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Thema: Machtwechsel im Niger

  1. #101
    SchwanzusLongusGermanicus Benutzerbild von ABAS
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    Standard AW: Blackhawk Down Szenario in Afrika für deutsches Kontingent

    Zitat Zitat von Nicht Sicher Beitrag anzeigen
    Über Algerien könnte Russland große Mengen moderner Waffen in den Niger bringen, samt Wagner-Kämpfern, welche diese Bedienen. Algerien ist nämlich der wohl wichtigste Partner Russlands in Nordafrika und bezieht riesige Mengen an Waffenlieferungen seit vielen Jahren. Da ist fast alles dabei, vor allem was hier relevant wäre:

    Pantsir-S1/S2/SM
    Buk-M2E
    S-300PMU2

    Alle drei sind hochmodern und wären eine sehr große Gefahr für die Nato Luftwaffe. Dazu Hat Algerien große Mengen moderner Artillerie wie BM-30, TOS-1A etc. Natürlich würde nicht Algerien diese Waffen direkt und offiziell liefern und auch nur einen kleinen Teil davon, den Russland später ersetzen würde mit beispielsweise zusätzlichen Rabatten bei neuen und bestehenden Verträgen. Dazu müsste Russland nur erklären, dass es den Niger, Mali und Burkina Faso gegen die Nato-Aggression mit Waffenlieferungen unterstützen werde. Das wäre eine Steilvorlage, würde die Nato da was starten.

    Solche Geschichten habe ich letztes Jahr vorausgesagt, dass wir in eine Zeit der Stellvertreterkriege, genauer gesagt vom Westen reingebracht worden sind, durch den Putsch in der Ukraine 2014 und die systematische Aufrüstung und den Genozidversuch an den Russen dort. Wer glaubt, nur die Nato kann solche Spielchen mit Stellvertreterkriegen abziehen, der wird sich noch stark wundern. Sollte die Nato da wirklich militärisch was starten, hoffe ich, dass Russland es genauso macht und diesem Terroristenverein eine Lektion erteilt.

    Passend dazu: [Links nur für registrierte Nutzer]. Und bekanntlich ist ja Wagner ganz groß in Mali unterwegs ...
    Exzellenter Beitrag!

    Durch die globale Strategie der Russischen Foederation und VR China erweitern die klugen, weitsichtigen Genossen nicht nur ihre Maerkte und ihren politischen Einfluss sondern rechnen gleichzeitig mit dem US Schurkenimperium ab, welches sich durch Diebestouren, Raubueberfaelle und (Buergerkriegs) Exporte in Laender der Begehrlichkeit einen unlauteren Marktzutritt verschafft und zur Ausbeutung westliche Regierungsmarionetten installiert hat.

    Die Genossen der Russischen Foederation und VR China raeumen global nun gruendlich auf. Die USA werden eine Regierungsmarionette nach der Andereren verlieren und von der Marktbearbeitung dauerhaft ausgeschlossen.

    Neben den USA ist gerade fuer die " Grande Nation " der herbeigefuehrte Machtwechsel in Niger besonders fatal, weil die
    Franzosen das * Uranerz fuer ihre AKWs bisher ausbeuterfreundlich " fuer umme " aus dem Niger bezogen haben.

    Niger Geschichte

    Vermutlich wurde das Gebiet der heutigen Republik Niger schon in der Altsteinzeit besiedelt. Ab der Zeit des europäischen Mittelalters gab es mehrere große Reiche und Stadtstaaten (Songhai-Reich am Fluss Niger, Kanuri im Südosten des Landes, Stadtstaaten der Haussa). Die Städte, die entlang der Route der Kamelkarawanen durch die Sahara bis ans Mittelmeer bzw. nach Osten ans Rote Meer lagen, wurden aufgrund des regen Handels mit Gold, Salz und Sklaven äußerst wohlhabend. Ab dem 11. Jahrhundert wanderten Angehörige des Berberstammes der Tuareg in den Norden des heutigen Niger ein und vertrieben die dort ansässigen Haussa. Das Zentrum der nomadisch lebenden Tuareg wurde das Aïr-Gebirge und die Stadt Agadaz, ebenfalls Stützpunkt des Karawanenhandels.

