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Thema: Indoeuropäische Ursprache und die Gemeinsamkeiten der Folgesprachen

  1. #31
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    Standard AW: Indoeuropäische Ursprache und die Gemeinsamkeiten der Folgesprachen

    *nbh- ‚STOß-: hoch > spreng-, sprüh-‘ wie in dt. Nebel und iran.-griech. Naphta (altind. nabhate ‚birst, zerspringt, fliegt in die Luft‘); dt. Nabel, lat. umbo ‚Buckelschild‘ (mit kleiner Erhöhung in der Mitte) und Ambo; vgl. *nm-, SNAP! Und tibet. nub ‚*stipp-: sink-, eintauch-‘, semit. *nb- ‚stoß-‘
    *nd- wie in altind. nadati ‚dröhnt‘
    Semit. *nd- ‚stoß-, vorschieß-, geb-‘ wie in hebr. Kâl Nidrêy ‚alle Gelübde‘, arab. nadâ ‚stoß-, stink-: Duft, Geruch, Parfüm‘; vgl. semit. √nḍ- ‚glanz-‘
    *ngṷ- wie in dt. Nacht und lat. nox ‚Nacht‘
    Semit. *nḥ- ‚spitz, schneid-‘ wie in naḥlah ‚Biene‘
    *nh2- ‚schwimm-‘ wie in lat. nare, natare ‚schwimmen‘ und griech. νέω ‚schwimme‘
    Jap. ni- ‚dreh-, rund-‘ vgl. mi- ‚rund‘
    *ni̭- ‚stech-; stoß-, werf-, Gewalt‘ erschließbar aus den Erweiterungen *ni̭-gṷ- ‚tunke, stippe‘ wie in griech. νίζω ‚bade‘,*ni̭-h- wie in altind. nayati ‚führt, lenkt‘ und *ni̭-k- wie in Neckar ‚treibender, wilder Fluss‘ und griech. Nike ‚Niedermachen, Zubodenwerfen: Siegen, Sieg‘; vgl. *nṷ- (also ursprünglich *nü-?)
    Univers. *nk- ‚pick-, klopf-, spitz‘ wie in vietnames. nhức ‚stechend‘, kambodschan. kam-nak ‚Tropfen‘, jidd. Macke ‚Schlag‘ (hebr. makkâh < *mankâh von der Wurzel n-k-h)
    *nḱ- ‚stech-, schneid-‘ wie in lat. nocere und nex, griech. Nektar ‚tod-über(windend)‘ (+ *tr- ‚trans, darüber hinaus‘); vgl. finn. nähdä ‚spitzen, kucken, schauen‘ und georg. naḫva ‚sehen, hineinspitzen‘
    *nm- ‚(zu-)wend-, dreh-; beug-‘ wie in dt. nehmen ‚sich zuwenden (bzw. sich geben) lassen‘, griech. νέμω ‚teile ein, teile zu‘ (anomal ‚unregelmäßig‘ von νόμοϛ ‚Regel, Gesetz‘ als „Festgesetztes, Erteiltes, Ukáz = Hinweis, Weisung“) und altind. namas- ‚Verehrung, Verbeugung‘, kelt. Nancy (Nant-iacum) ‚Tal-heim‘; vgl. *nbh-
    Semit. *np- ‚fächer-, wedel-, lüft-‘ wie in arab. nafs und hebr. Mappe, mop ‚Fahne, Tuch, Wischlappen‘
    Semit. *nq- ‚pick-, bohr-‘ wie in arab. nuqrah ‚Höhlung‘ > nàcchera ‚Perlmutter; Kastagnette‘, nacre ‚Perlmutter‘, Niqâb ‚Gesichtsschleier mit Sehschlitz‘ und niqâs ‚Zerpickung, Kleinhacken = discussio, Auseinanderklamüsern‘; vgl. georg. √ng/q- ‚picchiare, schlagen‘ wie in nagrva ‚erschrecken, frappieren‘, da-nakvra ‚er-schrecken‘, naqva ‚schlagen, stoßen‘, √nḫ- ‚zerstampf-, kleinstoß-‘ wie in neḫvi ‚(zersetzter, pulverisierter) Mist‘, √nk- ‚spitz > klein, fein‘ wie in nikeli ‚Nase, Schnauze‘, da-nikvra ‚die Eischale auf-brechen/-picken‘, neki ‚kleiner Finger‘, ničvi, ničuri ‚Schnauze‘, niǧgo ‚Plattnase, Simon‘, necva ‚zerkrümeln, zermalmen‘,
    *nr- ‚zuck-, ruck-, stipp-, dip‘ wie in dt. schnarren ‚schnelle Vibrationen (hohe Töne) von sich geben‘, Erweiterung *nr-h- in litau. nérti ‚tauchen‘; vgl. *mr-
    *ns- ‚zurück-‘ wie in dt. genesen ‚zurück zu alter Form kommen‘, nähren ‚genesen lassen‘, griech. Nestor ‚Rückkehrer‘; vgl. semit. *ns/ṣ- ‚füg-, Ordnung, gerecht, aufrecht, richtig‘ wie in niṣf ‚gerechte Teilung: Hälfte‘, naṣîb ‚(festgesetztes, für jemanden bestimmtes) Los‘ und nisâʼ ‚Gattinnen, Frauen‘; vgl. *sn- ‚dreh-‘
    Semit. *ns- ‚weh-, atm-‘
    Georg. *ns- ‚niesel-‘ wie in nisli ‚Nebel‘
    Semit. √nt- ‚stoß-‘ wie in arab. nat’ah ‚Hügel‘
    Semit. √nṭ- ‚spring-; tropf-‘ wie in hebr. Matte ‚Ausbreitung‘ (vom Fallenlassen her)
    Georg. √nt‘- ‚zünd-, leucht-‘ wie in Natella, abgeleitet von natheli ‚Licht‘, v-a-nth-ab ‚(ich) zünd-e‘ (Zusammenhang mit armen. anthel ‚Glutkohle‘ und griech. Anthrax ‚Glutkohle, Karfunkel, Milzbrand‘?)
    *nṷ- ‚nick-, stoß-, (hinein-)steck-, zieh-, jede kurze, abrupte Bewegung‘ wie in griech. Neume ‚Nicken: Wink, Hinweis, Tip‘, lat. Numen, russ. Nevá, alteurop. Nièvre und griech. νόος/νοῦς ‚Geist, Sinn, Verstand‘ (*noṷo-s ‚seine Nase hineinstecken > nachspür-, schnupper-, forsch-‘), Erweiterungen *nṷ-bh- wie in dt. Schnupfen ‚Schleim einziehen‘, *nṷ-d- ‚nach vorne stoßen/bringen‘ wie in dt. nützen, litau. naudà ‚Nutzen‘ und altind. nudate ‚stößt‘, *nṷ-h- ‚Töne ausstoß-‘ wie in altind. navate ‚brüllt‘ und *nṷ-k- wie in poln. niuchać ‚schnüffeln‘; vgl. *ni̭- (also ursprünglich *nü-?)
    Timothy Snyder: „Putins Lieblingsautor Iwan Iljin beschreibt eine verworrene und zerbrochene Welt, die Russland mit Gewalt heilen müsse, und zwar mithilfe eines starken Führers, der die Demokratie zum reinen Ritual macht. Das Projekt heißt: Die Welt ist nicht sie selbst, solange sie nicht russische Werte lebt.“

  2. #32
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    Standard AW: Indoeuropäische Ursprache und die Gemeinsamkeiten der Folgesprachen

    Ein russischer Sprachwissenschaftler hatte sich des Themas angekommen und kam zu folgendem Ergebnis:

    Lexical Distance Among the Languages of Europe
    Russischer Sprachwissenschaftler K. Tyshchenko zum Einfluß der Griechischen Sprache



    his chart shows the lexical distance — that is, the degree of overall vocabulary divergence — among the major languages of Europe.

    The size of each circle represents the number of speakers for that language. Circles of the same color belong to the same language group. All the groups except for Finno-Ugric (in yellow) are in turn members of the Indo-European language family.

    English is a member of the Germanic group (blue) within the Indo-European family. But thanks to 1066, William of Normandy, and all that, about 75% of the modern English vocabulary comes from French and Latin (ie the Romance languages, in orange) rather than Germanic sources. As a result, English (a Germanic language) and French (a Romance language) are actually closer to each other in lexical terms than Romanian (a Romance language) and French.

    So why is English still considered a Germanic language? Two reasons. First, the most frequently used 80% of English words come from Germanic sources, not Latinate sources. Those famous Anglo-Saxon monosyllables live on! Second, the syntax of English, although much simplified from its Old English origins, remains recognizably Germanic. The Norman conquest added French vocabulary to the language, and through pidginization it arguably stripped out some Germanic grammar, but it did not ADD French grammar.

