
Zitat von
Flaschengeist
Frag Dich besser woher Du weißt, dass die Menschen im Iran hungern. Der Iran leidet sicher unter Sanktionen, aber das das Volk hungert wäre mir neu. Das Land ist relativ wohlhabend und autark und alles andere als ein Shithole. Ich gehe davon aus, dass der Wohlstand der einfachen Bevölkerung größer ist, als der in einigen europäischen Staaten wie z.B. Ukraine
Anbei ein paar allgemeine Infos zum Iran:
Alltag, Essen, Trinken
Trotz seines schlechten Rufs bietet Teheran im Vergleich zu anderen Städten des Nahen Ostens einen relativ hohen Freizeitwert. Dies betrifft prinzipiell Erwachsene wie Kinder. Die Stadt hat eine große Zahl an Parks, von denen einige zudem über öffentliche Sporteinrichtungen, Aquarien, Spielplätze, öffentliche Schwimmbäder sowie bisweilen kleinere Tiergehege verfügen. Darüber hinaus gibt es in Teheran einen großen Zoo sowie Kinos. Großer Beliebtheit erfreut sich unter Iranern der Fußball. Dies gilt prinzipiell für Männer wie für Frauen, letzteren ist der Zugang zu Fußballstadien aus Gründen der öffentlichen Moral allerdings untersagt. In Teheran sind mehrere Vereine der ersten iranischen Liga beheimatet, allen voran Esteghlal und Rekordmeister Persepolis, deren Heimspiele im Azadi-Stadion (offiziell max. 84 000 Zuschauer, oft aber deutlich mehr) in aller Regel gut besucht sind und auch für Ausländer (und hier auch ein für Frauen erlaubtes) Erlebnis darstellen. Die elektronische Unterhaltungsindustrie ist unter Teherans Jugend ebenfalls sehr beliebt. Computerspiele, meist illegale Kopien auch der aktuellsten amerikanischen Spiele, werden in zahllosen Läden sowie an nahezu jeder Straßenecke verkauft. Zudem wurde 2011 in Teheran die erste iranische Computerspielmesse veranstaltet.
Die Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs bereitet in Teheran keinerlei Schwierigkeiten. Neben einer Vielzahl kleiner Läden mit einem breiten Sortiment gibt es mehrere Basare, auf denen etwa frisches Obst, Gemüse und weitere Lebensmittel zu sehr niedrigen Preisen gekauft werden können. Außerdem eröffnen in Teheran immer mehr große Einkaufszentren nach westlichem Vorbild. Anders als auf dem Basar wird in den Läden und Supermärkten nicht gehandelt, auch wenn die Waren nicht immer ausgezeichnet sind. Verboten ist der Verkauf von Alkohol und Schweinefleisch.
Restaurants sind, mit Ausnahme einiger weniger, ziemlich günstig. Seit einigen Jahren erfreuen sich Fast-Food-Ketten, die stark an ihre amerikanischen Vorbilder erinnern, sehr großer Beliebtheit.
Die Trinkwasserqualität ist in den meisten Regionen Irans relativ gut, es wird von Iranern oft aus der Leitung getrunken. Allerdings sind diese daran gewöhnt, für Touristen ist es nicht zu empfehlen. Hier ist Mineralwasser in Plastikflaschen vorzuziehen. Die meisten Speisen können hingegen problemlos gegessen werden, gerade in stark von Einheimischen frequentierten Restaurants ist die Hygiene sehr gut. Eine Ausnahme für empfindliche Mägen bildet frischer Salat, der mit Leitungswasser gewaschen wurde.
Die medizinische Versorgung ist in Teheran und anderen großen Städten ausreichend bis gut. Die Ärztedichte ist relativ hoch, in den zahlreichen Apotheken [Persisch: daru-khane] sind die meisten auch in Europa gebräuchlichen Medikamente zu kaufen und nicht sehr teuer.