    Im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen mehrere europäische Forscher in das Gebiet (z.B. Mungo Park, Dixon Denham, Heinrich Barth). Auf der so genannten "Afrika-Konferenz" 1885 teilten die europäischen Kolonialmächte den afrikanischen Kontinent ohne Rücksichtnahme auf bereits bestehende Grenzen bzw. Volksgruppen auf. Das Gebiet zwischen Tschadsee, Niger und Aïr-Gebirge wurde Frankreich zugesprochen. Nachdem französische Truppen das benachbarte Mali erobert hatten, besetzten sie innerhalb weniger Jahre gegen den erbitterten Widerstand der ansässigen Volksgruppen auch das Staatsterritorium der heutigen Republik Niger. Auch nach der Besetzung des Landes hielten die Konflikte z.B. zwischen den Songhai im Südwesten und den Kolonialherren an.

    1911 wurde das Gebiet als Provinz "Obersenegal und Niger" Teil von Französisch-Westafrika und von Dakar, der heutigen Hauptstadt Senegals, aus verwaltet. 1922 erklärte Frankreich das Gebiet zur eigenständigen Kolonie mit der Stadt Zinder im Süden als Verwaltungssitz (ab 1926 Niamey).

    In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begannen sich Unabhängigkeitsbewegungen zu formieren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde 1946 die "Parti Progressiste Nigérien" (Fortschrittspartei des Niger, PPN) als erste bedeutende politische Organisation gegründet. Zweite relevante Partei war die UDN (Union des Niger).

    1957 gewährte Frankreich dem Land die innere Autonomie. Bei ersten Wahlen konnte sich die UDN unter Djibo Bakary durchsetzen, der erster Regierungschef von Niger wurde. Entgegen dem Ziel der Regierung, sofort die Unabhängigkeit des Landes zu erreichen, sprach sich die Mehrheit der Bevölkerung per Referendum für einen Verbleib des Landes innerhalb der Französischen Union aus, ein Ziel, wie es auch die Fortschrittspartei des Niger, PPN, verfolgte. Dessen Führer Hamani Diori löste Bakari Ende 1958 als Regierungschef des Landes ab.

    Im August 1960 wurde der Niger unabhängige Republik innerhalb der "Communauté Française". Die PPN wurde zur Einheitspartei erklärt. Frankreich blieb in Form von politischen Beratern und als Militärmacht im Land präsent. Dem autoritär regierenden Regierungschef Diori (bis 1974) wurden Korruption und Misswirtschaft vorgeworfen.

    Eine zweijährige Dürre in der Sahelzone (1973) vernichtete fast den gesamten Viehbestand und damit die Lebensgrundlage der dort ansässigen nomadischen Bevölkerung. Das wirtschaftlich ohnehin schwache Land war auf ausländische Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Es kam zu Unruhen im Land, als die umfangreichen Sachspenden, die aus aller Welt eintrafen, teilweise verschwanden bzw. zu überhöhten Preisen auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden. 1974 wurde das Diori-Regime durch einen Militärputsch gestürzt, was von weiten Teilen der Bevölkerung unterstützt wurde. Oberstleutnant Seyni Kountché übernahm die Führung des Staates (bis 1987) an der Spitze eines Obersten Militärrats ("Conseil Militaire Suprême"/CMS). Er ließ die Verfassung des Landes außer Kraft setzen und erklärte den Kampf gegen die Korruption und die Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung zu den Hauptzielen seiner Politik.

    * Die nigerische Führung konnte 1975 die wirtschaftliche Situation des Landes leicht verbessern, indem sie sich Anteile an der Uranerz-Förderung erzwang, die bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich in den Händen einer französischen Bergbaugesellschaft war. Durch Spannungen mit dem Nachbarstaat Tschad (1981 marschierten dort libysche Truppen ein) verlor Niger nur wenige Jahre später mit Libyen seinen bis dahin wichtigsten Abnehmer für Uran.

    Eine erneute Dürrekatastrophe im Sahelgebiet in den 1980er Jahren führte zu einer Flüchtlingswelle der Bevölkerung in den Süden des Landes und einer weiteren Verschlechterung der Lebenssituation.