    The original research data for the chart comes from K. Tyshchenko (1999), Metatheory of Linguistics.
    (Published in Russian.)
    Quelle:
    elms.wordpress.com/2008/03/04/lexical-distance-among-languages-of-europe/
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    Antwort bei Anstand und nicht Duzen für: amendment, Minimalphilosoph, Zack1, Stanley_Beamish, Larry Plotter, Hitman, XARRION, SingSing, ABAS, Nathan, mabf, Le Bon, Würfelqualle, witcher, Flaschengeist.Ötzi, Götz, GSch, tosh, Empirist, Ruprecht, Pommes, Mäcki. Hay, Kotzfisch
    Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. (hellenische Mysterien, Dionysos, später als Plagiat im Christentum)

  3. #33
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    Standard AW: Indoeuropäische Ursprache und die Gemeinsamkeiten der Folgesprachen

    Univers. √palp- ‚flach-, (flach-)tret-, tapp-‘ wie in korean. balbda ‚treten‘, lat. palpare ‚tasten, streicheln, fühlen‘ und flappsig, flapp-flapp ‚schlag-‘, Weiterbildung von *pl- ‚flach‘ (mit der flachen Hand schlagen); vergl. talp- ‚tapp-, flach‘ (nordital. talpa > ungar. talp > rumän. talpa ‚Fußfläche‘; aus dem ungarischen talpas dt. Tolpatsch ‚Infanterist, Fußsoldat‘)
    Univers. √pamp- ‚dick‘ wie; vgl. assimiliertes √mamp-
    *pd- ‚tret-; trampel-; (hin)knall-‘ wie in dt. Fuß und poln. padać; vgl. frz. patte ‚Pfote‘, dt. patschen = lat. battuere ‚schlagen‘ und thailänd. phod ‚Hautausschlag‘, puad ‚(klopfender, pochender) Schmerz‘
    *ph2- ‚fest, halt-, zieh-, spann-‘ wie in griech. spastisch (σπάω ‚ziehe‘), σφήν ‚(zur Befestigung dienender) Keil‘ = dt. Span ‚Stückchen Holz‘, lat. pastor ‚Hirte, Viehhalter‘ (pavi ‚weidete‘), Erweiterungen *ph2-s- ‚halt- > behold, acht-, weid-‘ wie in alban. pashë ‚ich sah‘, *ph2-ĝ- wie in griech. πήγνυμι ‚festige‘, lat. pangere ‚befestigen‘, kompakt ‚fest‘, *ph2-i̭- ‚halt- > behold, acht-, im Auge behalt-, argwöhnisch beobacht-‘ wie in got. fijan ‚hassen‘ (woher dt. Feind ‚Hassender‘), *ph2-i̭-g- ‚drück-, würg-‘ wie in griech. Sphinx ‚Würgerin, Zuschnürerin‘, *ph2-ḱ- wie in dt. fangen ‚festnehmen‘ und fügen ‚ineinander befestigen‘ und *ph2-ṷ- wie in griech. Pause ‚Anhalten‘
    *ph3- ‚fall-, kipp- > gieß-, trink-‘ wie in poln. pić, lat. bibere ‚trinken‘ mit der Erweiterung *ph3-l-h- wie in dt. fallen
    Univers. √pamp- ‚Knubbel, dick, rund, weich‘ wie in russ. пуп ‚Nabel‘, norddt. pampig ‚breiig, klebrig, dick(flüssig), zäh > frech, sich nicht fügend‘ (Pampe ‚Brei), tamil. Pampelmuse und lat. pampinus ‚Weinlaub, Weinranke‘ (eigentlich zunächst die Knospen bezeichnend); wegen griech. πομφόλυξ ‚Luftblase‘ wurde über Assimilation aus pamph- fa(n)f-, woher portugies. fofo ‚weich‘ und frz. fafiot ‚Banknote, „Blüte“‘ (wegen des weichen, abgegriffenen Papiers)
    Univers. √pi/ump- ‚ pump-, drück-, stoß-, stech-, spitz, fein, klein‘ wie in georg. pimpili ‚Ohrläppchen‘ oder engl. pimp ‚aufmotzen, fein machen‘, suahel. -fumba ‚zudrück-, schließ-‘, fimbo ‚Stock‘, thailänd. phimph ‚druck-‘ (fast = dt. pumpen, was recht eigentlich ‚drücken‘ ist)
    Univers. √pink- ‚klein, fein, spitz, hell‘ wie in dt. pinkeln, Pinkepinke (nach dem hellen Klang der Münzen) und engl. pinky ‚kleiner Finger‘
    *pi̭- ‚PIEK-: stech-; stoß- > poindre, wachs-, zunehm-‘ erschließbar aus den Erweiterungen *pi̭-g- ‚stech-, stichel-; tätowier-‘ wie in lat. pingere ‚malen‘, piget ‚verdrießt, stimmt missmutig‘ (piger ‚faul‘), *pi̭-h2- ‚stoß- > poindre, wachsen, zunehmen; ausstoß-; stoß- > klopf-‘ wie in altind. payate ‚strotzt‘, dt. fett, poln. piewać ‚singen‘ und lat. pavire ‚klopfen, pflastern‘, *pi̭-ḱ- ‚stech- > ritz-‘ wie in poln. pisać ‚schreiben‘ und *pi̭-s- wie in poln. pchać ‚stoßen, drängen‘, ital. Pesto ‚Zerstampftes‘, griech. πτίσσω ‚zerstampfe, zerschrote‘ (woher frz. tisane ‚Kräutertee‘), Piëzometer ‚Druckmessgerät‘ (πιέζω ‚drücke‘) und lat. piscis ‚Fisch‘ („Wedler“, „der sich mit Stoßbewegungen seiner Flossen fortbewegt“); vgl. *bhi̭-
    *pkṷ- ‚koch-, brodel-‘ wie in lat. coquere, poln. piec ‚backen; braten‘ und griech. πέσσω ‚koche‘ sicherlich onomatopoetisch nach dem KLACKernden Geräusch der Blasen im kochenden Wasser (besser passt daher ursprüngliches *kṷkṷ-, das natürlich bald dissimiliert werden musste)
    *pḱ- ‚zuck-‘ wie in dt. fechten, spähen ‚kurz und verstohlen blicken‘ = lat. specere, lat. pectere ‚kämmen‘
    *pl- ‚ auseinander, spalt-, schlag- > flacker-, hin und her (> Austausch, Warentausch), dreh-, Schwung, Bewegung, Kraftanwendung, Druck; weit, schall-, stark, laut, voll‘ wie in poln. palić ‚brennen, lodern‘, griech. Monopol ‚Einzelverkaufsmacht‘ und dt. feilbieten ‚zum Verkauf anbieten‘, Erweiterungen *pl-d- ‚vervollkommn-‘ wie in poln. płód ‚(reife) Frucht‘, *pl-h- ‚hin und her, Echo, schall-, weithin, laut‘ wie in dt. Bei-spiel, engl. spell ‚Zauberspruch‘, griech. ἀπειλέω ‚spreche eine Drohung aus‘, altind. phalati ‚birst‘, poln. pleć ‚jäten‘, *pl-h1- ‚schwing-, hin und her; stark‘ wie in griech. poly- ‚viel, stark‘, πάλλω ‚schwinge‘, Polemik ‚Kampfkunst‘, dt. voll, lat. pollere ‚stark sein, in voller Kraft stehen‘, plus ‚mehr, stärker‘, *pl-h1-ḱ- ‚spalt-, schneid-‘ wie in altengl. flēan ‚schinden‘, *pl-h2- wie in lat. pellere ‚treiben‘, *pl-h2-dh- wie in griech. Plastik ‚Knetung, Formung‘ (πλάσσω ‚knete, forme, modelliere‘), *pl-h2-g- wie in lat. plangere ‚sich an die Brust schlagen, klagen‘, *pl-h2-k- wie in litau. plàkti ‚schlagen‘, wovon *pl-h2-t- ‚Fläche‘ wie in russ. плечó ‚Schulter‘, *pl-h3- ‚hin und her, beweg-, fließ-‘ wie in engl. flow ‚Fließen‘ und griech. πλώω ‚schwimme‘, *pl-h3-k- ‚schlag-‘ wie in lat. placere ‚gefallen‘ (bei jemandem voll einschlagen, Impact haben, jemanden frappieren), *pl-k/ḱ- ‚spalt-, schind-, abzieh-‘ wie in griech. πέλεκυϛ ‚Axt, Spaltgerät‘, dt. Fell, lat. pellis ‚Haut‘ und dt. (emp-)fehlen („einhüllen (in ein Fell oder eine Haut)“), *pl-ḱ- ‚hin und her‘ wie in lat. plectere = dt. flechten, *pl-n-d- ‚flacker-, leucht-, glänz-‘ wie in lat. splendidus, *pl-t- wie in dt. spalten, *pl-t-h2- ‚schneid-‘ wie in dt. platt und griech. πλατύϛ ‚flach‘ (gleichmäßig geschnitten), *pl-ṷ- ‚fließ-‘ wie in lat. pluit ‚es regnet‘ und poln. płynąć ‚schwimmen‘, *pl-ṷ-d- ‚schweb- (Wasser)‘ wie in dt. fließen und *pl-ṷ-k- ‚schweb- (Luft)‘ wie in dt. fliegen; vgl. finnugr. *pl- ‚spalt-, teil-‘ wie in finn. pala ‚Stück, Teil‘ und semit. √pl- ‚spalt-‘ und besonders idg. *pr-
