Zitat Zitat von Ansuz Beitrag anzeigen
Warum? Schwierige Frage.

Das Konzept der Kirchen von Schuld, Sünde und Sühne hat sich über Jahrhunderte als wirkungsvolles Mittel erwiesen, um die Untertanen in Unfreiheit halten zu können.
Das funktioniert(e) auch außerhalb der christlichen Religion prima, man denke nur an das Konzept von Karma.
Geht es noch raffinierter? Ich glaube nicht.

Je mehr nun die Kirchen an Einfluß verloren, umso mehr tat sich eine Lücke in "Seinsfragen" auf, die, zumindest was die BRD anbelangt, m.E. mit einem irrationalen Schuldkult gefüllt wurde.
Der weltweit einmalige Schuldkult, der den nachgeborenen Deutschen bereits in zartestem Alter aufgezwungen wird, hat für mich den Charakter einer Pseudoreligion.
Ich fürchte, der Mensch "will" glauben. Ob das jetzt an 3 Jahrtausenden jüdisch-christlicher Prägung liegt, oder ob das einfach ein neurologisches Defizit ist, wenn der Mensch nicht an irgend einen imaginären Gott glauben kann oder will, glaubt er eben an etwas anderes, und das meist mit der selben Inbrunst. Schuldkult, Klimaerwärmung, Feinstaubbelastung, das direkt bevorstehende 4. Reich, ganz egal, wie irrational etwas ist, es wird sklavisch daran geglaubt, oft an die verrücktesten Ideen mit dem meisten Engagement, und auch diese Ersatzreligionen haben ihre Inquisitionen und Scheiterhaufen, im Grunde hat sich also nicht viel geändert, noch immer akzeptiert der Mensch nicht die eigene Endlichkeit und letztliche Bedeutungslosigkeit seiner Existenz, er muss sich wie unter Zwang in den Dienst einer "höheren Sache" stellen, die ihm so etwas wie "Unsterblichkeit" verspricht, zumindest aber die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen und die Gelegenheit, die Ungläubigen als Abschaum zu geißeln...