
Zitat von
RUMPEL
Das haben wir so Einiges gemeinsam. Vor allem Ähnliches erlebt. Ich kam mit meiner Mutter aus dem noch weiteren Osten, aus Lodz oder, wie es damals hieß, Litzmannstadt. Mein Vater war als Beamter dorthin 1940 versetzt worden.
An Lodz kann ich mich noch erinnern. Ich fuhr mit meiner Mutter 1 bis 2 mal wöchentlich in die Stadt, und wir kamen dann auch jedes mal mit der Trambahn durch das Juden-Ghetto. In der ersten Zeit konnte man den Ghetto-Bewohnern noch aus dem Fenster zuwinken. Das war eines Tages vorbei. Die Fenster wurden abgedunkelt, und ich konnte nur an der Seite noch ein wenig hinaus schauen. Es waren kaum noch Leute auf den Straßen zu sehen. Wo die Leute geblieben waren, wussten meine Eltern nicht. Nach dem Krieg erfuhr meine Mutter, dass man sie nach Kulmhof/Chelmno gebracht habe zur Vergasung. Aber obwohl wir zwischen Lodz und Chelmno wohnten, war dort von Vergasungen oder anderen Tötungsaktionen nichts bekannt geworden.
Alles andere, Luftschutzkeller, Sirenen, Bombenhagel usw usw war ja überall in Deutschland der 24-Stunden-Ablauf. Die Flucht aber aus dem Osten bei über 20 Grad minus, die Tieflieferangriffe auf die unbewaffneten Flüchtlingstrecks mit anschließend Hunderten von toten Flüchtlingen, meist Frauen und Kinder oder alte Leute, und Pferden ist mir auch noch in guter (?) Erinnerung. Ach, ich glaube, wir könnten viel erzählen, NEREUS, und nicht eine Silbe, nicht ein Wort davon wären gelogen. Haben wir gar nicht nötig.
Ja, man kann vergessen. Will ich aber nicht, denn wer vergisst, der ignoriert seine Geschichte und seine Vergangenheit und lässt sich das als Tatsachen vorsetzen, was einem "politisch-korrekte" Politiker und Geschichtsbeamte als Wahrheit unterjubeln wollen. Aber so, wie diese Herrschaften das ständig versuchen, war es eben auch nicht.