    *pn- ‚Kraftanwendungen: halt-, drück-, ball-, straff, spann-, fest; drück- > treib-, stoß-; niederdrück- > tret-‘ wie in Pnyx ‚Versammlungshügel in Athen‘ (der Hügel als zusammengedrückte Ballung) und lat. penus ‚(Unter-)Halt: Futter, Nahrung, Proviant, Leben(smittel)‘ (Penaten ‚Hausgötter‘, penetrieren ‚ins Haus gehen, hineingehen‘ beide von pen- ‚Haus, Inneres‘ als „Lebensbereich“), Erweiterungen *pn-d- ‚halt-; treib-‘ wie in lat. pendere ‚hängen, sich in der Luft halten‘ (oder „in der Luft treiben lassen“), poln. pędzić ‚treiben‘, griech. σπένδω ‚libiere, gelobe‘ und spondere ‚geloben‘ (Versprechen/Gelübde halten), *pn-h1- wie in dt. spannen, spinnen und griech. πόνοϛ ‚Mühe, Arbeit, Anstrengung, Anspannung‘, *pn-kṷ- ‚(gespannte) Faust, 5‘ wie in griech. penta- und dt. Finger ‚„Fäustling“: Faust- bzw. Handglied‘, *pn-t- wie in dt. finden ‚auf etwas treten (stoßen)‘, lat. pons ‚Brücke, Steg‘ („Tritt“) und *pn-ṷ- ‚ausstoß- > atm-‘ wie in griech.-frz. pneu ‚pneumatischer (Druckluft-)Reifen‘ und Apnoe ‚Atemlosigkeit‘; vgl. *bhn- und semit. *b/pn- ‚fest gründ-, festleg-; bieg- (= herunterdrück-); *stark > *erst > Anfang, Spitze > spitz, knapp, fein‘ wie in arab. ibn/bin ‚Sohn‘ („Schöpfung, Gründung, criança ‚Kind‘ < creantia“), banânah ‚Finger(spitze)‘ und bayna ‚zwischen‘ („feine Ritze, kleiner Spalt, knapper Zwischenraum“)
    *pr- ‚prassel-, spritz-, zitter-, brr!; durchbrech-, durchschneid-, per, durch, hinüber, trans‘ wie in dt. fahren, altind. parṇa- ‚Flügel‘, griech. πείρω ‚durchdringe‘, lat. Paar („zwei Hälften eines durchgeschlagenen Ganzen“), poln. prać ‚Wäsche bleueln‘ („durchschlagen“), griech. Sperma ‚Ausgespritztes, Same‘, Erweiterungen *pr-d- ‚furz-‘ wie in engl. fart = alban. pjerdh ‚furze‘, griech. πέρδεται = altind. pardate ‚furzt‘, poln. pierdzieć ‚furzen‘, *pr-dh- ‚schnelle Bewegung, schieß-, renn-, lauf-‘ wie in got. spaúrds ‚Längenmaß, Meile‘, *pr-g- ‚prassel- > plapper-‘ wie in dt. sprechen, engl. speak, altnord. spraka ‚prasseln‘, *pr-ĝh- ‚schnelle Bewegung, schieß-, renn-, lauf-‘ wie in griech. σπέρχομαι ‚eile‘, *pr-h- ‚stoß-‚ wachs-, poindre‘ wie in griech. asparagus ‚(junger) Spargeltrieb‘ und lat. spernere ‚wegstoßen‘, *pr-h1- wie in russ. преть ‚zerfallen, faulen, modern, vergammeln, köcheln‘, *pr-h2- wie in griech. πέρνημι = πιπράσκω ‚verkaufe, mache eine Transaktion‘, *pr-h2-g- ‚stoß-, werf-, kipp-, schütt-; prassel-, bratzel-, brutzel-‘ wie in lat. spargere ‚streuen‘ und griech. σφαραγεῦντο ‚zischten im Feuer‘, *pr-h3- wie in lat. parare ‚bereite, führe durch‘ und parĕre ‚gebäre, setze hinüber ans Licht der Welt‘, *pr-i̭-h- ‚durchgängig, bequem‘ wie in dt. frei und altind. priya- ‚lieb‘, *pr-k- ‚hinüberrett-; durchmach-‘ wie in lat. parcere ‚schonen, ersparen‘ und dt. Furcht, *pr-ḱ- ‚hindurchzieh-‘ wie in dt. Furche, lat. porcus ‚(scharrendes und schlammdurchwühlendes) Schwein‘, dt. fragen ‚durchforschen‘, poln. proszę ‚bitte (frage, verlange)‘, *pr-n-d- wie in poln. prąd ‚(durchziehender) Strom‘, *pr-n-gh- ‚hinübersetz-‘ wie in dt. springen und russ. прыг ‚Sprung‘, *pr-p- ‚bei jemandem ankommen, bis zu jemandem durchdringen: jemandem auffallen‘ wie in griech. πρέπει ‚gehört sich, steht gut an, wird erwartet‘, *pr-s- ‚spritz-‘ wie in poln. prysznic ‚Dusche, Brause‘, dt. prasseln und poln. prochy ‚Totenasche‘, *pr-t- ‚durch, entscheid-‘ wie in altind. prt-, f. ‚Kampf‘ und got. fraÞjan ‚verstehen, geistig durchdringen‘ (Frödrich ‚klug-reich‘, Frutig ‚verständig‘), *pr-ṷ- ‚hinüberspring-‘ wie in dt. Frosch, russ. прыть ‚Schnelligkeit, Lauf‘, *pr-ṷ-s- ‚zitter-, brr!‘ wie in dt. frieren und lat. pruina ‚Raureif‘ und pr-ṷ-t-h2- ‚überlauf-‘ wie in engl. froth ‚Schaum‘; vgl. Turk-√br- ‚Spitze, Ende, ankomm-‘ wie in türk. parmak ‚Finger(spitze), Extremität‘ und varmak ‚ankommen, dasein, pervenire, hinkommen‘
    *pt- ‚flach, weit, breit; hinfall-, jähe Bewegung‘ erschließbar aus den Suffigierungen *pt-h1- wie in griech. πίπτω ‚falle‘, *pt-h2- wie in lat. patere ‚offenstehen‘, pandere ‚öffnen, ausbreiten‘ (expandieren) und petere ‚streben‘ und *pt-h2-k- wie in griech. πτώσσω ‚ducke mich‘ und lat. tacere ‚schweige‘ („mache mich klein“)
    Univers. √p/bt/d- ‚patsch-, schlag- > flach(gedrückt), eben‘ wie in Sanskr. pâtra- ‚Schale, Behälter‘, lat. battuere, frz. patte ‚patschende Pfote, Patschehändchen‘, kambodschan. pat ‚umwenden, umschlagen‘, pât ‚verlieren; verschwinden‘ („in den Wind schlagen“)
    *pṷ- ‚schlag-, stoß-; renn-‘ wie in lat. pavor ‚Angst, Weglaufen‘, Erweiterungen *pṷ-d- ‚push, antreib-‘ wie in griech. σπουδή ‚Eifer‘ und dt. sputen, engl. speed ‚Geschwindigkeit‘, *pṷ-g- ‚stech-‘ wie in lat. pungere ‚stechen‘ (Punkt ‚Nadelstich‘), *pṷ-h- ‚stoß- > Gase ausstoß-, stink-‘ wie in dt. faul ‚verwest‘ und *pṷ-t- ‚stoß- > wachs-‘ wie in litau. pùsti ‚schwellen‘; vgl. *bhṷ- und *pi̭-
    Timothy Snyder: „Putins Lieblingsautor Iwan Iljin beschreibt eine verworrene und zerbrochene Welt, die Russland mit Gewalt heilen müsse, und zwar mithilfe eines starken Führers, der die Demokratie zum reinen Ritual macht. Das Projekt heißt: Die Welt ist nicht sie selbst, solange sie nicht russische Werte lebt.“

