
Zitat von
cajadeahorros
Der Manchesterkapitalismus "scheiterte" an der Arbeiterbewegung, zu einer Zeit, in der Streiks noch wirksam waren. Ansonsten funktionierte er prächtig. Dank der Automatisierung und dank des ungehemmten Imports von Lohndrückern sind Streiks inzwischen völlig sinnlos geworden, daher werden alle Errungenschaften der Arbeiterbewegung jetzt wieder zerstört, seit die UdSSR als grundsätzliche Gegenidee winselnd verreckt ist.
Was die ganzen Blockupyer, also die sagen wir mal 70% subjektiv ehrlichen Demonstranten (30% brüllende Krawallmacher, Gewerkschaftsbonzen und zynische "Links"parteifressen spreche ich gar nicht erst an) nicht begreifen ist, daß
- der "Kapitalismus" inzwischen längst Geschichte ist und sich auf offener Bühne in einen globalen Monopolismus transformiert hat.
- die "Macht der Banken" (Deutsche, Commerz etc.) nie kleiner war als heute (gelegentlich trifft man Leute, die von Schattenbanken sprechen, die sind auf dem richtigen Weg, Apple mit seinem 100 Mrd. Hedgefonds ist z.B. eine Schattenbank).
- die bööööösen Kapitalisten (Mittelständler, Geschäftsinhaber, Selbständige, leitende Angestellte) zu 95% keine Gegner, sondern Verbündete sind.
Was aber auch die 70% subjektiv ehrlichen Demonstranten ausblenden ist die Machtfrage. Würden "die da oben" ihnen ein "bedingungsloses Grundeinkommen" schenken (wofür "Links"partei und "Milliardäre" ja in erstaunlicher Einigkeit Werbung machen) - sie würden es annehmen, und dann ist die Falle zugeschnappt, dann sind sie endgültig zu Leibeigenen des Staates geworden, dessen einzige Funktion längst nur noch die Verwaltung der Knechte ist, alle Funktionen, die er als "Gesamtkapitalist" übernommen hat, weil der einzelne Kapitalist dafür zu schwach war - Bahn, Militär, Energie, Telekom, Straßen - wandern ja längst wieder zurück in die Hand der neuen Feudalherren.