Zivis Drückeberger?
Ich hab meinen Dienst im Altenheim gemacht. Nach nem halben Jahr war ich durch.
Konnte nicht mehr. Psychologisch war das für mich viel zu belastend. Im Nachhinein hab ichs bereut
nicht zum Bund gegangen zu sein. Ein bissle anschreien lassen, ein bissle marschieren, ballern, trinken.
Und keine Konfrontation mit solchem Elend des Siechtums. Von nem Spieß zusammengestaucht zu werden
oder sich in den Dreck zu werfen oder ein Deckungsloch auszuheben ist sicherlich unangenehm.
Zum widerholten Male eine bitterlichst weinende alte Dame in ihr Zimmer zurückzuführen die dieses einfach
nicht mehr findet, aber noch in einem Stadium ist wo sie sich bewußt ist was mit ihr passiert, sie den Verfall
noch mitbekommt oder zu sehen wie eine alte Dame innerhalb von Wochen nach dem Einzug immer depressiver
wird oder eine schwer verkrebste Demente Frau die unter Höllenschmerzen trotz harter Opiate leidet, dement
ist, nicht mehr weiß WARUM sie leidet, sich ständig vollscheißt festhalten zu müssen, da noch recht kräftig und noch äußerst wehrhaft, damit die Pflegerinnen Windeln wechseln und sie sauber machen können, während sie schreit und weint, das ist krass, das ist nicht ärgerlich, das geht an die seelische Substanz. Dann ein Monat Urlaubsvertretung
auf der reinen Pflegestation, erste Woche durch, ab zum Supermarkt, zwei Flaschen Wodka gekauft, eine für mich, eine für die Jungs auf der Straße, hab mich dazu gesetzt und die Pulle geext.
Bund ist dagegen halbe Lunge, körperlich was anstrengender, aber seelisch allenfalls was unagenehm. Waffen machen Spaß, nix schlimmes.
Aber der Holländer der bei uns war, der in der deutschen "Fremdenlegion" gedient hat, der war lustig. Wollt er erst nicht mit rausrücken wie ein Holländer nach dem Krieg nach Deutschland kam...haha.




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