    1987 wurde General Ali Saïbou nach dem Tod von Seyni Kountché neuer Staatschef der Republik Niger (bis 1993). Er leitete demokratische Reformen ein und gab die Ausarbeitung einer neuen Verfassung in Auftrag. Die kurz zuvor gegründete "Mouvement National de la Societé de Dévoloppement" (MNSD) wurde zur Einheitspartei der Republik Niger erklärt.

    Zu Beginn der 90er Jahre kam es zwischen der "Tuareg-Befreiungsfront von Aïr und Azawad" (FLAA) und Regierungstruppen zu anhaltenden Auseinandersetzungen. Die Tuareg waren von der anhaltenden Dürre besonders betroffen und hatte verstärkte Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Gebiete und Menschen gefordert. Einige forderten ein autonomes Gebiet im Norden der Republik. Erst nach zahlreichen bewaffneten Konfrontationen wurde 1995 ein Friedensvertrag zwischen den Tuareg und der nigerischen Regierung geschlossen.

    1991 wurde eine Übergangsregierung gebildet mit dem parteilosen Amadou Cheiffou an der Spitze. 1992 trat eine neue demokratische Verfassung in Kraft, die Niger zur parlamentarischen Präsidialrepublik erklärte. Bei den ersten freien Parlamentswahlen seit der Machtergreifung des Militärs im Jahre 1974 gewann das aus einer Koalition zwischen CDS (Convention Démocratique et Sociale) und PNDS (Parti pour la Démocratique et Sociale) bestehende Oppositionsbündnis AFC (Alliance des Forces de Changement/Allianz der Kräfte des Wandels). Die ehemalige Einheitspartei MNSD blieb stärkste Oppositionspartei im Parlament. Neuer Staatpräsident wurde im März 1993 der Sozialdemokrat Mahamane Ousmane. Er ernannte den Führer der PNDS, Mahamdou Issoufou, zum neuen Regierungschef der Republik Niger.

    Bei Neuwahlen im Januar 1995 (die Regierungskoalition zwischen CDS und PNDS war zerbrochen) errang die MNSD die Mehrheit der Stimmen und wurde mit 29 von insgesamt 83 Sitzen stärkste Fraktion im Parlament (CDS 23, PNDS 12, Sonstige 19). Zum neuen Regierungschef wurde Hama Amadou von der MNSD ernannt.

    Ein Jahr später, im Januar 1996, kam es zu einem erneuten Militärputsch, nachdem interne Machtkämpfe zur Handlungsunfähigkeit der Regierung geführt hatten. Die Verfassung wurde aufgehoben, die politischen Parteien verboten. Oberst Ibrahim Barré Maïnasara erklärte sich zum Präsidenten eines "Nationalen Heilrates" (Conseil de Salut National/CNS). Dieser stellte Neuwahlen noch im gleichen Jahr in Aussicht. Eine Verfassungsänderung im Mai 1996 gestand dem Staatspräsidenten weitaus mehr Machtbefugnisse zu als zuvor, gleichzeitig wurden politische Parteien wieder zugelassen.

    Die 1996 abgehaltenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen wurden teilweise von der Opposition boykottiert bzw. es kam zum Vorwurf der Wahlmanipulation. Präsident Maïnasara und die ihm nahe stehenden UNIRD (Union Nationale des Indépendants pour le Renouveau Démocratique) gewannen die Wahlen überlegen. Im April 1999 wurde Präsident Maïnasara ermordet, neuer Präsident wurde Daouda Malam Wanké, der Führer der Präsidentengarde. Bei im November 1999 abgehaltenen Präsidentschaftswahlen wurde der Kandidat der MNSD, Mamadou Tandja, mit knapp 60 % der Stimmen gewählt. Die MNSD konnte sich auch bei Parlamentswahlen als stärkste Partei durchsetzen. Neuer Regierungschef des Landes an der Spitze einer Koalition aus MNSD und CDS wurde Hama Amadou. Die Wahlen 2004 bestätigten Tandja und Amadou.

    2007 wurde die Regierung von Premierminister Hama Amadou durch ein Misstrauensvotum der Opposition gestürzt. Der Regierung wurde vorgeworfen, in eine Korruptionsaffäre verstrickt zu sein, bei der für Bildungsprojekte bereit gestellte internationale Hilfsgelder veruntreut worden sein sollen. Seitdem hat Seyni Oumarou das Amt des Regierungschefs übernommen.

