
Zitat von
Suppenkasper
Das ist ein leider immer wieder zu lesender Irrglaube, der im wesentlichen auf einer intellektuell höherstufig angelegten Propagandakampagne beruht, die schon bei Adolf Hitlers Machtübernahme in Gang gesetzt wurde, in der Sowjetunion besonders begierig aufgegriffen wurde, aber auch im Westen viele eigentlich ansonsten sehr vernünftige Leute zu ganz irrigen Schlüssen verleitet hat.
Die Nationalsozialisten waren Antikapitalisten, ebenso wie die Bolschewisten in der Sowjetunion. Die tatsächliche nationalsozialistische Wirtschafts- und Finanzpolitik spricht Bände. Es ist aber nun einmal nicht möglich gewesen, innerhalb der sechs Friedensjahre die überhaupt nur zur Verfügung standen das Kind mit dem Bade auszuschütten. Die nationalsozialistische Revolution war, anders als die der Bolschewisten, eine ganz und gar friedliche, die aber dafür "permanent" sein sollte. D. h. ein Zustand beständiger Veränderung hin zum Besseren, kein Stillstand, schon gar kein Rückschritt, sondern ein immerwährendes "Vorwärts" und "Aufwärts". Es musste dennoch sichergestellt werden, dass die deutsche Wirtschaft funktioniert und dass es mit dem Land wirtschaftlich und finanziell aufwärts geht. Ein Wirtschaftswachstum von satten 50% zwischen 1933 und 1938 war das Resultat dieser "Politik der kleinen Schritte". Und die tatsache dass Adolf Hitler, im gegensatz zu allem demokratischen Gesockse, seine Wahlversprechen hielt und die Millionen deutscher Arbeitslosen wieder samt und sonders in Lohn und Brot brachte. Zu besseren Bedingungen als sie in Weimar von den Arbeitern auch nur erträumt werden konnten.
Natürlich hätte man z. B. am liebsten die Börsen und den Wertpapierhandel vollständig beseitigt, aber das ging aus pragmatischen Gründen nicht einfach so. Daher hat man sich damit begnügt die Juden von den Börsen zu entfernen, die bestehenden Bösrsen zusammen zu legen und streng zu kontrollieren, die Attraktivität von Aktien langsam aber stetig ins bodenlose sinken zu lassen usw. Die Wirtschaft hat bezeichnenderweise dennoch gebrummt. Ebenso wurden die Banken einer dezidierten, strengen staatlichen Kontrolle unterworfen. Abartige Spekulationsblasen wie heute wären im Nationalsozialismus schlichtweg undenkbar gewesen.
Die ganz einfache Devise war: Das Kapital hat der Wirtschaft zu dienen und die Wirtschaft dem Volk, nicht anders herum. Endziel der nationalsozialistischen Wirtschafts- und Finanzpolitik war eine autarke, starke, auf Real- und Sachwerten gegründete deutsche Wirtschaft, eine im wesentlichen auf fairem Tauschhandel basierende Außenwirtschaft, eine Ausschaltung des Finanzkomplexes bzw. dessen vollständige Kontrolle durch den Staat, inklusive Verstaatlichung aller Banken und des gesamten Kreditwesens, letztlich die vollständige Ausschaltung (oder, im Jargon der Zeit, "Ausrottung") des Großkapitals als Machtfaktors. Im Grunde genommen ein ähnlicher, wenngleich nicht ganz so radikaler Ansatz wie in der Sowjetunion.
Was in nur sechs Jahren in dieser Hinsicht umgesetzt wurde, im vergleich zum dysfunktinalen Raubtierkapitalismus der Weimarer Republik, war bemerkenswert und steht welthistorisch einmalig da. Hätte man 20 Jahre Zeit gehabt, wäre auch der Rest des Programms zweifellos in die Tat umgesetzt worden. Nach Ausbruch des Krieges waren indessen die Karten neu gemischt und viele Pläne die bestanden konnten schlichtweg um des Überlebens Willen nicht weiter verfolgt und umgesetzt werden.
Die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Nationalsozialisten konnte nur in dauerhaftem Frieden erfolgreich funktionieren, und war auch von vorne herein darauf abgestimmt, im Krieg war sie nur partiell und ungenügend umsetzbar. deswegen mussten in dieser Situation viele, ideologisch an sich nicht oder kaum vertretbare Kompromisse geschlossen werden. Daraus im Nachhinein irgend eine Affinität zum Haupfeind Nr. 1, im Grunde dem einzigen Feind, den jüdischen Bänkstern und Großkapitalisten, zu insinuieren, ist absurd und zäumt das Pferd von hinten auf.