Ein guter Teil dieser Absurdität ist der zu frühen und zu eindeutigen Festlegung von "gut und böse" in Medien und Politik geschuldet. Das ist ein Phänomen, das im Zusammenhang mit dem gesamten sogenannten "arabischen Frühling" zu beobachten war und nach wie vor ist, der in einer unfassbaren Pauschalität jede "Erhebung" gegen eine bestehende Regierung - welcher Qualität auch immer - als lang erwarteten Ausdruck einer Demokratisierung gewertet und präsentiert hat, ohne dabei nach Motiven und Zielen derer auch nur zu fragen, die treibende Kräfte dabei waren.
Im Fall Libyen sind die Medien vor dem Zusammenbruch dieses potemkinschen Medien-Dorfes bereits in die konsequente Wortlosigkeit geflüchtet, gefolgt von der Politik, ähnliches ist für Tunesien zu beobachten, das aus den Medien nahezu verschwunden ist. In Ägypten wird gerade die nächste Vollwende unwillig vollzogen, die Angst, sich erneut auf die "falsche Seite" als mediales Hätschelkind festzulegen, ist in jeder Form Berichterstattung deutlich spürbar. Nur in Syrien kann man ein Festhalten an der ursprünglichen Position beobachten, das an das Verhalten eines Starrsinnigen erinnert, der mit jeder neuen Lüge die Wahrheit zu beweisen sucht, für die er sich entschieden hat.
Ebenso gemeinsam ist allen Darstellungen des "arabischen Frühlings", dass konsequent auf eine Beleuchtung der geopolitischen Hintergründe und der Motive der verwickelten Großmächte verzichtet wird, und diese höchstens in der Rolle von "Schwert und Schild der Freiheit, Demokratie und Menschenrechte" erscheinen. Anders ist das Ausbleiben der Frage nach der geistigen Gesundheit von z.B. Laurent Fabius und John McCain kaum zu erklären, die ganz unverholen mit Krieg drohen.
Das in der versippten und verfeindeten Welt der islamischen Terrororganisationen hier quasi "Glaubensbrüder gegen Glaubensbrüder" kämpfen, ist noch eher eine der gewöhnlicheren Facetten dieses Themas.



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