Unabhängig davon, wie man das politisch bewerten will, die AFD hätte eine Chance gehabt, wenn sie den Spagat weiter hinbekommen hätte. Letztlich war das nur eine kurze Phase, die mit einem - im Nachhinnein weiss man es oft erst zu schätzen so auch ich - echten politischen Könner Alexander Gauland verbunden war, der radikalere und gemäßigtere Kräfte ausbalanzieren und an einen Tisch bringen konnte.
Jetzt hat hier der radikalere rechtere Flügel über den gemäßigteren gesiegt und wird seinen Sieg mit weiteren internen Offensiven, dem Rausekeln der Gegenseite etc. feiern, bis die Partei zu 100% auf Kurs ist. Ein Pyrrhussieg, der die Partei, der ich mal zugetraut hätte, die Politik dieser Republik zu verändern wahrscheinlich dauerhaft zu einer 8%-Partei machen wird. Eine Größenordnung, die das Parteienkartell der Altparteien bequem ignorieren und einfach weiter wie bisher ausgrenzen kann. Es macht sich auch besser für ein eventuelles Verbotsverfahren, eine 18%-Partei zu verbieten, macht halt einen schlechteren Eindruck als eine 8%-Partei zu verbieten, die man leichter als Randphänomen von Nazi-Sektierern darstellen kann. Das ist keine einseitige Schuldzuweisung, Meuthen selber hatte angetrieben von der Angst vorm V-Schutz diesen Krieg mit initiiert und halt verloren.
Was sich allerdings hier zeigt, ist letztlich die völlige Ambitionslosigkeit der politischen Rechten. Beiden muss klar gewesen sein, dass sie ohne das jeweils andere Lager zu einer vor sich hindümpelnden Kleinstpartei werden, ohne Gauland sind sie aber frohen Mutes in den Krieg um Posten, Diäten und Dienstwagen gezogen. Kurz gesagt, der Mann, der wirklich die Politik verändern wollte, war zu alt und ist gegangen, geblieben sind leider überwiegend Funktionäre, die sich in der Bedeutungslosigkeit bequem einrichten.
Björn Höcke ist da keineswegs anders oder besser. Er wird seinen Anhängern weiter den Führer in spe vorspielen, er weiss aber genau, dass er sich mit seinen Entscheidungen als Landespolitiker in Thüringen dauerhaft eingerichtet hat. Man kann drüber streiten, ob irgendwann mal die Konstellationen so günstig stehen könnten, dass sie sogar mal beim Ministerpräsidenten von Thüringen enden wird oder ob sein Lebensweg als Führer einer Fundamentalopposition ohne jeden politischen Gestaltungsspielraum bereits jetzt in Stein gemeißelt ist. Aber selbst im für ihn günstigeren Szenario - so what?
Waren Gaulands Bemühungen umsonst? Ich denke nicht zwangsweise. Solange die Funktionäre nicht so egoistisch und verblödet sind, dass sie wirklich den Stoff liefern, der für ein Parteiverbot taugt (selbst Höcke hat übrigens einige radikalere Ex-NPDler in Thüringen kaltgestellt, wovon weder er noch seine Anhänger natürlich ungern reden; er weiß warum), ist eine rechte Protestpartei im Parteienspektrum etabliert als Mahnung an das Parteienkartell, was kommen kann, wenn sie übertreiben. Eine Stiftung mit Geldern kann weitere Parteikader heranziehen. Es ist aber eine reine Protestpartei, die jeder anderen schrillen Protestbewegung peinlich und anbiedernd hinterherlaufen wird.
Gemessen daran, was möglich gewesen wäre, eine Enttäuschung, umsonst waren Gaulands Bemühungen wohl auch nicht. Eine Bestätigung meiner Meinung, dass politische Änderungen nicht wirklich von Parteien ausgehen. Sie sind Wahlvereine, die ein Resultat politischer Veränderung sind.
Was soll da die Überraschung werden? NRW so zwischen 6 und 9 Prozent, SH zwischen 5 und 7 Prozent. Wenn es für Letztere schlecht läuft, kann evtl. auch mal das Ticket für den LT knapp verfehlt werden. Ich verstehe nicht, worin deine Freude da besteht.
Diejenigen, die du hier als Weichspüler bezeichnest, sind diejenigen, die sich in den letzten zwei Jahren dadurch ausgezeichnet haben, dass sie den Querdenkern nicht blind hinterherlaufen wollten, deren Positionen du deinerseits im Forum verständlicherweise oft angreifst.

Februar 2022
»Vielen Dank für die Einladung« Jörg [Links nur für registrierte Nutzer] bei [Links nur für registrierte Nutzer] und in [Links nur für registrierte Nutzer]
[Links nur für registrierte Nutzer] [Links nur für registrierte Nutzer] [Links nur für registrierte Nutzer]Meuthen erklärt die Gründe seines Austrittes aus der AfD | Markus Lanz vom 09. Februar 2022




Falsch!
Über die AfD berichten die Systemmedien nicht, was schliessen lässt du guckst nur ARD und ZDF.
Geh auf Twitter dann erfährst du alles. Nicht nur etwas zum Putin und der Ukraine, sondern
auch zu der verfehlten Corona Politik des Regimes.
Meuthen hat sich selbst versenkt, weil er blöd ist.

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