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    Geändert von ABAS (01.08.2023 um 08:17 Uhr)
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  2. #102
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    Standard AW: Blackhawk Down Szenario in Afrika für deutsches Kontingent

    Zitat Zitat von Doppelstern Beitrag anzeigen
    Ja, dann klär mich doch bitte auf.
    Die gesamte Versorgung lief über den Niger.Du kannst nicht einfach auf Mali ausweichen.Wie stellst Du Dir das vor: feindliches Umfeld.Wie kann man so naiv sein? Beim Militär warst du sicher nicht, was kein Vorwurf ist.Die Situation ist wirklich verkackt.

    Siehe: Camp Castor.

    In der Nähe befindet sich GAGO (Gao Intl Airport)- ein Schrotthaufen, den Fallschirmjäger handstreichartig von Ungeziefer befreien müssten, damit im Schnelldurchlauf 5 Transporter die Leute aufnehmen und weg.Viel Spaß.
    Erstmal hin und reinkommen.Gao hat ca. 100.000 Einwohner, die alle die Ausländer ganz besonders liebhaben.Ähnlich wie in Mogadischu 93.

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    Geändert von kotzfisch (01.08.2023 um 08:25 Uhr)

  3. #103
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    Standard AW: Blackhawk Down Szenario in Afrika für deutsches Kontingent

    Was Mali als Land für ein Schrotthaufen ist.Die Seite ist vom Entwicklungsministerium und daher sicher noch kosmetisch bearbeitet, damit die Sinnlosigkeit der Bemühungen dem deutschen Steuerzahler nicht allzu augenfällig werden.
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  4. #104
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    Standard AW: Blackhawk Down Szenario in Afrika für deutsches Kontingent

    Der (Eid)Genosse Samuel Misteli von der NZZ hat mit seinem vortreffliche Kommentar die Ereignisse auf den Punkt gebracht:

    NZZ / 01.08.2023 / Samuel Misteli

    KOMMENTAR
    Nach dem Putsch in Niger steht der Westen im Sahel vor einem Scherbenhaufen


    Europa und die USA hatten Nigers Regierung als Hoffnungsträgerin auserkoren. Dann wurde sie weggeputscht. Und nun?

    Niger sei «Dreh- und Angelpunkt für Stabilität im Sahel und ein verlässlicher Partner bei der Terrorismusbekämpfung». So stand das im Frühjahr 2022 in einem Bericht des amerikanischen Aussenministeriums. Die USA waren nicht allein. Westliche Länder haben Niger in den vergangenen Jahren zu ihrem bevorzugten Partner in einer Region gemacht, die durch Gewalt von Jihadisten und Militärcoups immer unstabiler wurde. Niger, so schien es, war der Dominostein im Sahel, der nicht kippte; mit einer demokratisch gewählten Regierung und einer Armee, die die Jihadisten einigermassen im Griff hatte.

    Der Eindruck täuschte. Vergangene Woche ist der Dominostein gekippt.

    Nigers Präsidentengarde putschte gegen Präsident Mohamed Bazoum. Plötzlich ist Niger einfach ein weiterer wankender Sahelstaat mit einer Militärjunta. Und was mit dem westlichen Engagement im Land passiert, ist unklar. Wie weiter?

    USA investierten über 500 Millionen Dollar

    Vorerst besteht ein Rest Hoffnung, dass der Putsch noch rückgängig gemacht werden wird. Das afrikanische und westliche Ausland übt stärkeren Druck aus als bei vorangegangenen Coups in Mali und Burkina Faso. Die EU und Frankreich haben ihre Sicherheits- und Entwicklungshilfe rasch suspendiert, die USA werden vermutlich dasselbe tun. Die westafrikanische Regionalorganisation Ecowas droht sogar damit, militärisch zu intervenieren, wenn Präsident Bazoum nicht wieder eingesetzt wird.

