Selbstverständlich gibt es die. Auch in Großbritannien kannst du nicht als Arzt praktizieren, wenn du keinerlei Qualifikation dazu hast. Wie es hier eine Anwaltskammer gibt, gibt es dort die Law Society und du kannst nicht einfach als Anwalt praktizieren, wenn du nie dein Examen (im angelsächsischen bar exam) abgeschlossen hast. Es gibt KEIN zivilisiertes Land auf der Welt, in dem das anders wäre. Es gibt in jedem funktionierenden Staat der Welt geschützte Berufsbezeichnungen.
Der Punkt ist, "Historiker" darfst du dich in Deutschland jederzeit und immer nennen. Wenn du als Arzt praktizierst ohne Zulassung klicken im Schlimmstfall die Handschellen, Historiker kann sich jeder Hanswurst dagegen nennen. Vom wirklichen Geschichtsprofessor mit akademischer Laufbahn bis zum Taxifahrer.
Natürlich kommt sowas vor, dass die auch mal Akten durchforsten müssen, die so leicht nicht zugänglich sind und für die mal in ferne Länder geflogen werden muss. Der Umkehrschluss, dass ein seriöser Historiker so etwas machen muss, was andersrum bedeutet, dass jeder, der das nicht macht, unseriös ist, ist aber nicht korrekt.Es kommt eben ganz drauf an, welches Subjekt und welche Zeitperiode jemand in Angriff nehmen moechte. Es gibt zwei oder drei Themen, bei denen Historiker fuer ihre Arbeit Buechereien und Archive in acht oder mehr Laender bereisen mussten. Manchmal auch um noch etwaige Zeitzeugen und/oder deren Nachkommen zu interviewen. Soetwas schluckt enorm viel Zeit und Geld.
Nein, definitiv nicht. Es gibt verschiedenste Arten von historischen Abhandlungen bw. auch akademischen Arbeiten. Gerade der Essay kommt wie der Name schon vermuten lässt, aus dem angelsächsischen Bereich. Europas Studiengänge sind seit den Bolognareformen vereinheitlicht, die Unterschiede zwischen angelsächsischem, frankophonen, deutschen oder spanischen Studienaufbau und -anforderungen zumindest formal kaum vorhanden.Privat ja, professionell nein.
So etwas wird in englischsprachigem Akademiabereich als, tainted , biased,prejudiced und selbst 'bigoted' etc , eben als nicht objektiv und somit unakzeptabel abgelehnt.
Sorry, aber jetzt wird es zu Gefasel. Nenn mir mal ein einziges Thema, zu dem in Deutschland nicht publiziert werden darf, weil es "deutschhassend" und somit tabu sein sollte. Ich glaube, da fehlt dir auch ehrlich gesagt ein wenig der Überblick. Es gibt polarisierende Themen, die Kontroversen hervorrufen und zu emotionalen Reaktionen bei der Leserschaft führen. Es gibt Historiker, denen man apologetische Haltungen vorgeworfen hat, Ernst Nolte sei mal als Beispiel genannt, es gibt Historiker, die sich sicherlich von einigen wütenden Lesern die Bezeichnung "Nestbeschmutzer" eingehandelt haben, der Vorwurf aber, dass eine Partei - egal wie polarisierend - nicht publizieren dürfe und die Themen tabu seien, geht in Richtung Aluhut.Allerdings muss ich sagen, dass diejenigen deutschsprachigen Geschichtsbuecher die ich habe, alle in recht persoenlichem Format, also stark 'opinionated' sind, mit anderen Worten den Leser betont und unmissverstaendlich in eine bestimmte Glaubens- Ueberzeugungsrichtung fuehren wollen. Ausserdem sind gewisse Geschichtsthemen in DEU , egal wie neutral praesentiert, absolut tabu, weil 'deutschhassend' etc...
Übrigens werden hier natürlich auch Werke angelsächsischer Historiker übersetzt, aufgelegt und vertrieben. Daniel Goldhagens "Hitlers willige Vollstrecker" wurde hier genauso aufgelegt und vertrieben, wie Norman Finkelsteins "Die Holocaustindustrie", ich tippe mal stark, dass die beiden in Deutschland von diesen Werken recht viel verkauft und gerade von der Polarisierung profitiert haben.
Was den Weltklimarat angeht, das ist ja eh eine Farce, dass die von sich behaupten, den Stand der Wissenschaft widerzugeben, alleine die Methodik verursacht Kopfschütteln. Ehrlich wäre es zu sagen, dass das ein Gremium ist, was versucht, über den Stand der Wissenschaft einen Überblick zu bekommen und zu behalten, daraus Empfehlungen abzuleiten. I.W. arbeitet das so, dass wenn Wissenschaftler A behauptet, die Temperatur steige um 5 Grad, Wissenschaftler B behauptet, es gäbe keinen Temperaturanstieg leitet das IPCC ab, es sei wissenschaftlicher Konsens, dass die Temperatur um 2,5 Grad steige. Das ist lachhaft.Oh, da gebe ich Dir vollkommen Recht. Man beisst ja nicht die Hand die einen fuettert.
