Grippe ist nichts anderes.
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ich weiß es, ich habe genügend fantasie und hirnschmalz dazu.
und gerade habe ich mit meinem bären wieder darüber gestritten, er versorgt mich mit nachrichten aus meine zweiten heimat, da gehts genau so zu, ein hin und ein her und die angst davor wird dir von allen seiten ins hirn gehämmert.
nein, einen krieg im herkömmlichen sinne brauchen wir nicht mehr, es geht immer noch perfider, auch ohne bombardierung.
Kommentar von BILD-Chef Julian Reichelt
Wer übernimmt die Verantwortung für das Versagen?
von: Julian Reichelt veröffentlicht am 21.12.2020 - 15:25 Uhr Es wird kein schönes Weihnachten. Wir können nicht dahin, wo wir hin wollen, aber wir werden es verkraften. Die Männer (oder vielmehr: Kinder), die vor 75 Jahren Europa befreiten und uns damit bis heute Weihnachten in Wohlstand schenkten, konnten an Weihnachten 1944 auch nicht nach Hause.
Viel schlimmer, als dass wir nicht da sein können, wo wir sein wollen, ist, dass wir nicht wissen, was wir wissen wollen, wissen könnten und ein Recht haben zu erfahren: Wer in der Bundesregierung hat wann entschieden, für Deutschland nicht die maximal verfügbare Menge an Impfstoff zu bestellen, wenn wir doch seit Monaten wussten, dass der Impfstoff Leben retten und unser Leben retten würde?
Wer ist dafür politisch verantwortlich, wenn nicht geimpft werden kann, wer geimpft werden könnte? Ist es Gesundheitsminister Jens Spahn? Oder ist es die Bundeskanzlerin, die die Bestellung als große Geste in die Hände der EU legen wollte? Wie kam es dazu? Und was, wenn durch diese Entscheidung Menschen zu Schaden kommen?
Die Menschen, die am dringlichsten auf den Impfstoff warten, sind ausgerechnet jene, die unsere Regierung schutzlos von der zweiten Welle überrollen ließ. Der überwältigende Teil der Toten kommt aus Altenheimen.
Es stürzt nicht jeden Tag ein Flugzeug ab. Es fällt jeden Tag eine Bombe auf ein Altenheim – und wir haben nicht einmal versucht, die Bewohner davor zu schützen. Wer übernimmt in der Bundesregierung und unter den Ministerpräsidenten die Verantwortung dafür?
Immer noch zu behaupten, es hätte eh nicht funktioniert, man hätte die Heime ohnehin nicht schützen können, wenn man viel zu wenig versucht hat, ist kein Argument, sondern rechthaberischer Zynismus. Den Toten wäre es sicher einen entschlossenen Versuch wert gewesen.
Jens Spahn hat zu Beginn der Pandemie gesagt, man werde einander viel verzeihen müssen. Aber dafür müsste erstmal jemand Verantwortung übernehmen und um Verzeihung bitten.
Derweil lese ich den Vorschlag aus dem Ethikrat, dass Menschen sich nicht mehr beatmen lassen sollen, wenn sie sich nicht gegen Corona impfen lassen. Ich bin ein energischer Impf-Befürworter. Ich glaube an den Impfstoff als Rettung. Aber noch viel mehr glaube ich daran, dass wir den Wert von Menschenleben nicht an persönlichen Ansichten bemessen, die bei einem so schnell entwickelten Impfstoff sogar sehr nachvollziehbar sind.
Nicht beatmen heißt ersticken lassen, und um es einmal ganz klar zu sagen: Dieses Land entscheidet nicht, jemanden aufgrund seiner Gesinnung ersticken zu lassen. Dass solche Gedanken im engsten Beraterumfeld der Bundeskanzlerin kursieren, diskutiert und unterstützt werden, lässt mich schaudern. Dass die Bundesregierung zu diesem Vorschlag schweigt, erschreckt mich. Es reicht, dass wir Triage in Krankenhäusern zu befürchten haben. Triage nach Meinung ist schlicht furchterregend.
Und das autoritäre Gehabe derer, die in den letzten Monaten schon so verheerend falsch gelegen haben wie beim Schutz der Risikogruppen. Wer sich anmaßt, den Kurs der Regierung und ihr Versagen bei den Todeszahlen in den Pflegeheimen zu kritisieren, mache sich schuldig. Wer nicht mitzieht, soll halt röcheln. Soweit sind wir.
https://www.bild.de/politik/kolumnen...4944.bild.html