„Deepwater Horizon“ – der GAU der Offshore-Ölindustrie (Auszug)
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Bemerkenswert ist, dass sich in den vergangenen drei Jahren eine neue Industrie entwickelt hat, die auf die Produktion und den Einsatz von Capping Stacks für die Tiefsee spezialisiert ist. Zum Teil handelt es sich dabei um etablierte Offshore-Firmen, zum Teil aber auch um Neugründungen. Außerdem haben sich verschiedene Ölkonzerne zusammengeschlossen und eigene Gesellschaften gegründet, die Personal und Capping-Technologie für den Ernstfall bereithalten oder weiter*entwickeln. Diese soll im Bedarfsfall nicht nur im Golf von Mexiko zum Einsatz kommen, sondern
weltweit. So haben die Unternehmen inzwischen unter anderem Stützpunkte in
Stavanger in Norwegen, in
Kapstadt in Südafrika, in
Angra dos Reis bei Rio de Janeiro und in
Singapur aufgebaut, in denen jeweils zwischen 6 und 10 Capping Stacks für den Notfall lagern.
Ziel ist es, ein defektes Bohrloch innerhalb weniger Stunden oder Tage zu erreichen. Die Capping Stacks werden dann von
Spezialschiffen auf den fehlerhaften BOP gesetzt. Anschließend kann das Öl aus dem Capping Stack kontrolliert zu einer Förderplattform geleitet werden. Inzwischen gibt es eine Reihe von
Notfallplänen für Unfälle von
„Deepwater Horizon“-Dimension. Diese wurden auf Drängen der US-Regierung zum Teil von mehreren Ölkonzernen gemeinsam ausgearbeitet und sind durchaus
profund. Sie sehen auch den
Einsatz von
Halbtaucherförderanlagen vor, die an die Unglücksstelle geschleppt werden sollen, um das Öl aus den Capping Stacks in Tanker zu pumpen.
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