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Folge für die Finanzen: Das auf den Haushaltsausgleich 2017 zugeschnittene Zahlenwerk gerät im Zuge der Flüchtlingskrise völlig aus den Fugen, das ursprünglich für 2016 geplante Minus von 3,4 Millionen Euro wird auf mehr als das Zehnfache aufgebläht: Unterm Strich stehen jetzt 37,3 Millionen Euro und auch diese Summe lässt sich nur erreichen, wenn es gelingt, die sündhaft teure Unterbringung von Asylbewerbern in Zeltdörfern im Schnitt noch vor dem 1. September komplett durch kostengünstigere feste Bauten zu ersetzen. Dass dies gelingt, ist alles andere als sicher. Der zusätzliche Aufwand bei den Personalkosten – 6,4 Millionen Euro jährlich ab 2017 – ist aber nur ein kleiner Teil dessen, was dem Etat an neuen Lasten aufgebürdet wird. Der gestern eingebrachte Nachtrags-Etat, übrigens der erste seit drei Jahrzehnten, nennt zudem noch höhere Abschreibungen von zehn Millionen Euro, Zahlungen an die Asylbewerber in Höhe von 78 Millionen und Unterkunfts-Kosten von 22 Millionen Euro. Unterm Strich wird davon nicht einmal die Hälfte ersetzt. Hinzu kommen noch zusätzliche Kredite in einer Größenordnung von 107 Millionen Euro, um die neuen Unterkünfte zu bauen und Flächen anzukaufen.