Sicherheit
Trotz, oder gerade wegen, seines schlechten Rufs ist Iran weiterhin ein sehr sicheres Reiseland. Anders als in vielen anderen Ländern des Nahen Ostens hat der Staat hier ein noch weitgehend unwidersprochenes Gewaltmonopol. Dies kommt Ausländern sehr zugute, da die offizielle iranische Politik Touristen willkommen heißt.
Reisen ist ohne größere Bedenken möglich. Eine Ausnahme bilden die Grenzregion zum Irak und vor allem die Grenzgebiete zu Afghanistan und Pakistan. Dort verlaufen die Routen der Drogenschmuggler, zudem gibt es in der Provinz Balutschistan einige sunnitische Widerstandsgruppen. Immer wieder kommt es hier zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Schmugglern, Aufständischen und den Sicherheitskräften der Islamischen Republik. Deshalb warnt auch das Auswärtige Amt vor Reisen in diese Region.
Diebstähle kommen natürlich vor, sie treffen aber Ausländer und Iraner gleichermaßen. Eine gezielte Kriminalität gegen Ausländer gibt es nicht – wohl nicht zuletzt deshalb, da sie sich aufgrund der niedrigen Besucherzahlen nicht lohnt. Gelegentlich geben sich Diebe, vor allem an touristisch stärker frequentierten Orten, als Polizisten aus. Da echte Polizisten immer grüne Uniformen tragen und Touristen in aller Regel nicht kontrollieren, sind diese Betrüger leicht zu erkennen. Im Zweifelsfall sollte man anbieten, die Sache auf dem nächsten Polizeirevier zu klären, was der Betrüger schnell ablehnen wird.
Für Frauen ist es möglich, auch alleine zu reisen. Hierbei kommen ihnen die strengen Moralvorstellungen der Islamischen Republik zugute. Da es sowohl durch die Tradition als auch durch das Gesetz geächtet ist, sich fremden Frauen in der Öffentlichkeit zu nähern, tun iranische Männer dies in aller Regel auch nicht.
Iraner sind generell sehr gastfreundlich und zudem darum bemüht, den Ruf ihres Landes aufzubessern. Gibt es ein Problem oder eine Unsicherheit, werden sich in kürzester Zeit viele Menschen finden, die gerne bereit sind zu helfen.
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Lebenswerwartung
Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei Männern etwa 74 Jahre, bei Frauen etwa 78. Die Alphabetenquote beträgt etwa 87 % (bei Frauen etwas niedriger, Stand 2015), es besteht allerdings immer noch ein großer Unterschied im Bildungsniveau und Lebensstandard zwischen Stadt und Land.
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Frauen, Ehe, Schwule, Sex
Auch wenn die Stellung der Frau in Iran, entgegen aller Vorurteile gegenüber der Islamischen Republik, in der Praxis sehr viel besser ist als in vielen anderen Ländern der Region, sind Frauen jedoch auch hier alles andere als gleichberechtigt. Ein Bereich, in dem die mangelnde Gleichstellung zuletzt internationales Aufsehen erregt hat, ist der Fußball. Grundsätzlich ist Frauen aus Gründen der allgemeinen Moral der Zutritt zu Fußballstadien verboten, nach der Selbstverbrennung einer jungen Frau hat der iranische Fußballverband dieses Verbot jedoch gelockert, wenn zunächst auch lediglich für Länderspiele.
In Iran ist es heute möglich, sich einer Geschlechtsumwandlung zu unterziehen und das neue Geschlecht legal registrieren zu lassen. Die Kosten hierfür werden sogar teilweise staatlicherseits übernommen. Dies liegt jedoch weniger in der Toleranz der Islamischen Republik begründet als in der dort vorherrschenden binären Vorstellung der Geschlechter bei der Schöpfung des Menschen durch Gott.
Geschlechtsverkehr ist nur in der Ehe erlaubt und die Ehe wiederum ist ausschließlich heterosexuellen Paaren vorbehalten. Damit ist gleichgeschlechtlicher Geschlechtsverkehr sowie sexualverkehrsähnliche Akte ebenso wie jede andere Form außerehelichen Geschlechtsverkehrs in der Islamischen Republik verboten und kann im äußersten Falle selbst mit dem Tode bestraft werden.
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