeiterschaft. Diese Entwicklung wird vielfach umso positiver eingeschätzt, als sie auf die tiefe Depression der Weltwirtschaftskrise folgt.
Hinzu kommen Verbesserungen der sozialen Situation, die zwar den bevölkerungs- und rüstungspolitischen Zielen des Regimes folgen, die aber für die Betroffenen doch oftmals als Ausdruck des „sozialen Wollens“ der neuen Machthaber interpretiert werden: Zu denken ist an die finanzielle Förderung der Familien durch Ehestandsdarlehen und Kindergeld. Hierher gehört auch die zunehmende Ausbreitung des Anspruchs auf einen mehrtägigen Jahresurlaub auch für Arbeiter und Arbeiterinnen. Hinzu kommen die vor allem von Kraft durch Freude (KdF) ergriffenen Maßnahmen, mit denen auch Arbeiterinnen und Arbeitern neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung erschlossen werden – bis hin zur (organisierten) Urlaubsreise. Außerdem werden das Arbeitsumfeld und die Wohnsituation verbessert.
Doch all diese Maßnahmen ändern nur wenig daran, dass die Charakteristika des Arbeiterlebens erhalten bleiben: -
Daran ändern weder die Maßnahmen der betrieblichen Sozialpolitik noch der Ausbau des öffentlichen Wohnungs- und Siedlungsbaus noch die langsame Verbesserung der Einkommenssituation etwas.