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Thema: Krisenherd Venezuela

  1. #1871
    Mitglied Benutzerbild von Achilleas
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    Standard AW: Krisenherd Venezuela

    Zitat Zitat von Bettmaen Beitrag anzeigen
    Muss man dann zu den Verbrechen der USA applaudieren? In den USA erwirbt man Achtung, wenn man Tacheles redet und Rückgrat zeigt, nicht indem man Merkel spielt.

    In der AfD gibt es einen Richtungskampf zwischen den Transatlantikern und Souveränisten, die von Höcke, Rainer Rothfuß und anderen repräsentiert werden.

    Außerdem bin ich dagegen, blind einer Partei zu folgen. Wir sollten Politiker vor uns hertreiben. Sie sind unsere Diener, egal welcher Partei sie angehören.

    Was hier einige abgelassen haben, ist dermaßen dumm. Motto: Die Partei hat immer Recht. Nein, auch die AfD kann sich irren bzw. deren Führung. Diejenigen, die Meinungsfreiheit auf die Fahnen geschrieben haben, springen auf die Palme, wenn man kleinste Kritik übt, nicht mal an der ganzen Partei, sondern an einzelnen Vertretern. Nur Idioten können glauben, dass es in der AfD keine U-Boote gibt und keine falschen Fuffziger gibt. Manchmal denke ich mir, dass der ganze Widerstand keinen Sinn ergibt. Die Welt will betrogen werden, sie will keine bitteren Wahrheiten hören und lesen.

    Dein sachlicher Einwand ist hoch einzuschätzen. Er ist eine Ausnahme. Hier schreiben sehr kluge und angenehme Zeitgenossen, aber auch Typen, die Abschaum sind und die im Grunde Analphabeten sind, aber einem die Welt erklären wollen. Wenn ich frage, was es auszusetzen an meinem Beitrag gibt, kommt als Antwort: "Du schreibs blödsinn." (Das ist ein Originalzitat). Was soll man mit solchen Schwachköpfen machen? Richtig: auf die Ignorierliste verbannen.
    Ich verstehe dich sehr gut – und ehrlich gesagt sprichst du damit etwas aus, das viele denken, sich aber kaum noch trauen offen zu sagen. Gerade dein Punkt, keiner Partei blind zu folgen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von politischer Reife.
    Genau so funktioniert echte Demokratie: Politiker sind keine Heilsbringer, sondern Beauftragte auf Zeit, die kritisiert, kontrolliert und notfalls auch unter Druck gesetzt werden müssen.

    Daß du innerhalb der AfD unterschiedliche Strömungen benennst, zeigt ebenfalls, daß du realistisch und nicht ideologisch auf Politik blickst. Ja, diesen Richtungskampf gibt es – und gerade das unterscheidet die AfD von den etablierten Parteien, bei denen Abweichung längst sanktioniert wird und echte Debatte kaum noch stattfindet. Daß es auch dort Fehlbesetzungen, Mitläufer oder sogar "U-Boote" geben kann, ist kein Argument gegen die AfD, sondern ein Argument dafür, wachsam zu bleiben.

    Und genau hier liegt für viele der entscheidende Punkt:
    Die AfD ist nicht perfekt – aber sie ist die einzige echte politische Alternative, die grundlegende Themen überhaupt wieder auf die Agenda gesetzt hat. Ohne sie gäbe es keine Debatte über Migration, Energiepolitik, Souveränität, Meinungsfreiheit oder den Machtverlust der Parlamente. Daß man sie kritisieren darf und muss, macht sie nicht schwächer – im Gegenteil, das ist ihre Chance, besser zu werden.

    Deine Frustration über die Diskussionskultur ist absolut nachvollziehbar. Wer auf sachliche Einwände nur mit "du schreibst Blödsinn" reagiert, entlarvt nicht den Kritiker, sondern sich selbst.
    Solche Reaktionen zeigen genau das Problem unserer Zeit: Parolen statt Argumente, Gesinnung statt Denken. Daß du trotzdem differenziert bleibst, spricht für dich – nicht gegen dich.

