
Zitat von
dr-esperanto
Der Vergleich mit dem Holländischen ist sehr gut: sprachlich ungebildete Deutsche können mit Holländisch wenig anfangen, höchstens noch in geschriebener Form (das liegt aber auch vor allem daran, dass man kaum mal je mit Niederländisch in Berührung kommt und diese Sprache kaum je mal braucht).
Eine ukrainische Sprache gibt es sehr wohl (es würde ja auch niemand die Existenz des Holländischen leugnen) - und dieser ehemalige kleinrussische Dialekt da an der slowakisch-polnischen Grenze ist während der nationalistischen Zeit der Romantik dermaßen (oft genug auch noch künstlich) mit Polonismen und dann vor allem auch bewussten Eigenbildungen von Wörtern dem Großrussischen unähnlich gemacht worden, dass heutige Russen Ukrainern nur sehr schwer (d.h. mit mehr oder weniger großer Anstrengung) folgen können - hat mir jedenfalls vor Jahrzehnten mal ein (auch sprachlich sehr gebildeter) Russe gesagt. Natürlich, wenn ein Russe dort lebt und ständig mit Ukrainisch zu tun hat, dann wird es auch jeden Tag einfacher mit der Sprache.
Vor Jahren hatte ich immer mal wieder ukrainisches Fernsehen verfolgt, konnte da aber mit meinem Russisch nicht sehr gut mitkommen (obwohl ja das Ukrainische dankenswerterweise die Vokale schön klar ausspricht wie sie auch geschrieben werden - was ja umgekehrt eine große Hürde im Russischen ist). Aufgefallen sind mir aber auf Schritt und Tritt die vielen, vielen Polonismen.