  4. #34
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    Standard AW: Indoeuropäische Ursprache und die Gemeinsamkeiten der Folgesprachen

    Semit. *qb- ‚pack-, schnapp-, hack- > grab-‘ wie in maqâbir ‚Friedhöfe, Gräber‘
    *rbh- ‚reiß-, heftige Bewegungen, zappel-, tob-‘ wie in lat. rabies ‚Wut‘, engl. rave ‚toben, rasen, phantasieren‘ und pers. raftan ‚gehen, sich bewegen‘; vgl. *lp- und semit. √rp- ‚stoß-, schlag-, flatter-‘ (wie in Malfa aus arab. marfaʼ ‚Anlegestelle, Näherungsort, wo das Schiff an Land stößt‘ oder in Rapha-el ‚Gott heilt‘, wo ‚flicken, heilen‘ aus ‚stopfen (< stoßen)‘ entwickelt ist)
    *rd- ‚schab-, scharr-‘ wie in altind. radati ‚nagt‘ und lat. radere (*rasdere < *rd-s-)
    *rg- ‚scharr-, kratz-; spritz-, kleck(er)-‘ wie in dt. Rechen, griech. ῥέζω ‚färbe‘, altind. raṅga- ‚Farbe‘ und râga- ‚Farbe, Rot > Rotwerden, Erregung, Leidenschaft‘; vgl. *rĝ-, semit. √rg- ‚ruck-, zuck-, reiß-, hin und her, schnelle Bewegung‘ wie in arab. raǧul ‚Mann, Untergebener‘ („Infanterist, Fußgänger“ im Gegensatz zum berittenen Herren) und thailänd. râk ‚vomier-, erbrech-‘ („heftiges Auswerfen“); vgl. *lg-, *lĝ- und *rĝ-, *rgh-
    *rĝ- ‚tropf-‘ wie in dt. Regen, lat. rigare ‚bewässern‘, alban. rrjedh ‚fließt‘, vgl. *lk- ‚klack-‘ und *rg-
    *rgh- ‚Spritzer, Klecks > Spitze, Anfang‘ wie in griech. ἀρχή ‚Spitze, Beginn‘, poln. róg ‚Horn‘ und dt. regen ‚bewegen, anfangen‘; Variante von *rg-, dem als Archisem ebenfalls das Spitze, Feine (und daher Schnelle, Flinke) innewohnt
    *rh1- ‚ziel-, treff-, find-, recht-, zähl-, rechn-‘ wie in lat. reri ‚rechnen‘, ratio ‚Vernunft‘, res ‚Sache, Habe‘, altind. rayi- ‚Habe, Reichtum‘, ratnam ‚Perle, Juwel, Edelstein‘, Erweiterungen *rh1-dh- wie in dt. raten und *rh1-t- wie in russ. встрéтить ‚begegnen, treffen‘; Variante zu *rg- ‚klecker-‘ im Sinne des Aufschlagens auf eine Oberfläche
    *rh2- ‚vibrierende Schallwellen: schrei-, ruf-‘ wie in russ. рáять ‚lärmen‘; vgl. *lh2- semit. √r‘/ğ- ‚wackel-, zitter-, vibrier-, Bewegung, hin und her‘ wie in arab. ra‘îyah ‚(wuselnde, unruhige) Herde, Schar‘ und dt. Dragomann ‚Übersetzer‘, frz. truchement ‚Übersetzung‘ von semit. r-ğ-m ‚ruf-, sprech- > laut vortrag-, übersetz-‘ (der Übersetzer muss für die Menge lauter sprechen als der Übersetzte); vgl. *rk-
    *rk- ‚krächz-, schrei-‘ wie in poln. rzec ‚reden, sprechen‘ (woher poln. rok ‚Jahr‘ als „ausgesprochener Termin“) und raczyć ‚geruhen‘; vgl. *rh2-
    *rk- ‚scharr-‘ wie in poln. ręka und litau. rinkti ‚aufklauben, aufheben‘
    Semit. *rq- ‚ruck- > stech- > porös, morsch‘ wie in ricamare
    Semit. *rs- ‚beweg-, zieh-, setz-‘ wie in arab. rasûl ‚Gesandter‘
    *rg- ‚flecht-, bind-‘ wie in der Erweiterung *rg-s- in litau. règzti ‚flechten‘, dt. Rausch, Rüsche ‚Binse, Schilfrohr‘ und lat. restis ‚Seil‘; Variante von *rk- ‚zusammenscharr-, -klaub-‘
    *rt- ‚rattern, rollen‘ wie in lat. rota ‚Rad‘; vgl. *rd-
    *sd- ‚(in die Erde) stech-: pitch, festsetz-‘ wie in dt. sitzen, setzen und griech. ἵζω; vgl. *st-, altägypt. √sd- ‚setz-, tu-, ordn-‘ wie in sdm ‚schmück-, make-up, Stibium, στίμμι, Antimon < al-iṯmud/-eṯmod < m-sdm-t, Bleiglanz, Spießglanz‘ und die altaische √sd- ‚stech-, scharf, spitz, pick‘ wie in finn. saa ‚nehmen, bekommen, to pick‘ und türk. saymak ‚zählen, rechnen‘ (wegen der nötigen Konzentration und Verstandesschärfung)
    *sg- ‚kleb-, fest‘ wie in litau. sègti ‚heften‘, poln. sięgać ‚greifen‘ und hethit. iskiyanzi ‚salben‘; vgl. *sĝh- und *sk/ḱ-, alle zusammenzufassen unter ‚Kraftanwendung‘
    *sĝh- ‚halt-, greif-, nehm-, fest‘ wie in dt. Sieg und griech. ἴσχω ‚halte fest‘, ἔχω ‚habe, halte‘; vgl. *sg- und *sk/ḱ-, alle zusammenzufassen unter ‚Kraftanwendung‘
    Timothy Snyder: „Putins Lieblingsautor Iwan Iljin beschreibt eine verworrene und zerbrochene Welt, die Russland mit Gewalt heilen müsse, und zwar mithilfe eines starken Führers, der die Demokratie zum reinen Ritual macht. Das Projekt heißt: Die Welt ist nicht sie selbst, solange sie nicht russische Werte lebt.“

