Zitat Zitat von Mütterchen Beitrag anzeigen
Wie gesagt, ich habe geschrieben, was ich aus der Erinnerung weiß, das wurde hier im HPF mal diskutiert. Ich kann das jetzt nicht belegen.
Nur mal angenommen, es stimmt so: Dann übersieht deine Argumentation die Vielzahl an Problemen, die passieren, weil Verhaltensweisen, Werte und Traditionen aus einem Herkunftsland in ein anderes gesellschaftliches Umfeld transportiert werden (oder wurden).
Diese Traditionen sind ursprünglich stimmig, angepasst an ein soziales Konstrukt - oder umgekehrt prägend für dieses Konstrukt. Egal wie man diese Lebenswelten als Außenstehender bewertet, das Räderwerk an Gepflogenheiten läuft meistens gut rund.

In diesem Fall wäre die Definition einer Kernfamilie ausschlaggebend. Mag sein, dass die Abwesenheit des Vaters keine Belastung ist wenn man in einem Umfeld lebt, in dem auch jedes andere Kind im Onkel oder Großvater sei männliches Vorbild hat. In dem Kinder in einem engen Sippenverband aufwachsen und nicht bei der Single-Mom, erst recht nicht, wenn in dieser Kultur der Vater traditionell eben eine große Rolle in der Erziehung und Prägung des Kindes spielt.


Im Prinzip das gleiche Problem: Wenn es dort so gelebt wird, meinetwegen. Mir ist auch egal, ob arabische Länder ein extremes Patriarchat leben, es gibt unzählige Modelle für menschliches Zusammenleben. Meiner Meinung nach ist entscheiden, dass es irgendwie stimmig ist. Wen dem so nicht ist, kommt es zu Problemen.
Du sprichst im Grunde ein Kernproblem an, das ich mal "Kulturexport" nennen möchte. Export aus dem Heimatland der Einwanderer, Import bezüglich der eigenen Stammlande.

Bleiben wir bei den USA.

Die "Kulturmitnahme" der Chinesen in ihre neue Heimat Amerika hatte den Vorteil, dass das Attribut "Fleiß" dem Chinesen kulturhistorisch wesensimmanent ist.

So hatten die vielen, vielen "Chinatowns" in den USA eine reale wirtschaftliche Überlebenschance. Man musst noch nicht einmal die Landessprache richtig beherrschen. Man bot aber zu allen nur denkbaren Bedingungen - auch den menschenunwürdigsten! - seine Arbeitskraft an. In einer gesellschaftlichen Struktur wie den USA ist das unerlässlich.

Das "Arbeiten für ein mehr als nur das zum Überleben Nötigste" findet in den "schwarzen Kulturen" aber nirgends seine kulturelle Tradition.

Mein Gemeinschaftskunde-Lehrer im LK sagte einmal, im Grunde könne man die Völker Schwarzafrikas noch nicht einmal als Kulturvölker bezeichnen, da hierfür wesentliche Merkmale einer Kultur fehlen. Die da wären:

- technische Errungenschaften

- bildende Kunst

- geistige Gebilde

- Schriftsprache

- komplexe Rechtsstrukturen

- Ausformung von Wissenschaften

- Moral, Ethik und Religion


aus Wikipedia:

"Die Tradition hingegen und damit die Grundlage für Kulturbildung beginnt bei Tieren, wie beispielsweise [Links nur für registrierte Nutzer] oder [Links nur für registrierte Nutzer], und kann im Bereich der menschlichen Kulturbildung umfangreiche religiös-sittliche, politische, wissenschaftliche oder wirtschaftliche Systeme erreichen, die durch ein kompliziertes Bildungssystem weitergegeben wurden. Tradition kann ein [Links nur für registrierte Nutzer] sein."