Panorama
Montag, 17. Mai 2021
Thesenpapier bezweifelt Zahlen Situation der Intensivstationen aufgebauscht?
Von Klaus Wedekind
Ein Thesenpapier, das daran zweifelt, die deutschen Intensivstationen hätten jemals an ihre Kapazitätsgrenzen kommen können, verursacht großen Wirbel. Der leitende Autor deutet in einem Interview gar manipulierte Zahlen an. Die Intensivmediziner wehren sich gegen die "irreführenden" Vorwürfe.
Waren die deutschen Intensivstationen zu keinem Zeitpunkt in Gefahr, überlastet zu werden? Das behaupten jedenfalls einige Autoren um den Mediziner Matthias Schrappe, der früher Vize-Chef des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen war, in einem Thesenpapier. In einem Interview mit der "Welt" sagt er unter anderem, die Krankenhäuser hätten von der Bundesregierung zwar offenbar eine halbe Milliarde Euro Fördergelder für die Schaffung neuer Intensivkapazitäten bekommen, die Betten "scheinen aber nicht existent zu sein"….
Überversorgung statt knapper Kapazitäten?
Sie unterstellen Intensivmedizinern nicht nur, Angst zu schüren, um unter anderem eine Begründung für die "Bundesnotbremse" zu liefern. Sie schreiben auch, in Deutschland bestehe eher die Gefahr einer Überversorgung mit Intensivbetten. Allein die für knapp 530 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellten rund 11.000 Intensivbetten seien mehr, als Frankreich insgesamt zur Verfügung stünden, schreiben sie. In keinem anderen Land würden im Vergleich zur Melderate so viele Infizierte intensiv behandelt und in keinem Land würden so viele hospitalisierte Infizierte intensivmedizinisch betreut…
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