  5. #35
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    Standard AW: Indoeuropäische Ursprache und die Gemeinsamkeiten der Folgesprachen

    *sh1- ‚werf-, setz-, lass-, platzier-‘ wie in dt. säen, lat. serere ‚reihen, ordnen‘, sinere ‚lassen‘, russ. просéивать ‚durchsieben (= durchfallen lassen)‘, griech. ἥκω ‚bin da (= bin gesetzt, platziert, hingeworfen)‘, Erweiterungen *sh1-dh- wie in griech. ἰϑύϛ ‚gerade, aufrecht (gesetzt)‘ und altind. Siddh-(arta) ‚(ziel-)erreichend, zweckmäßig‘ (hingesetzt werden am rechten Ort); vgl. *h1s-
    *sh2- ‚stark, deutlich, fest; merk-, spür-; schmeiß-, schütt-‘ wie in dt. satt = lat. satis ‚genug‘, saevus ‚wild‘, dt. sehr, Erweiterungen *sh2-g- ‚spür-‘ wie in lat. sagire ‚schnüffeln, nachspüren‘, dt. Sache ‚gerichtlich zu untersuchender Gegenstand‘, griech. Hegemon ‚Anführer‘ (Pfadfinder), *sh2-i̭- ‚fest, heftig; schmeiß-, stoß-, treib- > schütt-, fließen mach-‘ wie in altind. syati, sinâti ‚bindet, fesselt‘ (mit der Ableitung dt. Sei-l ‚Bind-er, Fessel-gerät‘), griech. ὕει ‚es regnet‘, *sh2-i̭-b ‚Flüssigkeit ausstoß-‘ wie in dt. Siff, griech. akr-ibisch (εἴβω ‚lasse fließen‘), *sh2-i̭-dh- wie in altind. sedhati ‚vertreibt‘, *sh2-i̭-k- ‚am Ziel anstoß-‘ wie in griech. ἵκ(άν)ω ‚gelange‘, *sh2i̭-kṷ- ‚laufen lass-‘ wie in dt. seihen und seichen, *sh2i̭-ṷ-h- ‚zusammentreib-, zusammenstech-‘ wie in lat. suere = engl. to sew = poln. szyć ‚nähen‘ und *sh2-p- wie in lat. sapere ‚schmecken’und vorgriech. *sh2-p- ‚sich zersetzen (zu laufen beginnen)‘ wie in griech. Sepsis ‚Verfaulung‘ (σήπεται ‚fault‘), griech.-lat. sepia ‚Tintenfisch‘ (eigentlich „Saftfisch“),
    *sk/ḱ- ‚Kraftanwendung, Druck: stoß-, sich abstoß-; kräftig, scharf, schneidend > spitz > spitzig, klein, gering‘ wie in dt. sengen‚ das sich zunächst nur auf das Verdorren abgeschnittener Äste und Zweige bezogen haben muss; Erweiterungen *sk-bh-h- ‚Schneidung > Brett‘ wie in lat. scamnum ‚Stützbank‘, *sḱ-d- ‚trenn- > verhüll-, versteck-‘ wie in pers. Tschador ‚Zelt‘ = altind. chattra- ‚Schirm‘, altind. châdayati ‚bedeckt‘, poln. szata < mittelhochdt. hâz ‚Gewand‘, *sk-d-h2- wie in griech. σκίδνημι, σκεδάννυμι ‚zerstreue‘, engl. to shatter ‚zertrümmern‘, *sk-h1- wie in lat. secare ‚trennen, schneiden‘, *sḱ-h1-i̭-d- wie in dt. scheiden, lat. scindere ‚trennen‘, griech. Schisma ‚Scheidung, Spaltung‘, kirchenslav. cěditi ‚seihen, sieben‘, *sk-h1-t- ‚spring-, stoß-‘ wie in lat. scatere ‚quellen, entspringen‘, *sk-h1-th- ‚schneid-‘ wie in dt. schaden und griech. ἀ-σκηϑήϛ ‚un-beschadet‘, *sḱ-h2- wie in griech. σχάω ‚ritze‘, *sḱ-h2-i̭- ‚hin- und herspring-: glitzer-, glänz-, schein-, schimmer-‘ wie in dt. scheinen, serbokroat. sínuti ‚erstrahlen‘, russ. сень ‚(springender) Schatten‘, griech. σκιά ‚(huschender) Schatten‘, *sk-k- wie in poln. skok ‚Sprung‘, *sk-n-d- wie in lat. scandere ‚hochsteigen‘ und altind. skandati ‚springt‘ und *sk-ṷ-t- ‚schneid-‘ wie in litau. skùsti ‚rasieren, schaben‘ und Schotte ‚Schneidender, Schneider: Krieger? Tätowierer (im Gegensatz zu dem Pikten mit Kriegsbemalung?)‘; vgl. türk. *sk- ‚eng, dicht‘, idg. *skṷ- ‚dicht dranbleib-: verfolg-, folg-‘, semit. *sk- ‚drück-, fest, setz-, stell-, leg-‘ wie in phöniz.> griech. Sigma ‚Schulter, Rücken‘ (als „Auflagestätte, Lastenlager“) und semit. *ṣgh- und *ṣkh- ‚spitz, hell, schrill; klein; scharf‘ wie in ṣaghîr ‚klein‘ und Ṣakhîr ‚(spitzer) Felsblock‘
    *skṷ- ‚dicht (dran), près, presso (herangedrückt), perto‘ wie in lat. sequi und alban. sheh ‚sieht, verfolgt mit den Augen‘, dt. sehen; dt. sagen, lat. inquit ‚sagt‘
    *sl- ‚glitsch-, gleit-; locker, loslass- > bleib-, stop, wohn-; losschnell-, spring-; lockern > lösen, wegbewegen‘ wie in griech. Halma, ital. Salto, dt. Saal ‚Wohnstatt‘, lat. solum ‚(eigener) Boden‘, solere ‚gewohnt sein‘, litau. seléti ‚schleichen‘, Erweiterungen *sl-g- wie in lat. languere ‚schlaff sein‘, dt. Schlacke ‚flüssiger Abfall‘, Schlacks ‚langer Mann‘, *sl-ĝ- wie in altind. srjati ‚lässt‘, *sl-h1- wie in engl. to sell ‚verkaufen, weggeben (jemandem überlassen)‘, *sl-h1-b- wie in dt. schlafen ‚entspannen‘ und poln. słaby ‚schwach, locker‘, *sl-h1-g- wie in griech. λήγω ‚lasse ab‘, *sl-h2- ‚lockern, lösen > bewegen‘ wie in griech. ἱλάσκομαι ‚stimme gnädig (lockere auf)‘, ἕλκω ‚ziehe‘ und alban. heq ‚zieht‘, *sl-h2-gṷ- wie in griech. λαμβάνω ‚nehme‘, *sl-i̭-b- wie in dt. schleifen, *sl-i̭-dh- ‚gleit-, rutsch-‘ wie in dt. Schlund und engl. slide ‚gleiten‘, *sl-i̭-ĝ- wie in dt. schleichen, * sl-i̭-m- wie in dt. Schleim und russ. слимáк ‚Schnecke‘ = griech. λεῖμαξ, *sl-n-kṷ- wie in litau. slinkti ‚schleichen‘ und *sl-ṷ-bh- wie in dt. schlüpfen und lat. lubricus ‚glitschig, gleitend‘; vgl. semit. √sl- ‚schick-, send, werf-, schieß-, lass-‘ wie in Teich von Siloë/S(ch)iloa(c)h ‚Abzug, Ableitungskanal, wo Wasser abgelassen wird‘
    *sm- ‚hin und her‘ erschließbar aus der Suffigierung *sm-h1- wie in litau. sémti ‚schöpfen‘, griech. ἄμη ‚Schöpfeimer‘ und σμῆμα ‚Salbe‘
    Univers. SNAP! wie in chin. 攝niè’nehm-, pack-, schnapp-, photographier-‘ aus *sna/ep
    *sn- ‚dreh- > wegbeweg-, auseinanderbeweg-, trenn-; dreh- > kipp-; dreh- > knüpf-, knot-‘ erschließbar aus den Suffigierungen *sn-dh- wie in althochdt. snatta ‚Strieme‘, *sn-gṷ- ‚dreh- > kipp-‘ wie in dt. sinken, *sn-h1- ‚dreh-‘ wie in griech. νήϑω ‚spinne‘, *sn-h2- ‚herdreh- > herbeweg-, hol-‘ wie in dt. sinnen ‚haben wollen‘ und griech. ἄνυμι ‚vollbringe‘, *sn-i̭-gṷh- ‚dreh- > umkipp-, fall-, am Boden liegen (bleiben)‘ wie in dt. Schnee = lat. nix und poln. śnieg, *sn-i̭-t- wie in dt. schneiden, *sn-r-k- ‚dreh- > krümm-, zusammenzieh-, krampf-‘ wie in griech. Narkose ‚Starrmachen (Betäuben)‘, Narzisse ‚Betäuberpflanze, Betörerblume‘, *sn-t- ‚dreh-, beweg-‘ wie in lat. sentire ‚jemandem nachgehen, nachspüren‘ und dt. senden ‚hinbewegen‘, *sn-ṷ- ‚fallen lass-, drop‘ wie in lat. nutrire ‚nähren, laben, nährende Milch geben‘ und griech. νάει ‚quillt, tropft hervor‘, *sn-ṷ-bh- ‚verknüpf-‘ wie in lat. nubere ‚ehelichen‘ und griech. Nymphe ‚Braut‘ und *sn-ṷ-h- ‚dreh-, beweg-‘ wie in poln. snuć = got. sniwan ‚eilen, hin- und herflitzen‘
