Zitat Zitat von Valdyn Beitrag anzeigen
Die These stimmt. Und zwar seit dem 14. Jahrhundert bis heute stellt Heinsohn klar die Zusammenhänge her. Jedem Krieg, jedem Bürgerkrieg, jeder Revolution und jeder Massenauswanderung geht ein Jungmännerüberschuss voraus. Alte Männer greifen nicht zu Waffen, das ist halt so.

Und auch wenn wir grade eine Einwanderung vieler junger Männer erleben wird das noch ewig dauern bis wir überhaupt in die Nähe kommen wo es kritisch wird.

Wir haben einen Index von 0,6. Auf 1000 alte Männer kommen 600 junge Männer. Afghanistan hat zum Vergleich einen von 6 Auf 1000 alte Männer die ihre Positionen freimachen kommen 6000! junge Männer.

"Erschwerend" hinzu kommen die gesellschaftlichen Strukturen. Unser Sozialstaat versorgt diejenigen die es nicht schaffen. In Ländern wie Afghanistan bekommt einer den Hof und der Rest muss sehen wo er bleibt. Ähnlich war es ja lange Zeit in Europa. Einer erbt den Hof, einer für das Kloster und der Rest wird Soldat.

Zur Zeit des 1. WKs hatten wir in Europa noch einen Index von 4+.

Ohne Personal, kein Krieg. Ganz einfach eigentlich. Und heute haben wir dafür kein Personal mehr. Wir kriegen ja noch nicht mal die zornigen jungen Männer für eine Grossdemo auf die Strasse. Weil es sie nicht gibt. In den europäischen Staaten mit Jugendarbeitslosigkeit von 50% oder mehr, was passiert da? Nix!

Und guck dir zum Vergleich die Geschichte des Empires an. Die haben so viel Personal, dass sie die Welt kolonialisieren können, gleichzeitig ihre Bürgerkriege im eigenen Land haben und die Industrialisierung fahren können. Ohne Jungmännerüberschuss geht das nicht.
Seine These ist interessant und an sich schon schlüssig. Allerdings auch nur bis gestern, denn es sollte mit Bezug auf Gegenwart und Zukunft doch wohl berücksichtigt werden, dass für Kriege inzwischen weniger Menschenmaterial nötig ist als noch vor wenigen Jahrzehnten, zumindest in Breitengraden, die auch nur halbwegs was mit uns zu tun haben. Und ich bezweifle, dass sich die (grob geschätzt) Top10-Armeen der Welt in absehbarer Zeit noch auf sowas wie z.B. verlustreiche Grabenkriege einlassen, zumal Kriege ja auch nicht mehr so am Boden entschieden werden, wie noch vor wenigen Jahrzehnten.
Und von dem mal ganz abgesehen sollte meines Erachtens auch die Tatsache berücksichtigt werden, dass die großen und mächtigen Nationen der Welt ihre Kriege immer weiter "outsourcen", nicht mal unbedingt auf Militärdienstleister wie z.B. Academi (um mal den größten und bekanntesten zu nennen), Freischärler oder Roboter/Drohnen bezogen, sondern zunächst mal Stellvertreterkriege durch verbündete bzw. eingekaufte Shithole-Countries bzw. Quasi-Shitholecountries führen, die nicht selten schon die gewünschte Entscheidung bringen und dadurch verhindern, dass 2 "Elefanten" aufeinanderprallen und überhaupt kein Gras mehr wächst...