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Veröffentlicht am 26. November 2015 von einparteibuch
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In den östlichen Turkmenen-Bergen herrschen gegen die syrische Regierung kämpfende Milizen, die zu einem großen Teil ethnisch turkmenisch, türkisch und turkestanisch geprägt sind. Die Turkmenen-Berge tragen ihren Namen daher, dass dort, zumindest bis zum Beginn des gegenwärtigen Krieges, neben anderen Ethnien ein relativ hoher Anteil an turkischstämmigen Einwohnern lebte, die einen Dialekt der türkischen Sprache sprechen. Die syrische Regierung und ihre Verbündeten halten diese Milizen für von international aktiven Terroristen durchsetzt und verweisen dabei darauf, dass dort unter anderem sich zu ISIS und Al Kaida bekennende Terroristen aus dem Kaukasus und aus Russland, sowie Anhänger der zur zentralasiatischen Al Kaida gehörenden und international als Terrorgruppe geächteten “Turkmenistan Islamic Party” kämpfen würden. Der türkische Machthaber Erdogan und die seinen betrachten die Milizen der Turkmenen-Berge hingegen als legitime “bewaffnete Opposition” im Kampf gegen den syrischen Diktator Assad, die aufgrund ihrer “großtürkischen” Ethnizität unter dem besonderen Schutz der Türkei steht und von der Türkei deshalb auch zurecht besonders intensive Unterstützung erhält. Nach der Machtübernahme der von der Türkei unterstützten Milizen sind regierungstreue und turkischstämmige Bevölkerungsteile aus den Turkmenen-Bergen aus Angst vor den Milizen und ihren Greueltaten aus der Region geflohen.
Inzwischen ist es aufgrund der intensiven Kriegshandlungen zweifelhaft, dass es in den Turkmenen-Bergen neben bewaffneten Milizen überhaupt noch eine nennenswerte Anzahl an Personen gibt, die man als Zivilbevölkerung bezeichnen kann.
Südwestlich angrenzend an das Gebiet der östlichen Turkemen-Berge befinden sich die sogenannten Kurden-Berge, die ebenfalls unter der Kontrolle von gegen die syrische Armee kämpfenden Milizen stehen. Die “Kurden-Berge” tragen ihren Namen daher, dass sie vor vielen Generationen einmal kurdisch geprägt waren. Durch Assimilierung und Migrationsbewegungen im letzten Jahrhundert ist die Bevölkerung der “Kurden-Berge” inzwischen allerdings stark arabisch-sunnitisch geprägt und sich selbst als Kurden betrachtenede Einwohner gab es da nicht mehr viele. Die wesentliche Hochburg der “Anti-Regierungskämpfer” in den “Kurden-Bergen” besteht im bekannten Ferien- und Kurort Salma, wo, was auch in westlichen Berichten so dargestellt wurde, ziemlich unstrittig seit 2014, als ISIS sich von dort zurückzog, internationale Jihadisten von Al Kaidas Nusra Front domainant sind, obgleich in der Gegend der Kurden-Berge auch andere Milizen, etwa unter FSA-Banner oder unter Turkmenischen Fahnen kämpfend, aktiv sind.
Aus der Gegend von Salma waren im Jahr 2013 auch FSA-Milizen und internationale Jihadisten, darunter auch deutsche Terroristen wie Denis Cuspert, in die südlich an die Gegend angrenzenden alawatisch geprägten Dörfer eingefallen, was zu keinem anderen erkennbaren Zweck diente, als sektierisch motivierte Massaker an der alawitischen Zivilbevölkerung, denen unzählige Menschen zum Opfer fielen, zu verüben.
Es besteht kein Zweifel daran, dass die in den “Turkmenen-Bergen” und “Kurden-Bergen” gegen die syrische Armee und ihre Partner kämpfenden Milizen und Terroristen ihre militärische Stärke vornehmlich umfangreicher Unterstützung aus der Türkei verdanken. Der wichtigste Nachschubweg der Milizen in den “Turkmenen-Bergen” und den “Kurden-Bergen” führt dabei offenbar durch die Gegend des im Osten der Turkmenen-Berge liegenden syrischen Grenzdorfes Yamadi, was auch ziemlich genau in der Gegend liegt, wo die türkische Luftwaffe am vorgestrigen Dienstag den SU-24-Jet der russischen Luftwaffe abgeschossen hat.
Die Entwicklung der militärischen Lage in den “Turkmenen-Bergen” und “Kurden-Bergen” seit Beginn der russischen Luftunterstützung für die syrische Armee Ende September lässt sich so beschreiben,
dass die syrische Armee und ihre Partner sowohl in den Kurden-Bergen als auch in den Turkmenen-Bergen deutliche Fortschritte gemacht haben.
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Es besteht auch überhaupt kein Zweifel daran, was die Befreiung der Gegenden Zuwaik und Zahya für die Rebellen-Terroristen in der Provinz Latakia bedeutete: der Kampf der von der Türkei unterstützten Terroristen-Rebellen in den Turkmenen-Bergen war so gut wie verloren.
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