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Um aufs neue wach werden zu können, musst Du ohne Frage vorher einmal eingeschlafen sein, und analog dazu, um geboren werden zu können, musst Du vorher schon einmal gestorben sein (Kabalah)
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In der Heimat mit dem Tod bedroht, im Feindesland als Illegale verfolgt: Auf Israels Straßen leben 500 schwule Palästinenser
Dieser Artikel behandelt ein Tabu-Thema: In Israel leben 500 illegale schwule Palästinenser, die von ihrer Familie aus ihrem Heimatland vertrieben wurden und auf den Straßen Israels um ihr tägliches Überleben kämpfen müssen. Der Verfasser des Artikels, Thorsten Schmitz, hat mit einem der „verlorenen Söhne Allahs“ über Ihre Situation gesprochen.
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Um aufs neue wach werden zu können, musst Du ohne Frage vorher einmal eingeschlafen sein, und analog dazu, um geboren werden zu können, musst Du vorher schon einmal gestorben sein (Kabalah)
Das Gebiet gehört immer noch zu Israel ebenso das Westjordanland, oder was glaubst warum Produukte aus dem Westjordanland immer noch mit "Made in Israel" beschriftet werden. Fast alle Landwirtschaftlichen Produkte in den Regalen von Deutschland wo Israel drauf steht stammen aus dem Westjordanland. Ausserdem werden die Palästinenser im Westjordanland immer noch unterdrückt.
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19. Mai 2010 19:25
Nahost
Allahs verlorene Söhne
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In der Heimat werden sie mit dem Tod bedroht und im Feindesland als Illegale verfolgt: Auf Israels Straßen leben etwa 500 schwule Palästinenser.
Von Thorsten Schmitz
Ein kühler Herbstwind pfeift durch die Straßen von Tel Aviv in dieser Dienstagnacht, und Mustafa zieht den Reißverschluss seiner Trainingsjacke zu. Der 23-Jährige sitzt auf der Lehne einer Holzbank im Gan Hachaschmal, einem Grünflecken im Süden der Mittelmeermetropole, und raucht eine Zigarette nach der anderen.
Nahost
Drei der 200.000 Teilnehmer der diesjährigen "Gay Parade" in Israel (Foto: Foto: AP)
Am Hals trägt der Muslim Mustafa einen Davidstern - als Tarnung. Manchmal hilft ihm der Davidstern, wenn die Polizeistreifen Patrouille fahren und die Jungs vom Gan Hachaschmal mit Taschenlampen anleuchten. Zur Tarnung gehört auch, dass Mustafa sich bemüht, Hebräisch ohne arabischen Akzent zu sprechen.
Mustafa heißt gar nicht Mustafa, aber seinen richtigen Namen will er nicht nennen. Er hat Angst, sagt er, dass seine Brüder diesen Artikel in die Hände bekommen könnten. Er sehnt sich nach seiner Familie und seinem palästinensischen Heimatdorf nahe Dschenin im Norden des Westjordanlandes. Aber zurück dorthin kann er nicht. Einer seiner Brüder hat gedroht, ihn umzubringen.
Und seine Mutter legt den Hörer auf, wenn er anruft. Für seine Familie existiert er nicht mehr, denn er hat ihre Ehre verletzt. Das Verbrechen Mustafas: Er ist schwul. Homosexualität wird in der palästinensischen Gesellschaft mindestens mit Verachtung und Gewalt, oft aber auch mit Mord gesühnt.
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Er habe Glück, überhaupt noch am Leben zu sein, sagt Mustafa. Er habe schon früh gespürt, dass er schwul ist. "Aber ich habe mich nicht getraut, darüber zu reden, weil ich wusste, dass das ein Todesurteil ist." Stattdessen spielte Mustafa mit seinen Freunden Fußball und redete mit, wenn über Mädchen gesprochen wurde. "Dabei habe ich Jungs hinterhergeschaut", erzählt Mustafa und schnippt die Zigarette weg.
Flucht oder Tod
Weil die Grenzen zwischen Westjordanland und Israel vor fünf Jahren noch durchlässiger waren, floh Mustafa manchmal nach Tel Aviv, wo er in Bars und Clubs erste homosexuelle Erfahrungen machte. Eines Tages hielt er die Heimlichtuerei nicht mehr aus und vertraute sich einem seiner Brüder an.
Doch der hatte kein Verständnis, zumal er wenig später heiraten sollte. Wäre Mustafas Homosexualität bekannt geworden, hätten die Eltern der Braut die Hochzeit abgeblasen. Der Bruder nannte ihm zwei Optionen: "Entweder du verschwindest aus unserem Leben oder du bist tot." Das war vor fünf Jahren. Mustafa floh ins benachbarte Feindesland, nach Israel.
Verglichen mit den Palästinensergebieten leben Schwule und Lesben hier im Paradies: Sie müssen sich nicht verstecken, Männer laufen händchenhaltend durch Tel Aviv, jedes Jahr zur Gay-Parade strömen 200.000 Israelis nach Tel Aviv, darunter viele Heterosexuelle und Familien.
Werbung für "rosa Urlaub"
Das Tourismus-Ministerium will nun mit einer PR-Kampagne in Schwulen-Metropolen wie Berlin oder San Francisco für "rosa Urlaub" am Strand und in den Clubs von Tel Aviv werben. Die zunehmende Toleranz zeigt auch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs in Jerusalem vom vergangenen Dienstag. Künftig können Schwule und Lesben, die im Ausland geheiratet haben, ihre Verbindung beim Einwohnermeldeamt registrieren lassen.
Für Illegale wie Mustafa jedoch bleibt selbst die relative Freiheit, die Israel den Homosexuellen heute bietet, nur ein großer Traum. Er lebt seit seiner Flucht in den Straßen von Tel Aviv. Der kleine Park Gan Hachaschmal im Süden der Stadt ist sein Wohnzimmer geworden. Mustafa verkauft hier seit drei Jahren nachts seinen Körper an (meist jüdische) Männer. Tagsüber ist die Grünanlage Erholungsoase für die Besitzer und Kunden der angrenzenden Modegeschäfte und Restaurants, mit anbrechender Dunkelheit verwandelt sie sich in einen Männer-Strich.
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