    *sp- ‚brüten: hegen und pflegen, sorgen für, wachsen lassen, managen, sich kümmern um‘ wie in altind. sapati ‚pflegt‘ und griech. ἕπω ‚besorge, bereite‘ (woher ὅπλον ‚Gerät; Waffe‘), erweitert *sp-h1- ‚heg-, sorg-; besorg-, zubereit-: koch-, back-, brat-‘ wie in lat. spes ‚Hoffnung‘ (vgl. „Hoffnungen hegen“), russ. спеть ‚reifen ‘, griech. ἕψω ‚koche‘ und *sp-l- wie in sepelire ‚bestatten, begraben, beisetzen‘
    *sr- ‚zuck-, ruck-, beweg-; stoß- > stapel-‘ wie in ὁράω ‚schaue, verfolge (mit den Augen)‘, lat. serere ‚reihen‘, griech. εἴρω ‚reihe‘ und αἱρέω ‚nehme, sammele ein‘, erweitert *sr-bh- ‚schleck-; schlag-, stoß-‘ wie in lat. sorbere = griech. ῥοφέω ‚schlürfe, absorbiere‘, lat. sarire ‚hacken; jäten‘, griech. Hormon ‚Antreiber‘, *sr-i̭-h-g- ‚zitter-, bibber-‘ wie in lat. frigere = griech. ῥιγέω ‚friere‘, *sr-k- ‚reihen, ordnen‘ wie in lat. sarcire ‚flicken‘, *sr-p- ‚kriech-‚ schlängel-‘ wie in lat. serpens ‚Schlange‘ und *sr-ṷ- ‚beweg-‚ fließ-‘ wie in griech. panta rhei ‚alles fließt‘ und altind. sravati ‚fließt‘
    *ss- ‚schnarch-, säusel-‘ wie in altavest. hahmî ‚schlafe‘
    *st- ‚fest-, halt-, steh-, stand-; setz-, stell-, stoß-‘ erschließbar aus den Erweiterungen *st-bh- wie in dt. Stab ‚Ständer‘, *st-gh- ‚befestig-‘ wie in russ. стегать ‚steppen, weit zusammennähen‘, *st-h2- wie in poln. stawić ‚stellen‘, lat. stare ‚stehen‘, *st-i̭- ‚fest, Kraft‘ wie in engl. sty ‚Schweinestall‘ (Schweinsteiger), *st-i̭-b- ‚sich stellen > treten‘ wie in griech. στείβω ‚zertrete‘, *st-i̭-gh- ‚sich stellen > treten, gehen‘ wie in griech. στείχω = dt. steigen, *st-i̭-h- ‚steh-, fest > starr, steif, tot‘ wie in griech. somatisch ‚den (toten) Körper betreffend‘, *st-i̭-p- wie in dt. steif und lat. stipes ‚Pfahl‘, *st-l- ‚setz-, stehen mach-‘ wie in griech. στέλλω = dt. (ab)stellen, *st-l-h2-k- ‚steh-; sich stell-, sich setz- > tropf-‚ fall-‘ wie in griech. Stalaktit ‚Tropfstein‘ und engl. stale ‚alt, abgestanden‘, *st-m-bh-h- wie in litau. stembti ‚Widerstand leisten‘, *st-n- ‚ausstoß-‘ wie in dt. stöhnen = griech. στένω, *st-n-gṷ- ‚stoß-, trampel-, zertret-‘ wie in lat. exstinguere ‚Feuer austreten, löschen‘, distinguere ‚auseinanderstoßen > unterscheiden‘, dt. stinken ‚in die Nase stoßen/stechen, einen stechenden Geruch abgeben‘, *st-r-h3- ‚stell-, platzier-‘ wie in lat. sternere ‚ausbreiten‘, *st-r-g- ‚halt- > hüt-‘ wie in poln. strzec ‚hüten, bewachen‘ und griech. στέργω ‚liebe, mag‘, *st-r-h1- ‚sich enthalt-‘ wie in griech. στέρομαι ‚entbehre‘, *st-r-i̭-g- ‚halt-, steh-‘ wie in litau. strìgti ‚steckenbleiben‘, *st-r-n-gh- ‚fest‘ wie in lat. stringere ‚schnüren, zusammenziehen‘ und dt. Strang ‚Strick‘, *st-r-ṷ- ‚fallen lass-; setz-, erstell-‘ wie in dt. streuen ‚hinwerfen‘ und lat. struere ‚bauen‘, *st-ṷ- ‚ausstoß-‘ wie in griech. στεῦται ‚rühmt sich‘ und *st-ṷ-d- wie in altruss. студа ‚Kälte‘; vgl. *sd-
    *sṷ- ‚einsaug-, zieh- ; drück-, stoß-, treib- > werf-, send-; dreh-, beweg-‘ wie in altind. Soma ‚Kampf-Rausch-Trunk der arischen Kriegerkaste‘ (von altind. sunoti ‚presst‘), Erweiterungen *sṷ-h1- ‚drück- > anstoß-, beweg-, send-‘ wie in dt. Sohn ‚(unter Presswehen) auf die Welt Gebrachter‘, poln. chwiać ‚schwanken machen‘, engl. sway ‚schwanken‘, avest. hunâitî ‚überträgt‘, *sṷ-h2-d- ‚bewegend, anregend‘ wie in dt. süß und griech. Hedonist ‚Freudensucher, wer immer das Angenehme haben will‘, *sṷ-i̭-d- ‚treib- > schweißtreibend; treib- > aussend-, werf-‘ wie in dt. Schweiß, schwitzen, altind. svidéti ‚glänzen‘ (Strahlen senden) und litau. svíesti ‚werfen‘, *sṷ-i̭-h- ‚abwerf-‘ wie in altnord. svía ‚nachlassen‘ und dt. schwinden, *sṷ-k- ‚dreh-; stoß-, stech-‘ wie in litau. sùkti ‚drehen‘, dt. Schwecha(r)t ‚stinkender Fluss, Faulbach, „Stinker(t)“, Eure „l’Odoreuse“ < Odarâ‘ (das Stinken als In-die-Nase-Stechen aufgefasst, von einem untergegangenen alten deutschen Typ *schwechen ‚stinken, riechen‘), *sṷ-ḱ- ‚einzieh-‘ wie in poln. ssać, dt. saugen, lat. sucus ‚Saft‘, kelt. Sauc-onna ‚Saône, „Saft-fluss“‘, *sṷ-l- ‚drück- > verdrück- (ess-, schluck-); Strahlen aussend-, leucht-‘ wie in dt. schwelen, engl. swallow ‚schlucken‘ (= dt. schwelgen ‚sich der Völlerei hingeben‘), *sṷ-l-h- ‚drück- > sich ausdehn-, aufbläh-‘ wie in dt. schwellen, *sṷ-n-bh- wie in dt. Schwamm = griech. σομφός/σπόγγος, *sṷ-n-g- ‚dreh-, beweg-‘ wie in dt. schwanken, *sṷ-n-gṷh- ‚dreh-, beweg- > schwing-‘ wie in dt. schwingen und singen ‚die Stimmbänder schwingen lassen‘, *sṷ-n-h2- ‚dreh-, beweg- > schwing-‘ wie in lat. sonare ‚tönen, klingen (die Stimmbänder zum schwingen bringen)‘, *sṷ-p- ‚dreh- > knick-, einnick-; dreh- > kipp-‘ wie in lat. sopire ‚einschläfern‘, altnord. sofna ‚einschlafen‘, poln. sypać ‚schütten‘, *sṷ-r- ‚dreh-, beweg- > schwing-, tön-, kling-; drück- > schwell-; dreh-, beweg- > reiß-, zieh-‘ wie in dt. schwören ‚(ein Gelübde) hören lassen‘, altind. svarati ‚rauscht‘, dt. schwären ‚eitern, aufschwellen, schmerzen‘ (Geschwür), griech. Syrtáki(on) ‚Schlepptanz, „Schlepper“), (Kleine und Große) Syrte ‚zwei libysche Meerbusen mit reißenden Brandungen‘ (woher Mi(u)srata ‚Ort an den beiden Syrten‘), *sṷ-r-bh- ‚dreh-, kehr-‘ wie in got. -swairban ‚abwischen‘, griech. συρφετόϛ ‚Kehricht‘, *sṷ-r-gh- ‚drück-, schwell- > eiter-‚ wie in litau. sirgti ‚krank sein‘ und dt. Sorge und *sṷ-s- ‚aussaug-, trockensaug-‘ (vgl. ital. asciutto ‚trocken‘ aus lat. exsuctum ‚ausgesaugt, ausgemergelt‘) wie in poln. suchy ‚trocken‘ und griech. Austerität ‚Strenge, Härte‘ („ausgetrocknet“ im Sinne von „hart“); vgl. georg. svma ‚trink-en‘ (eigentlich ‚einsaugen, aufnehmen‘)
    Timothy Snyder: „Putins Lieblingsautor Iwan Iljin beschreibt eine verworrene und zerbrochene Welt, die Russland mit Gewalt heilen müsse, und zwar mithilfe eines starken Führers, der die Demokratie zum reinen Ritual macht. Das Projekt heißt: Die Welt ist nicht sie selbst, solange sie nicht russische Werte lebt.“