    Doch ob sich die Putschführer von finanziellen Kürzungen und Sanktionen beeindrucken lassen, ist fraglich. Ebenso, ob die Ecowas tatsächlich in Niger einmarschieren wird. Was dann, wenn sich die Junta hält? Soll man mit ihr kooperieren? Westliche Länder haben viel investiert in den letzten Jahren, die USA allein seit 2012 mehr als 500 Millionen Dollar an Hilfe im Sicherheitsbereich. Die USA haben rund 1100 Soldaten in Niger stationiert, Frankreich 1500 Soldaten. Die EU hat zu Beginn des Jahres eine Ausbildungsmission im Land gestartet.

    Soll man das alles einfach aufgeben?

    Westliche Länder haben auch viel symbolisches Kapital investiert. Sie haben Präsident Bazoum, der sein Amt 2021 antrat, zu einem demokratischen Hoffnungsträger stilisiert. Nach dem Putsch weitgehend zum Courant normal überzugehen, käme einem Gesichtsverlust gleich. Und noch wichtiger: Wie unberechenbar die Zusammenarbeit mit Militärjuntas ist, hat sich zum Beispiel soeben in Mali gezeigt, wo die regierenden Militärs zuerst die Franzosen und vor wenigen Wochen die Uno-Friedenstruppen dazu zwangen, ihre Einsätze zu beenden.

    Wagner-Chef Prigoschin feiert den Coup

    Wenn nicht kooperieren, dann einfach abziehen? Die Putschisten haben die Machtergreifung damit begründet, dass die Sicherheitslage ausser Kontrolle geraten sei. Das stimmt nicht. Auch dank der Unterstützung durch westliche Länder war die Gewalt in Niger weniger gross als in den Nachbarländern, wo Hunderttausende durch die Jihadisten vertrieben wurden. Abzuziehen hiesse vermutlich, Chaos zu hinterlassen; mehr Gewalt, vor allem gegen Zivilisten.

    Es hiesse vielleicht auch, Russland ein weiteres Feld im Sahel zu überlassen. Der Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hat den Coup in Niger – wenig überraschend – gefeiert. .

    Die Europäer werden Niger auch aus dem Grund nicht einfach aufgeben wollen, weil das Land ein Drehkreuz der Migration Richtung Mittelmeer ist. Es gibt gerade keine guten Optionen. Ausser Selbstreflexion. Offenbar gärte es in Niger schon länger, und bei den westlichen Partnern nahm kaum jemand Notiz. Es gärte in grossen Teilen der Bevölkerung, die Präsident Bazoums Regierung für korrupt und illegitim hielten. Und es gärte im Militär, in dem Bazoum versuchte, eine brüchige Machtbasis zu sichern, indem er Posten mit Loyalisten besetzte. Dass kaum jemand in Europa und den USA vor diesen Entwicklungen warnte, ist bedenklich.

    Und lässt vermuten, dass der Putsch in Niger nicht das letzte Mal gewesen sein könnte, dass der Westen vor den Trümmern seiner Politik im Sahel steht.

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  5. #105
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    Standard AW: Blackhawk Down Szenario in Afrika für deutsches Kontingent

    Zitat Zitat von kotzfisch Beitrag anzeigen
    Was Mali als Land für ein Schrotthaufen ist.Die Seite ist vom Entwicklungsministerium und daher sicher noch kosmetisch bearbeitet, damit die Sinnlosigkeit der Bemühungen dem deutschen Steuerzahler nicht allzu augenfällig werden.
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    Bei uns in der Stadt laufen immer mehr Mali-Frauen in die dortige traditionelle Tracht gehüllt herum.

    Die haben obwohl sie noch sehr jung sind meist schon etliche Kinder um sich rumwuseln und laden sich im Supermarkt den Einkaufswagen ohne viel Nachdenken randvoll. Ihre Männer sind in der Regel nicht zu sehen. Die sind wahrscheinlich im harten Dreischicht-Betrieb unermüdlich damit beschäftigt, Steuern und Sozialabgaben zu erwirtschaften und unsere Renten zu sichern.

    Denn irgendwer muss den Spaß ja schließlich bezahlen.
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  6. #106
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    Standard AW: Blackhawk Down Szenario in Afrika für deutsches Kontingent

    Ausgezeichnete Analyse des NZZ Schreibers.(Eine der wenigen nicht verseuchten Tageszeitungen im deutschsprachigen Raum).

