
Zitat von
Olliver
*** Neues aus dem Landkreis Germersheim - AfD-Antrag abgelehnt. Weiterhin keine sofortige aktive Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern ***
Auf der heutigen Kreistagssitzung in Rülzheim wurde der Antrag der AfD, abgelehnte Asylbewerber und Bewerber aus als sicher eingestuften Herkunftsländern ab sofort aktiv und umgehend abzuschieben, abgelehnt. Man setzt weiterhin auf die "freiwillige" Rückkehr, was zu einer fragwürdigen "Erfolgsbilanz" von bisher 4 (!) Abschiebungen und rund 135 "freiwilligen" Ausreisen im Jahr 2015 geführt hat - bei bisher über 1.200 Asylbewerbern im Landkreis und wöchentlichen Neuzugängen von 50-60 Personen!
Landrat Dr. Fritz Brechtel sieht hier aber keinen Handlungsbedarf. Die Kreisverwaltung sei bereits hinreichend "tätig". Auch der Rest des Kreistages sieht keinerlei Handlungsbedarf; allein die beiden AfD-Vertreter stimmten für die Resolution, ein weiteres Kreistagsmitglied enthielt sich der Stimme.
Es ist schon interessant: Einerseits beklagen sich viele Bürgermeister, die im Kreistag sitzen, über die steigenden Kosten für Unterbringung und Versorgung, haben laut eigenen Angaben "schlaflose Nächte" und suchen händeringend nach Wohnraum zur dezentralen Unterbringung. Wenn es aber darum geht, endlich aktiv nicht anspruchsberechtigte Personen abzuschieben und die Kommunen und somit letztendlich die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten, passiert NICHTS.
Heute hätten die Kreistagsmitglieder der Altparteien einmal demonstrieren können, wie ernst es ihnen mit der Einhaltung von Recht und Gesetz und konsequentem Handeln zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger ist. Aber wie gewohnt war man sich wieder einig, nicht zu handeln. Dies gilt insbesondere auch für die hiesige CDU-Fraktion, deren CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner zwar im Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen große Töne spuckt - Stichwort Integrationspflicht, Burkaverbot, etc. - am Ende aber schweigt und durch Inaktivität glänzt, nachdem die Chefin der CDU, Frau Merkel im Alleingang die Schleusen nach ganz Europa geöffnet hat und die Asylkrise erst angeheizt hat.
Die Wählerinnen und Wähler mögen einmal direkt vor Ort bei den im Kreistag sitzenden Kommunalpolitikern nachfragen, weshalb sie so entschieden haben - und diesen Vorgang bei den nächsten Wahlen dementsprechend würdigen!
Hier der genaue Wortlaut unseres Antrages:
"Antrag der AfD–Fraktion
Resolution zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber
Der Kreistag verabschiedet folgende Resolution:
Der Kreistag spricht sich dafür aus, dass im Landkreis Germersheim abgelehnte Asylbewerber sowie Asylbewerber ohne Aussicht auf ein erfolgreiches Antragsverfahren ab sofort abgeschoben werden. Das bisherige Verfahren, zuerst auf freiwillige Ausreise zu setzen und erst nach einer Weigerung des Asylbewerbers diesen aktiv abzuschieben, reicht nicht aus, sondern fördert den sog. Drehtüreffekt. Die stark angestiegenen und auf nicht absehbare Zeit auf hohem Niveau verharrenden Zuwanderungszahlen erfordern ein umgehendes Handeln. Das Asylrecht muss tatsächlich Verfolgten vorbehalten bleiben. Das verlangt umgekehrt die Ausweisung von Asylbewerbern aus sog. sicheren Drittstaaten. Diese binden Wohnraum und Hilfeleistungen für tatsächlich Bedürftige. Die Kommunen sind finanziell und personell am Rande der Belastbarkeit, dezentraler Wohnraum ist kaum mehr vorhanden.
Die Landesregierung wird in diesem Zusammenhang aufgefordert, ab sofort landesweit die aktive Abschiebung zu betreiben und die "Freiwillige Rückkehr" nicht weiter zu verfolgen.
Der Kreistag erwartet, dass die durch die Landesregierung angekündigte Aufhebung des Abschiebestopps während der Wintermonate umgehend in die Tat umgesetzt wird und nicht nur eine unverbindliche Ankündigung bleibt.
Der Kreistag spricht sich für die vollständige Übernahme der Kosten für Asylbewerber durch das Land und den Bund aus. Dazu zählen auch sämtliche Kosten, die auch nach Abschluss eines erfolgreichen Asylverfahrens anfallen.
Der Kreistag fordert eine dezentrale Unterbringung der Asylbewerber. Die Unterbringung in Sammelunterkünften und Wohncontainern wird grundsätzlich abgelehnt, da diese einer ohnehin schwierigen Integration entgegen steht.
Der Kreistag fordert den Landrat auf, der Landesregierung mitzuteilen, dass der Landkreis Germersheim nicht bereit ist, Flüchtlinge aufzunehmen, wenn eine dezentrale Unterbringung nicht mehr möglich ist.
Der Kreistag befürwortet eine gesetzliche Verpflichtung zur Integration als Voraussetzung für ein erfolgreiches Asylbewerberverfahren."
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