Zitat Zitat von Suedwester Beitrag anzeigen
Kolonialisierung und Sklaverei werden besonders in (Schwarz-)Afrika gern als Gruende fuer
die heutigen Zustaende dort genannt. Natuerlich koennen solche Eingriffe in Gesellschaften
erhebliche Auswirkungen auf betroffene Voelker und Gesellschaften haben, allerdings
gab es besonders die Sklaverei lange bevor die Europaeer (Schwarz-)Afrika betraten.
Clans, Staemme,Voelker in Afrika nahmen und handelten Sklaven seit langer Zeit.
Zunaechst untereinander, spaeter mit arabischen/ nordafrikanischen Staemmen/ Voelkern.
Dann erst kamen die Europaeer und kauften Sklaven von Arabern, von schwarzen Haendlern
oder fingen Sklaven selbst ein. Da war keiner der Beteiligten besser oder schlechter als
die anderen.
Feststellen kann man heute, dass ein "Minderwertigkeitskomplex" und haeufig ein
rassistischer Hass auf Fremde (Weisse, Asiaten etc....) quer durch afrikanische
Gesellschaften herrscht, mal mehr, mal weniger. Abgesehen von der Masse der ungebildeten,
ignoranten Bevoelkerung trifft man aber auch genuegend Menschen, die sich zwar nicht
nach der Zeit unter den alten Kolonialherren, wohl aber nach den Jahren vor der
vielbejubelten "Independence" (Unabhaengigkeit) zuruecksehnen. Vor allem,
weil damals der Monatslohn zur freien Verfuegung stand und Steuern, Schulgeld,
medizinische Versorgung,Miete, Strom, Wasser ....und aehnlich laestige Ausgaben
(beispielsweise in einigen Laendern des suedlichen Afrika) von der Regierung bezahlt
wurden, bzw. erst garnicht anfielen. Nach der "Unabhaengigkeit" musste man
die schmerzliche Erfahrung machen, dass die schwarze Regierungen ausser grossen
Spruechen praktisch das alltaegliche Leben des Wahlvolkes keineswegs verbessern
konnte/wollte.....abgesehen fuer einige Eliten, die teils ueber unglaubliche Vermoegen
verfuegen und in perversem Saus und Braus leben.
Paradox ist, dass das gemeine Volk einerseits neidisch und missguenstig den Nachbarn
beaeugt, der sich mehr leisten kann als man selbst---andererseits werden Personen
aus Politik, Wirtschaft etc. oft noch vor Gericht vom zuschauenden Mob bejubelt, weil
sie es geschafft haben (aufgrund ihrer Position) Millionen zu unterschlagen und verschwinden
zu lassen. Sogar dann, wenn es sich um das gerade langsam wachsende Sozialsystem
(Rente, Gesundheit....) handelt, in welches der Grossteil der Jubelnden selbst einzahlt.
Afrika war eben von einigen Beispielen wie das Ägypten der Pharaonen einmal abgesehen, immer eine Region, wo militärisch überlegenere Völker eingefallen sind. Als Unterlegener, als Abhängiger kann man sich eben schlecht entfalten.

Irgendwie gab es auf dieser grossen Insel eben keine Bildung von überregionalen Imperien. Normalerweise führen die Entwicklung von Technologie in der Landwirtschaft zusammen mit einer politischen Einigung von Stämmen zu einem Imperium, das sich ausbreitet, kolonisiert und somit wächst und damit an Stärke gewinnt. Siehe Sumer, Assyrien, Persien, Griechenland, Rom, China usw.

Niemand aus Schwarzafrika bildete Kolonien ausserhalb Afrikas. Irgendwann waren dann Araber und Europäer soweit entwickelt, dass diese stattdessen Kolonien in Schwarzafrika bildeten.