  6. #36
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    Standard AW: Indoeuropäische Ursprache und die Gemeinsamkeiten der Folgesprachen

    *tg- ‚steck-/stech-, spitz, Spitze > hoch > oben, auf, über > überzieh-, deck-‘ wie in lat. tegere = dt. decken; vgl. *tgṷh chin. 纛dào/duk6 ‚(in die Erde gesteckte) Standarte‘ > mongol. туг ‚Standarte‘, türk. tuğ ‚Schopf, Haube, Federbusch‘, thailänd. thɔng ‚Fahne, Flagge‘ und die Turkwurzel √tk-/dğ ‚spitz/aufrecht‘ wie in türk. tekin ‚Fürst‘; vielleicht alles aus *tt- ‚spitz, klein‘ dissimiliert, wie es in titulus ‚*Spitze‘ und norddt. tüddeln ‚kleinlich rummachen/herumfingern an‘ vorkommt.
    *tgṷh- ‚deck-, krön-, oben aufsetz-‘ wie in Tâj Mahall und Stephan; vgl. *tg-
    *th2- ‚TICK(TACK)! (ab-)tropf-, tau-; schwind-, weggeh-‘ wie in griech. τήτη ‚Mangel‘; Suffigierungen *th2-g- wie in engl. take ‚(weg-)nehmen (verschwinden lassen), fassen‘ = lat. tangere ‚berühren, anfassen‘, *th2-i̭- wie in erweitert in poln. tajny ‚geheim‘, tajać ‚tauen‘, river Tyne, Tiber, Steyr, *th2-g- wie in griech. στάζω ‚träufle‘ und lat. stagnum ‚Teich, Weiher‘ und *th2-k- wie in griech. τήκω ‚schmelze‘
    Univers. TING! ‚heller Ton‘ wie in engl. ting-a-ling! ‚klingeling!‘, tinkle ‚klingeln‘ (= norddt. tingeln ‚hin- und herziehen‘) und lat. tinnitus ‚Klingeln‘
    *ti̭- ‚stech-, spitz, hell‘ erschließbar aus den Erweiterungen *ti̭-g- wie in dt. stechen = griech. στίζω ‚steche‘, *ti̭-gṷ- ‚stech- > appoint, zuweis-: geb- > lass-‘ wie in griech. Sebastian ‚nachlässig, demütig, schamhaft‘, *ti̭-h1- wie in lat. titio ‚brennendes Scheit‘ und griech. Tito ‚Göttin des Tageslichts‘; vgl. *dhi̭-, *dhṷ-, *tṷ-, expressive Bildungen wie brasilian. titica ‚kleines Stück Kot, Dreck‘
    *tk- ‚TOCTOC!, toucher; knack-, brech- > falt-, knick- > web- ‘ wie in altukrain. тякнути ‚berühren‘ (serbokroat. têk ‚Appetit (von petere ‚holen, nehmen‘)‘), griech. κτάομαι ‚erwerbe, nehme, bekomme‘, lat. textus ‚Gewebe‘, mittelhochdt. dehsen ‚Flachs brechen‘, Ableitungen *tk-n- ‚berühr- > treff-‘ wie in griech. ἀπο-κτείνυμι ‚töte‘
    *tḱ- ‚absetz-, hinleg-: gebär-, ins Leben ruf-, initiier-, schaff-‘ wie in griech. Theo-tókos ‚Gottes-gebärerin‘ und poln. ciosać ‚behauen‘, suffigiert *tḱ-i̭- wie in griech. κτίζω ‚schaffe, verwalte, lege an‘, pers. Schah ‚Schaffner, Verwalter, Anleger‘ und lat. situs ‚Anlage‘
    *tkṷ- ‚kipp- > gieß-, schütt-, fließ-‘ wie in poln. tok ‚Fluss, Verlauf‘
    *tl- ‚baumel-, heb- > (nieder-)setz-, stell-, leg-‘ erschließbar aus *s-tl- ‚setz-, stell-, leg-‘ und den Erweiterungen wie *tl-h2- wie in russ. утолить ‚stillen, lindern (sich setzen lassen, etwas legt sich)‘ und lat. tollere ‚heben‘ = dt. dulden ‚tragen‘, *tl-k- ‚stopf-, drück-‘ wie in poln. tłok ‚Gedränge‘, *tl-p- ‚leg-, hineintu-‘ wie in altind. talpa- ‚Lager, Bett‘ und litau. tilpti ‚hineinpassen‘; vgl. mongol. *tl- ‚drück-, plattwalz-‘ wie in тал ‚Ebene‘ und талх ‚Brot‘ (zunächst den Teig bezeichnend) und semit. *tl- ‚reiß-, zieh-‘ wie in arab. tall ‚Anhöhe (= Hochgezogenes)‘ und aramä. tlsh ‚reiß-‘; vgl. *dl-, *dhl-
    *tm- ‚drück- > würg-, erstick-; drück- > rasierend drüberstreich-, scher-, schneid-‘ wie in griech. τέμει ‚erreicht (fasst an, drückt seine Hand an etwas)‘, Erweiterungen *tm-d- wie in griech. τένδω ‚benage‘ und lat. Tonsur ‚Schur, Haarschnitt‘, *tm-h- ‚Drückung, Ballung: Verdichtung der Atmosphäre; erwürg-, erstick-; Irrewerden durch Sauerstoffmangel‘ wie in lat. tenebra ‚Trübung, Dunkelheit‘, Tomi-slav ‚Quäl-ruhm‘ („wer für das Quälen der Feinde bekannt ist“) und dt. damisch, dämlich, *tm-h1- wie in lat. temnere ‚schneiden, verachten‘, griech. τάμνω ‚schneide‘, *tm-k- ‚drück-, dräng-, komprimier-‘ wie in dt. gedeihen ‚dick werden‘, dicht ‚eng komprimiert‘, litau. tánkus ‚dicht‘ und *tm-p- wie in lat. tempus ‚Zeitabschnitt‘; vgl. *tn- und *dhn, *dhm-
    *tn- ‚spann-, drück-, schlag-‘ wie in dt. dehnen, suffigiert *tn-d- wie in lat. tendere ‚dehnen, spannen‘, *tn-g- ‚in Farbe drück-, stipp-, dip; plötzlich in den Sinn komm-‘ wie in dt. tunken, griech. τέγγω ‚befeuchte‘, lat. Tinktur ‚Farbe‘, dt. denken, *tn-gh- wie in russ. тужúть ‚anspannen; bedrückt sein‘, poln. ciągnąć ‚ziehen‘, dt. Deich-sel ‚Zieh-er, Zieh-gerät‘, *tn-h2- wie in dt. donnern = lat. tonare und *tn-s- ‚puxar‘ wie in got. -Þinsan ‚-ziehen‘; vgl. Türk-√*dong- ‚beug-, bieg-, hoch/tief(gebeugt)‘ wie in türk. domuz = tungus.-mandschur. Tunguse ‚Schwein‘ (benannt als das Tier, das ständig mit gebeugtem Kopf in der Erde wühlt) und dü-ğün ‚Hochzeits(-Tag)‘
    *tp- ‚knall-, tapp-‘ wie in poln. ciepły, lat. tepidus ~ le soleil tape, russ. тептú ‚schlagen, hauen‘
    *tr- ‚Kraftanwendung > hart, fest, stark, halt-; Kraftanwendung: dreh-, ratter-; dreh- > bohr-, drill; dreh- > reib-; dreh- > sich beweg-, zitter-‘ wie in litau. tarýti ‚sprechen, plappern‘, erweitert *tr-bh- wie in griech. Strophe ‚Wendung, Kehrreim‘, *tr-d- wie in altind. trṇatti ‚durchbohrt‘, *tr-g- ‚reib-‘ wie in lat. Detergens, tergere ‚abwischen‘, *tr-gṷ- ‚zitter-‘ wie in griech. τάρβοϛ ‚Terror‘, *tr-h1- wie in lat. terere ‚reiben‘ und dt. drehen, *tr-h1-ṷ- ‚Kraft‘ wie in german. Trautmann, Trautwein, *tr-h2- ‚durchbohr-‘ wie in lat. trans ‚hinüber‘, intrare ‚eintreten‘, *tr-h3- ‚bohr-‘ wie in griech. Trauma ‚Verletzung, Wunde‘ (τρώω ‚verwunde‘), *tr-h3-g- wie in griech. Dragée ‚Naschwerk, Pastille‘ (τραγεῖν ‚nagen, knabbern‘), *tr-i̭-gṷ- wie in griech. Diatribe ‚Zeitvertreib, Muße > Lehrstück‘ (τρίβω ‚reibe‘),*tr-i̭-g- ‚reib-‘ wie in dt. streichen = poln. strzyc ‚scheren, abstreifen, rasieren, mit einer Klinge drübergehen‘, *tr-ṷ-g- wie in griech. στρεύγομαι ‚bin erschöpft (zerrieben)‘, *tr-ḱ- wie in lat. stercus ‚Kot‘ („Zerriebenes, Pastenartiges“), *tr-kṷ- wie in lat. torquere ‚drehen > foltern‘ (Tortur), *tr-m- wie in lat. tremere ‚zittern‘, *tr-n-k- ‚dreh- > drück-‘ wie in dt. dringen, *tr-p- ‚dreh- > zitter-, hin und her; Lautschwingungen, lärm-; hart, fest, festhalt-‘ wie in lat. trepidus ‚unruhig‘, strepere ‚lärmen, scheppern‘, griech. -trop ‚-wendend‘, dt. darben, Bedarf, dürftig, griech. τέρπω ‚kräftige, sättige‘, lat. torpere ‚starr sein‘ = poln. cierpieć ‚aushalten, leiden‘, *tr-s- ‚fest, hart, ausgetrocknet; zitter-‘ wie in dt. Durst, dörren, dürr, lat. torridus ‚gedörrt, ausgetrocknet‘, russ. трясти ‚schütteln, rütteln‘, lat. Terror ‚Zittern‘, *tr-s-ḱ- ‚Kraftanwendung‘ wie in dt. dreschen, *tr-ṷ-d- ‚Kraftanwendung, stoß-‘ wie in lat. trudere ‚stoßen, drängen, treiben‘, dt. ver-drießen ‚jemandem einen Schlag versetzen, einem Mühe machen‘, schwed. trött ‚müde, abgekämpft‘, poln. trud ‚Mühe‘, *tr-ṷ-g- wie in griech. τρύγη ‚Trockenheit‘,*tr-ṷ-h- wie in griech. τρύ(χ)ω ‚reibe auf‘ und *tr-ṷ-p- ‚zerrieben werd-‘ wie in poln. trup ‚Leichnam‘; vgl. semit. *ṭr- ‚dreh- > bohr-, sprieß-, stech-‘ wie in arab. ṭaraf ‚Spitze‘
    *tṷ- ‚stoß-, (hin-)lenk-, richt-; stoß-, stech- > poindre, wachs- > dick, rund / hohl‘ erschließbar aus den Derivaten *tṷ-d- wie in dt. stoßen, lat. studium ‚Eifer, Vorantreiben, Betreiben‘, tundere ‚stoßen‘, *tṷ-g- wie in griech. στύγοϛ ‚Abgestoßensein, Abscheu‘, *tṷ-h- wie in lat. tueri ‚schauen; auf jemanden aufpassen‘ (Tutor), Intuition ‚Anschauung‘, *tṷ-h2- ‚geschwollen, dick‘ wie in griech. σάος ‚heil, gesund‘, *tṷ-i̭- ‚Schlag versetz-, Schrecken einjag-‘ wie in avest. θβaiiaṇt- ‚erschreckend‘, *tṷ-i̭-s- wie in griech. seismisch ‚auf Erdstöße bezüglich, Erdbeben betreffend‘, *tṷ-k- ‚toctoc!; schwell-, wachs-, dick‘ wie in griech. τύκοϛ ‚Hammer‘, poln. spo-tk-ać ‚treffen, begegnen‘, frz. toucher ‚berühren‘, russ. тук ‚Fett‘, altind. tvac ‚Haut‘, *tṷ-m- wie in lat. Tumor ‚Schwellung‘, *tṷ-n-k- ‚stoß-, dräng-‘ wie in dt. Zwang, *tṷ-p- ‚einen frappieren, vor den Kopf stoßen; stoß- > dräng-, komprimier-‘ wie in lat. stupor ‚Staunen‘, griech. τύπτω ‚stoße‘ (Typ), litau. tūpti ‚sich hinhocken‘, *tṷ-r- ‚stoß- > antreib-‘ wie in altind. tvarate ‚eilt‘, *tṷ-r-h- ‚anstoß-, (Töpferscheibe) antreib-‘ wie in poln. tworzyć ‚schaffen‘ und griech. σορόϛ ‚Urne‘, *tṷ-r-ḱ- ‚anstoß-, (Töpferscheibe) antreib-, form-, bild-‘ wie in griech. σάρξ ‚Fleisch, Körper‘, altind. tvaṣṭar- ‚Schöpfer‘ und *tṷ-s- ‚(Feuer) ausstoß-, austret-; schwell-, dick‘ wie in russ. тушúть ‚löschen‘, poln. o-tucha ‚Mut, Zuversicht‘ („sich groß, stark und selbstsicher fühlen“), altind. tucchya- ‚leer‘ = russ. тощий ‚mager, dürr‘; vgl. japan. tu- ‚stech-‘ und chines. 種 zhŏng ‚Same‘ < *touηˀs
    Timothy Snyder: „Putins Lieblingsautor Iwan Iljin beschreibt eine verworrene und zerbrochene Welt, die Russland mit Gewalt heilen müsse, und zwar mithilfe eines starken Führers, der die Demokratie zum reinen Ritual macht. Das Projekt heißt: Die Welt ist nicht sie selbst, solange sie nicht russische Werte lebt.“