    Kurz gesagt:
    Ja, der Widerstand ist mühsam. Ja, er ist oft frustrierend. Aber ohne Menschen wie dich, die nicht in Parteikult verfallen, sondern kritisch UND offen bleiben, gäbe es überhaupt keine Hoffnung auf Veränderung.
    Die AfD ist nicht das Ende der Entwicklung – sie ist der Anfang einer notwendigen Korrektur. Und was daraus wird, hängt auch davon ab, ob Leute wie du weiter den Mund aufmachen.

  2. #1872
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    Standard AW: Krisenherd Venezuela

    Zitat Zitat von DonauDude Beitrag anzeigen
    Haltlose Behauptung? Maduro wurde 2024 mit 2/3-Mehrheit abgewählt, aber hat die Macht nicht abgegeben.





    In Venezuela fand am 28. Juli 2024 eine Präsidentschaftswahl statt. Offiziell erklärte die staatliche Wahlbehörde Nicolás Maduro zum Sieger mit rund 51 % der Stimmen, gegenüber etwa 43 % für den Oppositionskandidaten Edmundo González.


    Und komm jetzt nicht mit; "Dann wurde die Wahl gefälscht!" Jede Wahl die entgegen der Erwartungen des Wertlos-Westen ausgeht, gilt als "gefälscht".


    Venezuelas Wahlsystem kurz erklärt

    Venezuelas elektronisches Wahlsystem ist weltweit einzigartig. Die Wahlbehörde CNE erklärt Technologie und Wahlverfahren


    [Links nur für registrierte Nutzer]

    Das ist praktisch schon Goldstandard
    Ich bin frei von Vorurteilen. Ich hasse alle Menschen gleichermaßen. #W. C. Fields#

  3. #1873
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    Standard AW: Krisenherd Venezuela

    Zitat Zitat von Blasphemist Beitrag anzeigen
    Sie hat ebenso wie die Blockparteien Verflechtungen zur Hochfinanz. Alice Weidel war früher bei Goldman Sachs angestellt.
    Ach so, Alice Weidel war mal bei Goldman Sachs – und zack, ist die AfD plötzlich Teil der Hochfinanz?
    Nach dieser Logik müsste man die komplette Altparteienriege gleich mit entsorgen: Ex-Vorstände, Lobbyisten, Aufsichtsräte, NGO-Karrieristen, Drehtürpolitiker ohne Ende.

    Der Unterschied ist doch offensichtlich: Bei CDU, SPD, Grünen und FDP sind diese Verflechtungen System, bei der AfD sind es Einzelfälle.
    Wer das bewusst gleichsetzt, will keine Aufklärung, sondern jede echte Alternative kleinreden nach dem Motto: "Sind doch eh alle gleich." Genau dieses Narrativ hält das Kartell am Leben.

    Nicht der frühere Job einer Person ist entscheidend, sondern wer heute wessen Interessen vertritt. Und da ist der Befund klar: Die AfD stört das Spiel – und genau deshalb wird sie mit solchen billigen Gleichsetzungen attackiert.

  4. #1874
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    Standard AW: Krisenherd Venezuela

    Es gibt einen lesenswerten Artikel zum Thema AfD und ihre Nähe zu Trump, dem Führer des Weltterrorismus.
    Seien Sie informiert.
    -
    Das Venezuela-Dilemma der AfD

    Das US-Vorgehen in Venezuela bringt die AfD in Erklärungsnot.
    Ausgerechnet die Nähe zu Trump und der MAGA-Bewegung kollidiert mit den eigenen außenpolitischen Ansprüchen.
    Das Vorgehen der USA in Venezuela stellt die AfD vor ein außenpolitisches Dilemma. Jahrelang hat die Partei ein demonstrativ positives Verhältnis zu Donald Trump und seinem politischen Umfeld gepflegt. Nun aber zwingt der US-Einsatz in dem südamerikanischen Land die AfD zu einer Positionierung, die einen Widerspruch offenlegt: zwischen der ideologischen Nähe zu Trump und den eigenen außenpolitischen Grundsätzen.

    Besonders deutlich wird das an den aktuellen Aussagen von Markus Frohnmaier, Vizechef der AfD-Bundestagsfraktion.
    Zuerst erklärte Frohnmaier auf der Plattform X zum US-Angriff auf Venezuela und zur Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro, man sehe „Eingriffe in die Souveränität anderer Staaten kritisch“ und halte „am Prinzip der Nichteinmischung fest“.