Ditto fuer die U.N.O. und den von ihnen bezahlten Klima-Nutten und ihren anthropogenisch verursachten Klimawandel Katastrophenwarnern und 6-Meter-Meeresspiegelerhoehungsvorhersagen ....
Gar nicht mal der Ansatz, die WHO gibt auch Ernährungsempfehlungen heraus, wenn medizinisch auch noch nicht alles bis ins kleinste erforscht und geklärt ist, sie erhebt aber nicht den Anspruch, die definiere den wissenschaftlichen Konsens, sondern gibt Empfehlungen.
Ein Historiker kann durchaus eigene Schlüsse ziehen, es ist allerdings entscheidend sie in einem Buch als solche auch zu benennen und nicht Schlussfolgerungen mit gesichertem Datenmaterial durcheinander zu bringen.Nur.... Schlüsse und Standpunkte sind dem Leser ueberlassen .... ein Historiker per se gibt lediglich historische Fakten wieder...just the facts please.; keine Beinflussung.
Genau da gibt es aber eben Grenzen. Genau wie ein Richter, der im Instanzenzug höher sitzt das Urteil eines anderen Richters aufheben kann ohne dem Richter handwerkliche Fehler vorzuwerfen. Es können auch durchaus zwei Historiker dasgleiche Thema nehmen, auf diegleiche Quellenlage zurückgreifen und zu unterschiedlichen Schlüssen kommen und das obwohl sie dengleichen Kriterien folgen.Zweifelsohne.
Jedoch ein wirklicher Historiker prostituiert sich nicht.
Sozialwissenschaftler 'fällen Gutachten' nach xyz Parametern und Kriterien??
Ich verstehe diese paranoiden Gedanken nicht. Du klagst über Tabuthemen und Bücher, die in Deutschland unbeachtet bleiben und trauerst über Chimären. Das Buch sagte mir nichts, ich habe es mal gegoogelt, es ist 1968 (!!!) erschienen, es wurde ins Deutsche übersetzt, wieso spekulierst du darüber, ob es sich in Deutschland verkaufen würde? Es wurde in Deutschland aufgelegt und vertrieben. Als Krönung des Ganzen habe ich das mal im Verband der öffentlichen Bibliotheken in Berlin eingegeben (der Bestand ist zwar so ausgelegt, dass auch Wissenschaftler und Studenten sich mal dran bedienen können, aber in erster Linie für jedermann, öffentliche Bibliotheken eben) und ich habe das Buch sofort gefunden. Jetzt führ dir mal bitte vor Augen, was das bedeutet, dass ein Buch seit 1968 durchgehend seit jetzt 50 Jahren (!!!!) im Bestand ist. Entweder es wird 50 Jahre lang regelmäßig ausgliehen und/oder wird als zentrales Standardwerk für unentbehrlich gehalten.Weil Du gerade Daimler nennst.
William Manchester - ein anerkannter Historiker* und Biographer - hat ein Buch ueber Krupp geschrieben. Meiner Ansicht nach recht neutral,sachlich und sehr informierend. Seine Widmung und Zitat am Anfang des Buches laesst auf seine Einstellung dem Thema gegenueber rueckschliesen , jedoch der Buchtext selber ist pure Infarmation. Habe das Buch bis zu Ende gelesen, also muss es gut seinWuerde es sich in DEU verkaufen? Wohl kaum....
Nebenbei: Alfried Krupp = benannt nach King Alfred [Ælfrǣd](The Great-849-899)
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Vielleicht kannst du dann irgendwie ermessen, wie weltfremd deine ganzen Prämisse (es gäbe Tabuthemen, über die in Deutschland nicht publiziert werden darf, so ein Buch würde in Deutschland keine Leser finden, etc.) ist. Zumal bei einem Buch, bei dem man sich jederzeit selber ein Bild machen kann, weil es 1968 erschienen ist und der Buchverkauf seltenst nach 50 Jahren anläuft, sondern dann meistens zu einem Großteil abgeschlossen ist.
P.S.: Diesen Spiegelartikel aus dem Jahr 1968 habe ich beim Googeln gefunden ...
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Warum ich stattdessen die Militärjunta von Argentinien und Daimler als Beispiel gewählt habe, bei solchen aktuelleren Themen geht es oft um rechtliche Ansprüche, Schadensersatzzahlungen oder um Zahlungen, um das Image eines Unternehmens aufzupolieren. Bei diesen Themen geht es oft um sehr viel Geld. ei irgendwelchen Rheinwiesenlagerdiskussionen eher weniger.
Womit Lichtblau aber Recht hatte, Historiker sind nicht zwangsweise neutral. Weder die akademisch ausgebildeten noch die Laien.



Wuerde es sich in DEU verkaufen? Wohl kaum....
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