Die Flüchtlinge, die aus einem Sonderzug nach Berlin mitten auf der Strecke abgesprungen waren, sind in Sachsen-Anhalt wieder aufgegriffen worden. Die in Schönefeld angekommenen Flüchtlinge sind inzwischen auf Berlin und Brandenburg verteilt.
Nach Angaben von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) soll die Polizei alle Flüchtlinge, die einen Sonderzug von München nach Berlin auf offener Strecke verlassen hatten, wieder aufgegriffen haben. Das habe der Minister auf der Kabinettspressekonferenz am Dienstag erklärt, berichtet die Onlineausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Demnach seien die Flüchtlinge in Aufnahmestellen im Land gebracht worden.
Rund 180 Flüchtlinge hatten Angaben der Bundespolizei am Dienstagmorgen einen Sonderzug der Deutschen Bahn (IC 2948) nach Schönefeld noch auf der Strecke verlassen. Wie die Bundespolizei mitteilte, waren zur Ankunft um kurz nach 9 Uhr am Regionalbahnhof Schönefeld 518 Menschen aus München angekündigt. Tatsächlich angekommen seien aber nur 339 Flüchtlinge, sagte Jens Schobranski, Sprecher der Bundespolizei, rbb online.
Zug unerwartet Richtung Berlin umgeleitet
Der Zug sollte laut Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales eigentlich gar nicht Richtung Berlin, sondern nach Sachsen fahren, das die Flüchtlinge offenbar nicht mehr aufnehmen konnte. Der Zug sei in München losgefahren und dann in Bamberg umgeleitet worden, nachdem Berlin und Brandenburg sich spontan zur Aufnahme der Flüchtlinge bereiterklärt hatten, so Sprecherin Monika Hebbinghaus. Es könne sein, dass die Umleitung für Verwirrung gesorgt habe. Hinter Leipzig stoppte der Zug mehrmals, weil die Notbremse gezogen wurde.
Während der Nothalte seien rund 180 Menschen "sehr wahrscheinlich abgesprungen", sagte Bundespolizeisprecher Schobranski. Nach seinen Informationen wurde in der Region um Leipzig, Dessau und Delitzsch mehrfach die Notbremse gezogen. Nach den Personen, die vermutlich auf freier Strecke ausgestiegen seien, würden jetzt die örtliche Polizei sowie die Bundespolizei suchen.
Polizei begleitet Züge nicht
Wie Schobranski erläuterte, werden Flüchtlinge, die in Deutschland zur Erstaufnahme verteilt werden, gewöhnlich nicht von der Polizei begleitet. An Bord sei meist nur Sicherheitspersonal der Bahn. …