    In der Nacht zum Samstag hatten die USA bei einem militärischen Angriff auf Venezuela den Staatspräsidenten Maduro sowie seine Ehefrau Cilia Flores gefangen genommen und außer Landes gebracht. Sie sollen in New York vor Gericht gestellt werden, unter anderem wegen des Vorwurfs des „Drogenterrorismus“.

    Frohnmaier verwies auf die Lage in Venezuela: Die Wahlergebnisse dort seien international nicht anerkannt, Oppositionsparteien verboten und von Wahlen ausgeschlossen. Zudem gelte das Land als „zentraler Urheber des Kokainschmuggels nach Europa“. Eine abschließende Bewertung des US-Vorgehens wollte der Außenpolitiker zunächst aber nicht vornehmen, woraufhin die frühere AfD-Chefin Frauke Petry auf X schrieb: „Du eierst rum!“

    Tatsächlich vermied Frohnmaier mit seiner Wortwahl sowohl offene Kritik an Washington als auch Zustimmung zum US-Vorgehen.
    Später schwenkte er dann in einem weiteren Kommentar auf X um, indem er das Völkerrecht relativiert und die Gewaltpolitik großer Staaten quasi legitimiert.„Venezuela zeigt: Völkerrecht ist ein Narrativ, kein Recht“, schreibt Frohnmaier. „Ohne Souverän, Gericht und Durchsetzung bleibt es Ohnmachtsrhetorik für Schwache.“ Er beruft sich dabei auf die „Großraum“-Idee des NS-Juristen Carl Schmitt.

    Experte attestiert der AfD einen „selbstverleugnenden Opportunismus“

    „Die Welt ordnet sich schmittianisch neu“, behauptet Frohnmaier. „USA sichern Südamerika, Russland beansprucht die Ukraine und ringt in Zentralasien mit USA & China, China Ostasien – Taiwan als Sollbruchstelle. Europa hingegen hat keinen Großraum und wird von orientierungslosen Kindern verwaltet.“ Damit redet Frohnmaier einer Außenpolitik das Wort, in der letztlich der Stärkere seine Ordnung durchsetzt.

    „In der Tat zeigt sich hier ein Dilemma“, sagte der Mainzer Politikwissenschaftler Kai Arzheimer dem Handelsblatt. „Teile der AfD, zu denen prominent auch Frohnmaier zählt, haben größte Sympathien für Russland, das mit Venezuela verbündet ist.“ Zugleich habe sich die AfD spätestens seit 2024 verstärkt Trump und dessen MAGA-Bewegung angenähert.

    Hinzu kommt, dass sich die Partei in ihrem Grundsatzprogramm klar zu den Werten der Charta der Vereinten Nationen und des Völkerrechts bekennt. Außerdem heißt es dort: „Die AfD fordert eine strikte Einhaltung des Nichteinmischungsgrundsatzes in innere Angelegenheiten von Staaten, auch durch nichtstaatliche Akteure.“ Der Angriff der USA auf Venezuela widerspricht jedoch nach Einschätzungen von Rechtswissenschaftlern diesen Grundsätzen.

    Der Bochumer Politikwissenschaftler Oliver Lembcke wertet die Aussagen von Frohnmaier als Ausdruck eines „selbstverleugnenden Opportunismus – insbesondere gegenüber den Großmächten USA, China oder Russland“. „Man will es sich weder mit Donald Trump noch mit Wladimir Putin – einem der letzten Unterstützer von Nicolás Maduro – verscherzen“, sagte Lembcke dem Handelsblatt. Allerdings lasse sich auch nicht behaupten, fügte Lembcke hinzu, „dass sich andere deutsche Parteien derzeit mit klaren Stellungnahmen besonders weit nach vorn wagen“.

    Andererseits pflegt derzeit keine andere Partei so enge Kontakte zu Trumps Republikanern wie die AfD. Nach der US-Präsidentschaftswahl hatte AfD-Chefin Alice Weidel Trump wegen dessen Eintretens für nationale Interessen als Vorbild bezeichnet. Co-Parteichef Tino Chrupalla reiste im Januar 2025 zu seiner Amtseinführung nach Washington. Weidel bekam Wahlkampfunterstützung von Trump-Berater Elon Musk und traf zudem Vizepräsident J.D. Vance am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz.