  7. #37
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    Standard AW: Indoeuropäische Ursprache und die Gemeinsamkeiten der Folgesprachen

    *ṷbh- ‚web-‘ wie in dt. weben, Hyphe ‚Gewebe, Haut‘; vgl. semit. *wb- ‚WUPP-, SCHWUPP-, stoß-, schnelle, zuckende Bewegung‘
    *ṷd- ‚wet, feucht, Wasser‘ wie in dt. Wasser, griech. Hydro- ‚Wasser-‘ und engl. wet ‚feucht, nass‘
    *ṷdh- ‚stoß-‘ wie in poln. wodzić ‚leiten, führen‘, erweitert *ṷdh-h1- wie in griech. Ōsmose ‚Fluss/Stoß der Flüssigkeit in éine Richtung‘, altruss.-ukrain. вáдити ‚sich stoßen: zanken, beschuldigen, Vorhaltungen machen, sich befeinden, (sich) schaden‘, poln. wada ‚Fehler, Schaden‘
    *ṷg- ‚web-, knüpf-‘ wie in lat. velum ‚Segel‘ und engl. wick ‚Docht‘
    *ṷĝ- ‚kräftig, stark‘ wie in dt. wach, wacker, altind. vajra- ‚Donnerkeil, Diamant‘ und lat. Vegetation ‚Grün, Pflanzen‘
    *ṷĝh- ‚beweg-‘ wie in lat. Vehikel ‚Fahrzeug‘, poln. wozić ‚fahren‘ und dt. bewegen
    *ṷgṷ- ‚feucht‘ wie in lat. uvidus ‚feucht‘ und griech. Hygro-
    *ṷh2- ‚dreh-, wend- > beweg-; dreh- > knick-‘ wie in russ. výja ‚Nacken‘, erweitert *ṷh2-dh- wie in lat. vadere = dt. waten ‚(durchs Wasser) gehen‘, *ṷh2-g- ‚knick-, brech-‘ wie in griech. ἀγμόϛ ‚Bruch‘ (ἄγνυμι ‚breche‘), *ṷh2-ĝ- ‚dreh- > umhüll-‘ wie in lat. vagina ‚Schwerthülle, Scheide‘
    *ṷh2- ‚vae!‘ wie in griech. Echo ‚Schall‘, litau. svagéti ‚tönen‘ und lat. vagire ‚wimmern, jammern‘
    Semit. w‘ ‚schwer‘ wie in hebr. Yaalon ‚Steinbock‘
    *ṷi̭- ‚dreh-, knick-, wend-, beweg-; dreh- > trenn-, auseinander‘ wie in engl. we, wir, nous-autres‘ (als getrennt von euch verstanden), altind. vi- ‚auseinander-‘, lat. viescere ‚welken, einknicken‘, erweitert *ṷi̭-d- ‚(Blick) wend- zu‘ wie in lat. videre ‚sehen‘,*ṷi̭-g- ‚abdreh-‘ wie in griech. εἴκω ‚weiche, gehe fort‘ und (mit *h1e/o-Präfix) ο-ἴγνυμι ‚drehe auf, öffne‘, *ṷi̭-h1- ‚wend-; sein Augenmerk/Interesse richten auf‘ wie in poln. wić und lat. vis ‚du willst‘, *ṷi̭-k- ‚rüttel-; umleg-‘ wie in altind. vinakti ‚siebt, trennt‘, lat. victor ‚Sieger‘ (Vincent = Weigand), *ṷi̭-kṷ- wie in lat. vincire ‚umwinden‘, *ṷi̭-ḱ- ‚Umgebung‘ wie in lat. vicus ‚Dorf, Städtchen‘, griech. öko- ‚Haus-‘, *ṷi̭-p- wie in altind. vepate ‚zittert‘ und *ṷi̭-s- ‚wachs-; fließ-‘ wie in lat. viridis ‚grün‘, virus ‚Schleim, Spucke‘, dt. Wiese; aus dem Arischen (altind. vi- ‚auseinander-, getrennt‘) etwa finnougr. vii- ‚schneid-‘?
    *ṷḱ- ‚WHACK!: Brunftschrei > verlang-, woll-, bramare‘ wie in griech. ἑκών ‚freiwillig‘; vgl. *ṷkṷ- und semit. √wq- ‚spalt-, schlag-, scharf, WHACK! ZACK!‘ wie in arab. taqiyyah ‚Vorsicht‘ („Geistesschärfe“)
    *ṷkṷ- ‚WHACK!: schall-, ruf-, laut sprech-‘ wie in griech. Epos, lat. vox ‚Stimme‘ und altind. vivakti ‚spricht‘; vgl. *ṷḱ- und semit. √wq- ‚spalt-, schlag-, scharf, WHACK! ZACK!‘ wie in arab. taqiyyah ‚Vorsicht‘ („Geistesschärfe“)
    *ṷl- ‚dreh- > kipp-, ausgieß-; jaul-‘ wie in lat. volvere ‚drehen‘, vultus ‚Hinschauen, Blick: Gesicht, das Sehen, das Schehen‘, lat. ululare = poln. wołać ‚rufen, jaulen‘, erweitert *ṷl-g- ‚feucht, Wasser‘ wie in russ. Wolga und dt. Wolke, *ṷl-ĝ- ‚schlängel-, kriech-‘ wie in tschech. lézti ‚kriechen; klettern‘, *ṷl-h1- ‚dreh-, beweg-: mover and shaker sein‘ wie in lat. valere ‚stark sein, Macht haben‘, dt. walten ‚herrschen‘, wollen, lat. velle ‚seinen Willen / seine Macht durchsetzen, „etwas bewegen“‘, wallen ‚in Bewegung sein, kochen‘ und wälzen ‚rollen‘, *ṷl-h3- ‚herausdreh-‘ wie in lat. vellere ‚herausreißen, -rupfen, -zupfen‘, *ṷl-i̭-kṷ- wie in lat. liquidus ‚flüssig‘ und *ṷl-p- ‚sich einer Sache zuwend- > woll-‘ wie in griech. ἐλπίϛ ‚Hoffnung‘, lat. voluptas ‚Wolllust‘; vgl. semit *wl- ‚hin und her, blitz-, wirr; jaul-‘ wie in arab. walîy ‚*Zuflucht: Freund‘
    *ṷn- ‚dreh-, Umkreis > gewohntes Umfeld, vertraut, lieb; dreh- > knick-; dreh- > beweg-‘ wie in lat. Venus ‚Liebesgöttin‘ und dt. gewinnen ‚etwas Erwünschtes erhalten‘, erweitert *ṷn-dh- wie in dt. schwinden ‚einknicken‘, winden, *ṷn-g- wie in dt. winken, *ṷn-h- wie in dt. wohnen, Wunsch ‚was einem lieb ist‘, *ṷn-h1- wie in alban. vë ‚setzt, stellt, legt‘, griech. Eun-uch ‚Bettlager-Wächter‘ und *ṷn-k- wie in altind. vakra- ‚krumm, gebogen‘
    *ṷp- ‚WUPP-‘ wie in altind. vapati ‚streut‘, russ. вепр ‚Eber‘ („(Samen-)Streuer“) = pers. barf ‚Schnee‘ („Gestreutes“); vgl. engl. whim ‚Geistesblitz, kurzfristige Laune‘ und dt. wumm! ‚dröhnendes Geräusch‘
    *ṷr- ‚dreh-, wend- > beweg-, hin und her, stoß- > abstoß-, abhalt-; dreh- > brech-, knick-; Kraftanwendung‘ wie in griech. ἔρυμαι ‚wehre‘, lat. vereri ‚scheuen, verehren, Respekt haben vor (auf Abstand gehen zu)‘, re- ‚zurück(gewendet)‘ und russ. проворный ‚flink, wendig‘; Erweiterungen *ṷr-b- ‚dreh-, throw‘ wie in dt. werfen, *ṷr-d- ‚dreh-, wend- > beug-, knick-; dreh- > throw, werf-‘ wie in poln. rodzić ‚gebären, werfen, ins Sein rufen‘, litau. ródyti ‚zeigen‘ („jemandem entstehen lassen, sichtbar werden lassen, vor Augen führen“), griech. ῥαδινόϛ ‚biegsam, rank und schlank‘ und avest. varǝduua ‚weich‘, *ṷr-g- ‚Kraftanwendung, drück-, dräng-‘ wie in lat. urgens ‚dringend‘, dt. rächen ‚einem Druck machen, in die Ecke drängen‘, *ṷr-gṷ- ‚dreh-: throw‘ wie in dt. werfen (assimiliert), *ṷr-ĝ- ‚dräng-, (hinein-)schaff-‘ wie in griech. ἔργω ‚schließe ein‘, altind. vraja- ‚Hürde, Einschließung, Einfassung‘, griech. Ergo- = dt. Werk, *ṷr-ĝh- ‚Kraftanwendung: drück-‘ wie in dt. würgen, *ṷr-h- wie in dt. warm ‚drückend heiß‘, litau. vìrti ‚kochen‘, *ṷr-h1- ‚auf etwas stoß-; (Worte) ausstoß-‘ wie in griech. heureka ‚habe gefunden‘, Rhetor ‚Sprecher, Redner‘, *ṷr-h1-ĝ- ‚brech-, knick-‘ wie in griech. Rhegium/Reggio ‚Bruch: Kurve, Straßenbiegung/-knick‘ (ῥήγνυμι ‚breche, reiße‘), russ. рéзать ‚schneiden‘, *ṷr-i̭-p- ‚kipp-, schütt-‘ wie in griech. Eu-ripides ‚der Wohl-schleudernde‘, *ṷr-m-b- ‚dreh-‘ wie in dt. rümpfen, griech. Rhombus ‚Kreisel‘, *ṷr-n-g- wie in dt. renken, lat. ringi ‚die Zähne fletschen (wobei die Lippen gespannt werden)‘, *ṷr-n-gh- wie in dt. ringen ‚drehen‘ (händeringend ‚die Hände bittend faltend‘), *ṷr-p- ‚dreh-; hin und her‘ wie in griech. ῥέπω ‚neige‘, Rhaps-odie ‚„Naht-Ode“: aneinandergereihte Lieder‘, *ṷr-s- ‚hin und her beweg-; wend-‘ wie in lat. verrere ‚kehren, fegen‘, dt. wirr, poln. wierch ‚Gipfel, Wendepunkt‘, *ṷr-t- ‚wend-, dreh-‘ wie in dt. werden ‚sich ändern zu‘, lat. vertere ‚wenden, drehen‘ und *ṷr-ṷ- ‚ausrupf-‘ wie in lat. vervex ‚Schaf, Hammel, Wolltier‘; vgl. *ṷl-
    *ṷs- ‚Wertgegenstand; Lebensunterhalt‘ wie in lat. vestis ‚Weste, Kleidung‘, venum dare > vendere ‚verkaufen‘, poln. wiano ‚Mitgift, Wittum‘, vesci ‚sich ernähren‘
    *ṷt- ‚festhalt-: kenn-, vertraut‘ wie in ir. fethid ‚beobachtet; erwartet‘ zu semit. *wt/ṯ- ‚fest‘, deriviert *ṷt-h2- ‚abhalt-‘ wie in lat. Veto ‚versage jemandem etwas‘
    Semit. *wb- ‚WUPP-, stoß-‘ wie in hebr. Yûbal ‚Strom, Regenguss‘, vgl. idg. *ṷp-
    Semit. *wp- ‚WUPP-: pass-, füg-‘ wie in Jaffa ‚die Schöne‘, vgl. idg. *ṷp-
    Semit. *wr- ‚werf-, zuck- > schiller-, leucht-‘ wie in den Ableitungen hebr. Thora ‚Orakelwurf > Orakelspruch > Lehre, Unterweisung (Botschaft)‘ und arab. waraqah ‚(grün schimmerndes/schillerndes) Blatt‘
    Semit. ws/ṣ- ‚w/pisper-, säusel-, raun- > geheimes, leises Zeichen, Blick‘ wie in arab. waswasah ‚Einflüstern‘ und Monsun ‚Periode‘ < mawsim ‚ausgewiesener Zeitraum‘ < wasama ‚kennzeichnete, wies aus, reservierte‘
    Semit. *wt/ṯ- und *ws/ṣ ‚spann-, zieh-, straff-, fest, bind-, setz-, stell-, leg-‘ wie in arab. watar ‚Sehne‘ und waṯbah ‚Anspannung; Sprung‘ wie idg. *ṷdh- ‚zieh-, führ-‘ wie in hebr. Mossad ‚Institut, Gründung‘, arab. wasaḫ ‚(fester, getrockneter) Dreck, Schmutz‘
    Semit. *wz- ‚WHIZZ: zitter-, schwank- > waag-; schnell‘ (vgl. das lautmalende semitische *ws-) wie in arab. wazîr ‚Minister: Amtsträger‘ (der eine (ursprünglich auf dem Kamel schwankende) Bürde/Last trägt) – vgl. engl. whizz! ‚flitz!‘
    Timothy Snyder: „Putins Lieblingsautor Iwan Iljin beschreibt eine verworrene und zerbrochene Welt, die Russland mit Gewalt heilen müsse, und zwar mithilfe eines starken Führers, der die Demokratie zum reinen Ritual macht. Das Projekt heißt: Die Welt ist nicht sie selbst, solange sie nicht russische Werte lebt.“

  8. #38
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    Standard AW: Indoeuropäische Ursprache und die Gemeinsamkeiten der Folgesprachen

    Gibt noch die interessanten Gleichungen
    (ich) backe = griech. φώγω = ukrain. bažáti und
    (ich) lausche = poln. słyszę
    Geändert von dr-esperanto (01.10.2016 um 07:35 Uhr)
    Timothy Snyder: „Putins Lieblingsautor Iwan Iljin beschreibt eine verworrene und zerbrochene Welt, die Russland mit Gewalt heilen müsse, und zwar mithilfe eines starken Führers, der die Demokratie zum reinen Ritual macht. Das Projekt heißt: Die Welt ist nicht sie selbst, solange sie nicht russische Werte lebt.“

  9. #39
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    Standard AW: Indoeuropäische Ursprache und die Gemeinsamkeiten der Folgesprachen

    Zitat Zitat von Nachbar Beitrag anzeigen
    Ein russischer Sprachwissenschaftler hatte sich des Themas angekommen und kam zu folgendem Ergebnis:

    Lexical Distance Among the Languages of Europe
    Russischer Sprachwissenschaftler K. Tyshchenko zum Einfluß der Griechischen Sprache




    Quelle:
    elms.wordpress.com/2008/03/04/lexical-distance-among-languages-of-europe/
    [Links nur für registrierte Nutzer]

    Es gibt auch Gemeinsamkeiten mit den Turksprachen.

    Z.B. kann man die Endung -lik im Usbekischen immer mit -lichkeit überetzen. Z.B. erkak-lik = Männ-lichkeit.

    "Men - sen" = "ich - du" haben Ähnlichkeit mit "mein - sein".
    "Und wenn wir es nicht mehr erleben werden, Vater, so wissen wir doch eins, dass es die nach uns erleben werden, nicht? Und das ist doch auch ein Trost."
    (aus dem Film 'Heimkehr', 1941)



  10. #40
    Mitglied Benutzerbild von dr-esperanto
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    Standard AW: Indoeuropäische Ursprache und die Gemeinsamkeiten der Folgesprachen

    recht = rectus = pers. râst und
    warm = pers. garm
    (ich) zwicke = poln. dźwigam
    brumme = poln. brzmię = lat. fremo
    Timothy Snyder: „Putins Lieblingsautor Iwan Iljin beschreibt eine verworrene und zerbrochene Welt, die Russland mit Gewalt heilen müsse, und zwar mithilfe eines starken Führers, der die Demokratie zum reinen Ritual macht. Das Projekt heißt: Die Welt ist nicht sie selbst, solange sie nicht russische Werte lebt.“

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