Du hast recht.
Das mit der „Zwangsverpflichtung bei Borsig wegen eines jüdischen Erbteils“ stand so im Munsinger-Archiv.
Da es zahlreiche antikommunistische „Ehrenarier“ mit einem jüdischen Erbteil bis in die höchste NS-Spitze gab, vermutete ich schon früher, daß Bahr ein KPD-Genosse, wie Ernst Friesland alias Ernst Reuter (OB Westberlins), gewesen war. Vermutlich war er daher in ein Außenkommando des KLs Sachsenhausen eingewiesen worden, weil er sich im Sinne der Weisungen der Komintern betätigt hatte.
Der "Kampf gegen den Faschismus" mit "antifaschistischen" Organisationen und mit geheimen Methoden wurde auf dem VII. Weltkongreß (Juli 1935) der Komintern (Kommunistische Internationale) in Moskau von G. Dimitroff als Teil der Gesamtstrategie und zukünftigen Taktik der Kommunisten bestimmt.
Das Umgarnen von bürgerlichen Intellektuellen, Künstlern, Personen in bürgerlichen Medien, von Schriftstellern, liberalen und sozialen Politikern zur Schaffung von Symphatisanten für die Bildung ,"antifaschistische Bündnisse", verfolgte hintergründig den Zweck der KI: nützliche Werkzeuge zu schaffen für "die Taktik des Trojanischen Pferdes“.
(Vorwort zum Schauspiel, 1955, Leipzig)
Bei den Trotzkisten von der IV. Internationale heißt diese maulwurfsartige Wühltätigkeit in den sozialdemokratischen und grünalternativen Parteien heute „Entrismus”.
Noch eine weitere Taktik erwähnte Dimitroff 1935:
Die 1945 aus Moskau eingeflogene „Gruppe Ulbricht“ bemühte sich sofort, zusammen mit den Rotarmisten (z.B. den Wolfs), noch vor dem Einrücken der westlichen Sieger in ihre Berliner Sektoren, überall in Großberlin die Schlüsselpositionen mit Kommunisten, OdF’ler, bürgerlichen Widerstandskämpfern und Symphatisierenden zu besetzen. „Es muß demokratisch aussehen, aber wir müssen alles im Griff haben!“ (Walter Ulbricht, KPD/SED)
In diesem Sinne unterstützte Bahr vermutlich die sowjetischen und die KPD-Interessen in der „Berliner Zeitung“:
Bahrs Interview mit dem von den Sowjets eingesetzten OB Berlins auf Seite 2:
Auf Seite 3 dann der vorgenannte Propagandabericht des britischen Bischofs über die Seifenfabrik von Auschwitz, wo nach Angaben der „Polen“ täglich 24.000 Personen vernichtet worden seien sollen.
Es würde für die Geschichtsschreibung interessant sein zu erfahren, was Bahr über diese antideutsche Gräuelpropaganda in seiner Sowjetzeitung dachte, ob er diese Methoden billigte, die dann den AgitProp-Hintergrund im IMT-Prozeß spielten, oder wenn nicht,
warum er später nicht darüber öffentlich aufklärte.