
Zitat von
Nietzsche
Meine Frau bekommt das momentan auf der Arbeit so mit. Sie hält sich deswegen ganz einfach zurück und lässt sich nicht anpöbeln. Denen kann man auch nicht mit Argumenten kommen, die sind ihnen egal.
Das Phänomen habe ich "damals" ausführlich erörtert hier im Forum, ich bin mir nicht sicher ob es Daggu war. Viele sehr tiefgläubige Menschen verteidigen ihre Religion nicht deswegen, weil sie argumentativ weiter kämen. Das kann man bei Religionen zumeist gar nicht. Sondern weil diese Religiösität mit zum Charakter, mit zum Wesen und mit zum Individuum gerechnet wird. Wenn ich demnach die Religion angreife, greife ich zum einen die Person persönlich an, weil sie sich direkt damit identifiziert, zum anderen alle anderen Gläubigen, weil die sich damit ebenfalls identifizieren.
In dem Moment sieht das Gegenüber es als gerechtfertigt an, zu denunzieren, beleidigen, pöbeln, pauschalisieren, es geht um das Vernichten des Gegenübers. Das muss auch nicht rational oder ehrlich sein. Der Tenor: "Auge um Auge". Der in dem Fall aber überhaupt nicht eingetreten ist. Man hat ja nicht die Person angegriffen, sondern einen Standpunkt der Religion. Da dies aber als persönlicher Angriff gewertet wird, antwortet man auch persönlich und "wehrt" sich gegen einen Angriff, der niemals stattgefunden hat. Mit allen Mitteln. Krieg. Um nichts!
Dieses Prinzip zu verstehen ist für die westlichen Gesellschaften schon fast undenkbar, weil die atheistische Komponente den Glauben ablöst. Es identifizieren sich die Leute nicht mehr mit der Religion, die läuft nebenher.
Und dieses Prinzip wird jetzt bei den Massen durch den Staat angeheizt - du bist der GUTE, du impfst dich weil du gut bist, weil du Anderen Gutes willst. Wer das nicht macht... der muss dann eben zwangsläufig böse sein. Wer nun behauptet, dass es doch gar nicht anderen Menschen hilft wenn man sich impfen lässt, der unterstellt damit ja, BÖSE zu sein. Die wollen aber nicht böse sein. Ergo wehren sie sich gegen etwas, was wiederum nie gemeint war, die Wertung von Gut und Böse.
Es wird emotionalisiert und dann weder sachlich, objektiv, rational sondern einzig und alleine der Vernichtung der Person gegenüber gewidmet. Ich zitiere einmal einen pädagogisch wertvollen Film (Rambo): "Sieg durch Zerstörung. Und er war der Beste."
Solchen Methoden kommt man mit der Wahrheit, mit Fakten, Informationen, ja sogar wenn man die Berichte den Leuten unter die Nase hält nicht weiter. Ich habe das mal aufs Exempel ausprobiert. Ich habe meine Frau einen Zeitungsausschnitt mitnehmen lassen in welchem Herr Kurz (damals noch Bundeskanzler) gesagt hat,die Intensivstationen wären niemals überlastet gewesen. Kommentar zurück: "Ja das sagt der JETZT, wo der kein Bundeskanzler mehr ist." "Das stimmt nicht, das hat der noch als Bundeskanzler gesagt, du kannst dir...." "Jaja, und überhaupt, wer sich nicht impfen lässt, der gefährdet...." usw. Man will das nicht überprüfen, denn der Gegenüber will einen zu einem "Bösen" machen. Und wer möchte gerne der Böse sein? Also Augen zu und durch.
Und dieses Mitläufertum, ohne kontrollieren, abwägen ob man nicht einfach mal bei einem Punkt Unrecht hatte, Selbstreflexion, das geht den meisten Leuten ab. Und sie behaupten respektvoll, tolerant und weltoffen zu sein. Aber nur bei dem, was sie selber so sehen, der Rest ist ihnen nicht nur scheißegal, sie BEKÄMPFEN es.
PS: Tut mir leid, ist etwas länger geworden als erwartet.