Zitat Zitat von Daggu Beitrag anzeigen
Ich kenne genug Menschen, oder besser kannte genug Menschen, die den Krieg an wohl allen Fronten mitgemacht haben, irgendwann fing ich damit an, warum weiß ich nicht zu sagen, mir vieles von dem aufzuschreiben, was mir diese Menschen oft mit Tränen in den Augen erzählten.

Und glaube mir, von den Menschen, die damals mitten im Dreck, im Blut und Eiter der Krieges lagen, für die hatte das "Nie wieder Krieg" einen völlig anderen Sinn und Klang, als für uns Heutige. Wenn man sich das vor Augen führt, was diese Menschen durchgemacht und erlitten haben, dann scheint es für das menschliche Leid wirklich keine Grenzen zu geben. Einer der zwingenden Gründe für mich, warum ich an keinen Gott glauben kann, unter anderem.

Und ich stimme jeder Zeit in dieses "Nie wieder Krieg" mit ein, aus tiefster Überzeugung, im Angedenken an die Menschen, die das Leid, den Schmerz und den Wahnsinn des Krieges bis zur bitteren Neige ausgekostet haben. Mit diesem Blut, Ehre und Treue kann ich nichts beginnen, mir ist das einfach nur ein Greuel.



Ich habe mich noch niemals zu diesen Deutschen gezählt, die das verkünden, ich habe mich damit noch niemals wirklich identifizieren können, denn ich verstehe unter Ehre, Treue und Ritterlichkeit etwas grundsätzlich anderes, als die Vertreter eines braunen Anachronismus.

Aber meine Meinung über diesen ganzen Themenkomplex, die kennst du ja. Ob nun Hitler oder Stalin, ob nun Mao oder Trump, Putin hätte ich bald vergessen, es lohnt sich nicht für eine dieser Ersatzreligionen, samt ihren Götzenkulten und Heiligen Lichtgestalten, auf irgend einem Schlachtfeld hilflos zu krepieren.
Ich bin zwar noch jünger als du, aber ich habe und hatte auch mehrere Bekannte (teilweise über 90 Jahre alte Männer), die den Russlandfeldzug, Italienfeldzug usw. miterlebt haben. Dieser Generation mache ich keinen Vorwurf, denn sie hat wirklich unglaubliche Schrecken durchgehalten und miterlebt. Allerdings sind ihre Wirtschaftswunder-Kinder und mehr noch ihre Enkel vielfach zu den treuesten Schoßhündchen der Besatzer / BRD-Führung geworden, was ich nicht verstehen kann. Da kann ich auch einige meiner eigenen Onkel und Tanten anführen.
Zuerst haben die (alten) Deutschen fanatisch bis zum Ende gekämpft, um dann eine 360-Grad-Wende zu machen und ihren gestrigen Feinden plötzlich tief in den ..... zu kriechen. Selbst wenn ich einen Krieg verliere, so hasse ich trotzdem nach wie vor den Feind, der mein Land zerstört und besetzt hat - und liebe ihn nicht sofort. Selbst wenn er mich zwingen kann, so befolge ich seine Befehle so gut es geht mit Widerwillen und biete mich ihm nicht aus freiem Willen auch noch als Gehilfe und Knecht an.