  7. #107
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    Standard AW: Blackhawk Down Szenario in Afrika für deutsches Kontingent

    Zitat Zitat von kotzfisch Beitrag anzeigen
    Die gesamte Versorgung lief über den Niger.Du kannst nicht einfach auf Mali ausweichen.Wie stellst Du Dir das vor: feindliches Umfeld.Wie kann man so naiv sein? Beim Militär warst du sicher nicht, was kein Vorwurf ist.Die Situation ist wirklich verkackt.

    Siehe: Camp Castor.

    In der Nähe befindet sich GAGO (Gao Intl Airport)- ein Schrotthaufen, den Fallschirmjäger handstreichartig von Ungeziefer befreien müssten, damit im Schnelldurchlauf 5 Transporter die Leute aufnehmen und weg.Viel Spaß.
    Erstmal hin und reinkommen.Gao hat ca. 100.000 Einwohner, die alle die Ausländer ganz besonders liebhaben.Ähnlich wie in Mogadischu 93.

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    Wenn die Bunte Wehr richtige Kampfsäue wären, würde die Sache so laufen:



    Aber wahrscheinlich wird man sie freikaufen und es wird dann nach gelungener Flucht ein tränenreiches Ordensverleihungsfest in der Heimat geben.
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  8. #108
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    Standard AW: Machtwechsel im Niger

    Nigers Nachbarstaaten drohen sich mit Krieg


    Aus dem Militärputsch im Niger könnte sich ein Flächenbrand in Westafrika entwickeln. Der regionale Staatenbund Ecowas hatte ultimativ die Wiedereinsetzung des gewählten Präsidenten gefordert und andernfalls mit einem gewaltsamen Eingreifen gedroht. Zwei benachbarte Militärdiktaturen wollen den Putschisten jedoch zur Hilfe kommen.
    Die Regierungen in Mali und Burkina Faso haben davor gewarnt, dass ein militärisches Eingreifen im Nachbarland Niger zur Wiedereinsetzung des festgesetzten Präsidenten Mohamed Bazoum von ihnen als "Kriegserklärung" aufgefasst würde.


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  9. #109
    immer noch nicht geimpft Benutzerbild von Doppelstern
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    Standard AW: Blackhawk Down Szenario in Afrika für deutsches Kontingent

    Zitat Zitat von kotzfisch Beitrag anzeigen
    Die gesamte Versorgung lief über den Niger.Du kannst nicht einfach auf Mali ausweichen.Wie stellst Du Dir das vor: feindliches Umfeld.Wie kann man so naiv sein? Beim Militär warst du sicher nicht, was kein Vorwurf ist.Die Situation ist wirklich verkackt.

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    In der Nähe befindet sich GAGO (Gao Intl Airport)- ein Schrotthaufen, den Fallschirmjäger handstreichartig von Ungeziefer befreien müssten, damit im Schnelldurchlauf 5 Transporter die Leute aufnehmen und weg.Viel Spaß.
    Erstmal hin und reinkommen.Gao hat ca. 100.000 Einwohner, die alle die Ausländer ganz besonders liebhaben.Ähnlich wie in Mogadischu 93.

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    Falsch gedacht ! Ich war sogar Zeitsoldat für 4 Jahre und war sogar Unteroffizier.
    Sie sind wie eine Wolke: wenn sie sich verziehen, kann es doch noch ein schöner Tag werden.

    Für mich gibt es nur noch die AFD.

  10. #110
    0000 Benutzerbild von Ruprecht
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    Standard AW: Blackhawk Down Szenario in Afrika für deutsches Kontingent

    Zitat Zitat von kotzfisch Beitrag anzeigen
    Was Mali als Land für ein Schrotthaufen ist.Die Seite ist vom Entwicklungsministerium und daher sicher noch kosmetisch bearbeitet, damit die Sinnlosigkeit der Bemühungen dem deutschen Steuerzahler nicht allzu augenfällig werden.
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    Ich kann absolut nicht nachvollziehen was uns die Negerei da unten angeht, wenn sie denken sie müssen sich gegenseitig massakrieren, nun ja, dann sollen sie halt.
    Vielleicht geht es ja auch um Rohstoffe, aber da wird es andere Player geben als das Kasperländle was aus Deutschland mittlerweile geworden ist.
    Deitsch on frei wolln mer sei.

    https://m.youtube.com/watch?v=5SxBf62P5q8

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