Zitat Zitat von skydive Beitrag anzeigen
Na, nicht ganz. Ich zitiere den Hauptankläger
"Die Untaten, die wir zu beurteilen und zu bestrafen suchen, waren so ausgeklügelt, so böse und von so verwüstender Wirkung, dass die menschliche Zivilisation es nicht dulden kann, sie unbeachtet zu lassen, sie würde sonst eine Wiederholung solchen Unheils nicht überleben."

Dieser Einschätzung kann ich mich voll und ganz anschließen. Es ist nun mal so, dass es nur einen Prozess dieser Art gab und der einen Präzedenzfall schuf. Das war immens wichtig.
Das ist doch - mit Verlaub - Kuhdung. Den Hauptankläger als Leumundszeugen für die Legitimität dieser Posse anzuführen, das entbehrt nicht einer gewissen Chuzpe, aber schlagend ist es nicht. In jedem Krieg kommt es zu Kriegsverbrechen, man kann sich eben nicht den Pelz waschen, ohne dabei nass zu werden. Das mag schrecklich sein, ist aber einfach Fakt. Auf Anklagebänken landen aber immer nur die Vertreter der besiegten Seite. Daraus könnte man jetzt abzuleiten versuchen, dass der Sieg eben der moralisch überlegenen Seite gehört, aber wir beide wissen, dass das Unsinn wäre. Der Sieg gehört dem Stärkeren, und zu allem Überfluss ist danach auch noch das "Recht" auf dessen Seite.

Die Sieger von 1945 waren schlicht zu feige, die Vertreter ihrer besiegten Gegner "einfach so" hinrichten zu lassen, der faktische Sieg - der höchste Preis in einem Krieg - genügte ihnen nicht, sie wollten auch noch der "moralische Sieger" sein. Sie scheuten das Urteil der Geschichte, deswegen wurde das IMT inszeniert. Das ist für mich charakterlos und feige, dumm war es außerdem. Den Maßstäben, die mit dem IMT scheinbar gesetzt waren, genügten auch die Sieger schon damals nicht, und das ist bis heute so geblieben.