    Bundestagsabgeordnete der AfD haben zuletzt eine Reise nach Washington und New York genutzt, um Kontakte zu Trumps Regierung und zu seiner Partei zu vertiefen. Fraktionsvize Frohnmaier kündigte bei seinem US-Aufenthalt einen Kongress im Februar in Berlin an, zu dem Vertreter des US-Außenministeriums, Kongressabgeordnete und US-Lobbyorganisationen eingeladen werden sollen. Im selben Monat findet in Deutschland die Münchner Sicherheitskonferenz statt.

    Trumps MAGA-Bewegung und die AfD stehen sich inhaltlich nahe

    Frohnmaier, der auch Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 ist, hat im Dezember in New York auf einer Gala des einflussreichen New York Young Republican Club einen Preis entgegengenommen. In seiner Dankesrede beschwor er eine „Allianz“ von „Patrioten“ in den USA und Deutschland.
    -
    handelsblatt vom 5.1.2026
    [Links nur für registrierte Nutzer]
    -
    Antwort bei Anstand und nicht Duzen für: Zack1, Stanley_Beamish, Larry Plotter, Hitman, XARRION, SingSing, ABAS, Nathan, mabf, Le Bon, Würfelqualle, witcher, Flaschengeist. Ötzi, Götz, GSch, tosh, Empirist, Ruprecht, Pommes, Mäcki. Hay, Kotzfisch, Minimalphilosoph, Schlummifix, amendment
    Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. (hellenische Mysterien, Dionysos, später als Plagiat im Christentum)

  5. #1875
    Hüter der Idee Benutzerbild von amendment
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    Standard AW: Krisenherd Venezuela

    Zitat Zitat von Differentialgeometer Beitrag anzeigen
    Hat sich der Spiegel eigentlich auch von der westlichen Kultur verabschiedet?!

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    Also genau was ich gestern schrieb….
    Da ich dezidiert an dich hier in diesem Forum die allerhöchsten Erwartungen habe - deine zweifelsfreie Präzision im Denken auf mathematischem Gebiet setze ich nämlich bei allen Diskussionsinhalten voraus! - und ich unseren privaten Kontakt schätze, werde ich jetzt mal exemplarisch die mediale Berichterstattung zur "Causa Maduro" analysieren. Auch bin ich dann auf die Kritik unseres "Neu"-Users A.Lincoln gespannt...

    Zunächst beschreibe ich mal unsere deutsche Medienlandschaft mit Schlagworten, propagandistisch besetzten Floskeln und bewusst tendenziös gehaltenen "Bauchgefühlen".

    Systempresse, links-woke Meinungsdeutung, multikulturelles "Werte-Mischmasch", von Putin aversiv bis extrem antirussisch, proisraelisch, die USA als unseren transatlantischen Wertevorgeber geradezu unkritisch akzeptierend; die Öffentlich-Rechtlichen als unkritische Verkünder regierungsfreundlicher Meinungsvorgaben. Meinungsalternativen unterdrückend bis hin zu totalitär verbietend. So - bis hierhin erstmal genug.

    Parallel zum Schreiben habe ich gerade die neuesten Nachrichten zum Stand der "Causa Maduro" gehört und musste schmunzeln... Hier die verwendeten Begriffe und Formulierungen:

    Maduro wurde entführt; das geschah durch einen völkerrechtswidrigen Angriff; er durfte sich nur kurz mit seinen Personalien vorstellen, die nächste Anhörung ist dann erst wieder Ende März; beide Entführten haben Verletzungen; der Anwalt vermutet Rippenbrüche bei der Präsidentengattin.

    Zwischenbemerkung: Als unsere "Systempresse" noch "sauber" und präzise arbeitete, hieß es noch: Die mutmaßlichen Terroristen Christian Klar und Adelheid Schulz wurden bei einem Polizeieinsatz festgenommen...

    Mutmaßlich, Polizeieinsatz und nicht: Die Terroristen wurden bei einem Polizeieinsatz entführt.

    Der formaljuristische und somit auch qualitative Unterschied bei der Wortwahl in solch einer Berichterstattung ist gravierend!

