Etwas Ähnliches wie in der Ukraine und in Weißrussland kann man ja auch im früheren Jugoslawien beobachen.
Da entstehen vor unseren Augen aus der einstigen serbokroatischen Sprache eigenständige Sprachen (Serbisch, Kroatisch, Bosnisch),
gefördert durch
1) unterschiedliche Religionen,
2) unterschiedliche Schriften,
3) Staatsbildungen, und vor allem
4) den Willen der dortigen Staatenlenker, sich von den Nachbarn abzugrenzen (damit bloß keiner die Existenzberechtigung dieser Staaten bezweifelt!)
Auch in Skandinavien würde man wohl Dänisch, Schwedisch und Norwegisch als Dialekte einer gemeinsamen Sprache ansehen,
wenn es nicht die drei Staaten mit ihren Nationalsprachen geben würde.
Man sieht das dort allerdings schon seit langem viel lockerer als im ehemaligen Jugoslawien,
was das gegenseitige Verstehen natürlich ungemein fördert!
In Deutschland läuft es genau anders herum:
Die ehemals durch unterschiedliche (teilweise praktisch unverständliche) Dialekte getrennten Regionen
wachsen sprachlich zusammen, da
1) durch die Reichsgründung und eine gemeinsame Hochsprache,
2) den Zweiten Weltkrieg und die dadurch ausgelöste Durchmischung,
3) moderne gemeinsame Massenmedien, und
4) eine weit höhere Mobilität und viel mehr interregionale Kommunikation als früher
die städtische Jugend heute weitgehend (ein mehr oder weniger gutes ;-) Hochdeutsch spricht,
nur noch mundartlich leicht gefärbt. Gewisse Regionen mal ausgenommen ;-)
Soziolekte (schichtenabhängig) spielen da mittlerweile wohl schon eine größere Rolle.










