Ich persönlich würde beispielsweise einmal kritisch hinterfragen, ob die Bildungseffekte nicht weniger mit Intelligenz als mit der Größe der Gruppe in unserer Gesellschaft zu tun hat.
Andere Migrantengruppen sind wesentlich kleiner und haben daher einen wesentlich stärkeren Intergrationsdruck, während Personen mit türkischen Migrationshintergrund wesentlich leichter auf türkische Netzwerke zurückgreifen können. Das bedeutet aber letztendlich auch, dass Deutschland sich mehr um die Integration von Türken bemühen muss als um die kleineren Gruppen.
Und eigentlich ist der Hinweis von Thilo Sarrazin auf das Problem mit muslimischen Einwandern auch sehr wichtig, allerdings nicht seine Schlussfolgerungen, dass es mit Genen und der Kultur zu tun hat. Vielmehr würde ich argumentieren das religiöse Gemeinschaften immer ein Art alternatives Modell zu einer säkularisierten Gesellschaft aufbauen, weil die Mitglieder leichter auf Netzwerke zurückgreifen können.
Meiner Meinung nach leitet sich daraus aber ab, dass wir als Gesellschaft uns darüber Gedanken machen müssen, wie diese Gruppen integriert werden können. Auf kulturelle Argumente zu pochen, wie das Thilo Sarrazin macht, ist recht kontrapoduktiv. Auch wenn es richtig sein mag, dass unsere Arbeitsethik und unser Bildungssystem stark durch christliche Traditionen geprägt ist und deshalb ein Unterschied zu anderen Kulturräumen erkennbar ist.
So müssen wir uns auch ernsthaft fragen, ob unser Bildungssystem und die Arbeitsethik mit unseren aufklärerischen Ansprüchen der Gleichheit und Nichdiskriminierung schritthalten. Oder ob unser Bildungssystem nicht ein wenig zu undurchlässig ist und wir deshalb gewisse Gruppe ausschliessen.




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