Das sehe ich auch so. Mir tut es leid, daß selbst hier im Forum nur eine Minderheit überhaupt dem Iran seine Eigenständigkeit gönnt. Die Mehrheit setzt auf Befreiung und Demokratisierung, ohne das man sich klarmacht, wie arrogant das gegenüber einem 70-Mio. Volk wirken muß. Zumal mal selbst ja befreit wurde und bis zum heutigen Tage besetzt geblieben ist.
Eigentlich ticken Völker nicht so, daß sie anderen Völkern, die weit weg wohnen, die selbe Erniedrigung wünschen, wie man sie selbst durchlebt hat.
Der Schlüssel liegt womöglich darin, daß die Selbstachtung, altertümlich Ehre genannt, und das Wissen um Zusammenhänge, dermaßen wirr und kaputt sind, daß man sich zum Iran so mißgünstig äußert. Andere argumentieren, daß dies ein Terror- und Verbecherstaat sei, der nun endlich "Raison" erfahren müsse.
Tja, wer selbst im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
In Summe ist die Haltung vieler sehr enttäuschend und ernüchternd. Denn objektiv betrachtet gibt es für keinen Deutschen einen Grund, einem anderen Staat einen US-amerikanischen Angriffskrieg zu wünschen. Denn Demokraten führen diesen Krieg nie ausschließlich gegen das feindliche Militär, sondern immer auch als Bestrafung gegen die Zivilbevölkerung (Deutsche, Palästinenser, Koreaner, Vietnamesen, Iraker, Serben, Afghanen etc. können ein Lied davon singen).
