



Ich habe so die Vermutung, dass Mechanisierung bei einem Teil der Felder nicht einmal sehr sinnvoll wäre. Bei denen dürften viele Felder "steinreich" sein und der Reichtum dürfte auch nachwachsen. Das sind dann so Schläge, die wir vielleicht noch beweiden würden.
Ansonsten haben sie in Nordkorea ein eigenes Traktorenwerk, in dem sie bis heute kleinere Traktoren bis maximal 80 PS bauen.
"Wenn es um die ganz großen Verbrecher geht, gibt es für die Polizei nur eine Aufgabe: Ihnen Schutz zu gewähren!"
Kriminalkommissar Jensen
Kleine unverbindliche Empfehlung für alle, die Nordkorea immer noch für eine lebenswerte Alternative halten:
Nehmt euch doch die Zeit und schaut in den Mediatheken von Arte oder anderen ÖR-Sendern einige der sehr guten Dokus und Reiseberichte von Journalisten in Nordkorea an.
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Aber du wirst mir doch sicher hinsichtlich des ersten Bildes zustimmen, dass ein kleiner Traktor die paar Säcke (vermutlich Reis) sicher deutlich schneller ins Depot bringen würde und dann am selben Tag noch für eine zweite Fuhre bereit stünde, anstatt mit diesem einzelnen Ochsen?
Sogar die Chinesen waren schon vor 40 Jahren diesbezüglich besser aufgestellt:
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Mag schon sein, allerdings bin ich in der Frage etwas vorbelastet. Ich habe mich z.B. etwas intensiver mit der Landwirtschaftsgeschichte in der BRD in den 50ern und 60ern beschäftigt. Da hattest du das Dilemma teilweise auch: Die Betriebe und damit deren Flächen waren oft viel zu klein, als dass sich die Anschaffung eines die meiste Zeit herumstehenden Traktors lohnte. Das mündete freilich später im massiven Höfesterben und Konzentrierung der Flächen auf weniger Bauern und/ oder Agrargenossenschaften. In einem Umfeld wie dem nordkoreanischen passiert das freilich nicht.
Aber auch wenn ich in der Frage ein gewisses Verständnis dafür habe, sehe ich in anderen Bereichen sichtliche Fehlentwicklungen. Allein schon eine Wehrpflicht von sage und schreibe 11 Jahren für Männer ist unverantwortlich für ein so armes Land.
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Kriminalkommissar Jensen
Für einen einzelnen Hof war die Anschaffung eines Traktors in der damaligen BRD seinerzeit sicher eine selten amortisierende Kapitalanlage, und so mancher Landwirt wird davor zurückgeschreckt sein.
Aber im kollektivistischen Nordkorea mit einer Art von Kolchosenwirtschaft wäre doch ein kleiner Traktor meistens voll ausgelastet und seine Anschaffung wert.
Daher sehe ich das Foto mit dem einen Karren ziehenden Ochsen als eine symbolhaftes Szene für die vernachlässigte Landwirtschaft in Nordkorea.
Vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung daneben, aber ich kann mich trotzdem nicht des Eindrucks erwehren, dass in Nordkorea vieles völlig falsch läuft - was ja auch deine Anmerkung mit dem Irrsinn der 11 Jahre Wehrpflicht nur noch bekräftigt.
Geändert von Chronos (05.09.2023 um 22:33 Uhr)




Wie gesagt, es liegt mir fern, Nordkorea in irgendeiner Weise schönreden zu wollen. Das ist kein schönes Land zum Leben und ich würde da nicht einmal tot über den Gartenzaun hängen wollen. Nur führen bestimmte Verhältnisse auch schon einmal zu seltsamen Lösungen. Nur mal als Beispiel: Die DDR war zwar mit der Zahl an PKW auf die Bevölkerung gerechnet nie auf bundesdeutschem Stand, konnte aber trotzdem als hochgradig motorisiert gelten. Der Staat wünschte lange Zeit nicht, dass Landmaschinen sich in privaten Händen wiederfanden. Nun gab es trotzdem Massen an Traktoren, die entweder nach ihrer Aussonderung aus den LPG/ VEG auf nicht ganz legalen Wegen bei den Leuten landeten oder als Abfallprodukt der Massenmotorisierung im Eigenbau entstanden (und teilweise sogar im vereinfachten Verfahren eine amtliche Betriebserlaubnis erhielten). Und trotzdem hatten wir einen Mann im Dorf, der nahezu täglich mit seinem Ochsenwagen durch die Gegend fuhr. Am Geld kann es bei dem nicht gelegen haben, denn nach seinem Tod fand man bei der Hausberäumung in einen Sessel eingenäht ein kleines Vermögen in Bargeld.
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