    Selbstverständlich machen Medien Meinungen, selbstverständlich sind mediale Informationen von der Auswahl her "gewichtet" und auch inhaltlich "tendenziös" - aber eine Information ist eine Information und eine "aufgearbeitete" bzw. "vorbewertete" Information ist eine Manipulation!

    Zum SPIEGEL und seinem Renommee in der deutschen, aber auch internationalen Medienlandschaft.

    Der SPIEGEL ist "links"(liberal), war es schon immer und soll es auch im Eigenverständnis bleiben!

    Der SPIEGEL war stets und immer sehr, sehr "amerikakritisch". Regierungskritisch. Und kritisch gegenüber Despoten, autoritären Regimen und narzißtischen Staatsoberhäuptern. Und ein Donald Trump ist für dieses Magazin geradezu ein rotes Tuch...

    Aber der Spiegel will wie jedes Printmedium natürlich auch Auflage verkaufen, Auflage "machen"! In der aktuellen Berichterstattung zur Causa Maduro heißt das: Rein Inhaltliches natürlich auch tendenziös "erhitzen". Nicht ganz bis zum Siedepunkt, aber möglichst nahe daran.

    Der Friedrich Merz ist eben nicht nur deutscher Bundeskanzler, sondern ein CDU-Kanzler - das alleine schon bedingt, dass er grundsätzlich sein Fett wegbekommt". Dazu ein latenter und subtiler Antiamerikanismus und ein offener Anti-Trumpismus und schon haben wir eine "aufbereitete Gemengelage", die zu solchen bizarren Gedankenspielchen führt, wie sie in deinem Textbeispiel vorzufinden sind.

    Doch kommen wir nun zur eigentlichen Sache: Ein deutscher Bundeskanzler hat die Aufgabe und die Pflicht, sich in seinen Äußerungen möglichst diplomatisch zu verhalten - der US-amerikanische Präsident ist geradezu ein Paradebeispiel, wie man es nicht macht!

    Deutschland muss bei aller Kritik in seinen Formulierungen natürlich auch beachten, dass wir vom Goodwill der USA und ihres Präsidenten abhängig sind, was die weitere Unterstützung der Ukraine betrifft. Verprellte man einen Donald Trump, reagierte der vielleicht wie eine "beleidigte Leberwurst" und ließe uns bezüglich der dringend benötigten, weiteren Unterstützung quasi "im Regen stehen". Wie wir, wie Deutschland und wie die EU reagieren, ist diplomatische Realpolitik!

    Wir alle wissen, dass Donald Trump ein selbstgefälliges, narzißtisches Großmaul ist; ein bauunternehmerischer Multimilliardär als Dealmaker und alles andere als ein "Diplomat von Format"!

    Und vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen Lage gerade in dieser Situation, in der "Causa Maduro" den Werte-Mahner zu mimen, der einem Donald Trump mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommt, käme einem politischen Selbstmord gleich.

    Wir vergessen darüber hinaus aber weder unsere Werte noch unsere Ziele und erst recht nicht unsere europäische Gemeinschaft der freien Völker. Aber wir werden ab sofort "unser Ding" machen und die Bewertung dieses mutmaßlich völkerrechtswidrigen Militäreinsatzes - das ist die korrekte, untendenziöse Bezeichnung - den internationalen Rechtsexperten und natürlich auch den Vereinten Nationen überlassen...

  6. #1876
    Mitglied Benutzerbild von Achilleas
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    Standard AW: Krisenherd Venezuela

    Trumps aktuelle Außenpolitik folgt einem klaren Muster: Macht vor Moral, Interessen vor Regeln. Das zeigt sich sowohl in Südamerika als auch beim Thema Grönland.

    In Südamerika setzt Trump wieder offen auf eine Neuauflage der Monroe-Doktrin. Venezuela wird nicht als souveräner Staat betrachtet, sondern als geopolitisches Problem im "Hinterhof" der USA. Statt Diplomatie dominieren Druck, Drohungen und direkte Einflussnahme. Ziel ist weniger Demokratie, sondern Kontrolle: über Migration, Rohstoffe, Energie und den Einfluss Chinas und Russlands. Kurzfristig mag das Stärke demonstrieren, langfristig destabilisiert es die Region und erzeugt neuen Anti-US-Reflex.

