Zitat Zitat von skydive Beitrag anzeigen
Nein, so ist es nicht ganz. Es wird immer berechtigte Kritik sein, die Alliierten Verbrechen nicht thematisiert zu haben, allerdings kann man nicht von einer Siegerjustiz sprechen, die fingierte Anklagen aufgetischt hat. Im Gegenteil, die "Beweise" für "Seife aus Judenfett" bekamen eine Nummer, tauchten jedoch noch nicht mal in der Anklageschrift auf, weil es den Nachweis gab, dass es die Versuche in deutschen Universitäten gab, jedoch die Toten die Hingerichteten aus nahegelegenen Zuchthäusern waren und nachweislich keine Juden. Es gab auch keine unfaire Prozessführung. Es ging auch nicht um eine Kollektivschuld Deutschlands. Angeklagt waren Einzelpersonen und in den Prozessen ging es um individuelle Schuld. So gesehen waren die Prozesse der Auftakt zur Verarbeitung der Nazizeit und der üblen Verbrechen, die ihresgleichen in der Geschichte suchen.

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Suchen diese Verbrechen wirklich ihresgleichen? Ich finde nicht, selbst Genozid ist nichts singuläres, neu war allenfalls der industrielle Maßstab, aber ist der der "besonderen Barbarei der Nationalsozialisten" geschuldet, oder nur den verfügbaren Mitteln, die - zum Beispiel - die Türken nicht hatten, als sie sich zum Genozid an den Armeniern "entschlossen"?

Tun wir mal einen Moment so, als sei hier wirklich beste Absicht im Spiel gewesen, dann bleibt die Tatsache, dass die Ankläger selbst moralisch zutiefst korrumpiert waren. Auch Amerikaner, Briten, Franzosen und besonders die Sowjets hätten auf eine Anklagebank gehört, und nicht nur einzelne Soldaten und Offiziere, sondern die militärisch wie politisch Verantwortlichen. Gäbe es nichts anderes, dann würde - zumindest mir - schon das genügen, um das IMT strikt abzulehnen.