    Grönland ist ein anderes, aber verwandtes Beispiel. Hier geht es um Geostrategie: Arktis, Militärbasen, neue Handelsrouten und Rohstoffe. Trumps Aussagen zeigen, daß die USA bereit sind, auch gegenüber Verbündeten knallhart Interessen durchzusetzen. Für Dänemark und Europa ist das ein Warnsignal: Bündnisse gelten nur, solange sie den US-Interessen nicht im Weg stehen.

    Was folgt daraus für Europa?

    Europa darf weder blind auf Washington hören noch in antiamerikanischen Reflex verfallen. Stattdessen braucht es:

    -eine eigene außenpolitische Linie, die europäische Interessen priorisiert

    -mehr strategische Eigenständigkeit, militärisch wie wirtschaftlich

    -klare rote Linien bei Souveränität (z. B. Grönland), aber Dialog statt Eskalation

    -stärkere Beziehungen zu Lateinamerika jenseits der US-Agenda

    Kurz gesagt: Trumps Politik ist nicht irrational, sondern konsequent interessengeleitet. Genau deshalb sollte Europa aufhören, moralisch zu dozieren – und anfangen, selbst realpolitisch zu handeln.

  7. #1877
    Hüter der Idee Benutzerbild von amendment
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    Standard AW: Krisenherd Venezuela

    Zitat Zitat von Achilleas Beitrag anzeigen
    Ach so, Alice Weidel war mal bei Goldman Sachs – und zack, ist die AfD plötzlich Teil der Hochfinanz?
    Nach dieser Logik müsste man die komplette Altparteienriege gleich mit entsorgen: Ex-Vorstände, Lobbyisten, Aufsichtsräte, NGO-Karrieristen, Drehtürpolitiker ohne Ende.

    Der Unterschied ist doch offensichtlich: Bei CDU, SPD, Grünen und FDP sind diese Verflechtungen System, bei der AfD sind es Einzelfälle.
    Wer das bewusst gleichsetzt, will keine Aufklärung, sondern jede echte Alternative kleinreden nach dem Motto: "Sind doch eh alle gleich." Genau dieses Narrativ hält das Kartell am Leben.

    Nicht der frühere Job einer Person ist entscheidend, sondern wer heute wessen Interessen vertritt. Und da ist der Befund klar: Die AfD stört das Spiel – und genau deshalb wird sie mit solchen billigen Gleichsetzungen attackiert.
    Aber unser Bundeskanzler Friedrich Merz war mal bei Blackrock - und zack, ist somit plötzlich Teil der Hochfinanz?

    Erkenne die Unausgewogenheit der Vorwürfe!

  8. #1878
    Mitglied Benutzerbild von Achilleas
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    Standard AW: Krisenherd Venezuela

    Zitat Zitat von amendment Beitrag anzeigen
    Aber unser Bundeskanzler Friedrich Merz war mal bei Blackrock - und zack, ist somit plötzlich Teil der Hochfinanz?

    Erkenne die Unausgewogenheit der Vorwürfe!
    Schau, merkst du, wie unausgewogen die Vorwürfe sind? Merz bei BlackRock zeigt, wie tief die Altparteien im System stecken, während Weidel bei Goldman Sachs einfach nur Erfahrung gesammelt hat – und dafür habe ich ihr nichts vorzuwerfen.
    Genau diesen Unterschied kapieren viele leider nicht.

  9. #1879
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    Standard AW: Krisenherd Venezuela

    Gibt es eigentlich auch Dienstgrade für Sofakrieger?

  10. #1880
    Hüter der Idee Benutzerbild von amendment
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    Standard AW: Krisenherd Venezuela

    Zitat Zitat von Achilleas Beitrag anzeigen
    Schau, merkst du, wie unausgewogen die Vorwürfe sind? Merz bei BlackRock zeigt, wie tief die Altparteien im System stecken, während Weidel bei Goldman Sachs einfach nur Erfahrung gesammelt hat – und dafür habe ich ihr nichts vorzuwerfen.
    Genau diesen Unterschied kapieren viele leider nicht.
    Falsche Interpretation. Merz Tätigkeit bei Blackrock hat nichts mit einem parteipolitischen Hintergrund zu tun. Merz arbeitete dort als Privatmann. Desgleichen gilt für Alice Weidel während ihrer Tätigkeit bei Goldman Sachs.

    Es besteht also kein Unterschied!

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